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Neue DFL-Chefin: Supercup in Saudi-Arabien nicht auszuschließen

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Von: Robin Dittrich

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Donata Hopfen ist Vorsitzende der Geschäftsführung der DFL. Mögliche Supercups in Saudi-Arabien, Spielergehälter und Bundesliga-Playoffs beschäftigen sie.

Hamburg/Frankfurt – Donata Hopfen ist seit Anfang des Jahres neue Geschäftsführerin der Deutschen Fußball Liga. Sie löste Christian Seifert nach 16 Jahren im Amt ab und soll bis mindestens Ende 2024 die Belange des Deutschen Profifußballs regeln. Im Interview mit der „BamS“ äußerte sie sich jetzt über die aktuelle Lage des Fußballs. Die hohen Verluste durch die Corona-Pandemie, Spielergehälter und ein möglicher Supercup in Saudi-Arabien sind aktuell ihre Hauptthemen.

Fußball-Funktionärin:Donata Hopfen
Beruf:Geschäftsführerin der Deutschen Fußball Liga
Vertrag:1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2024

1,3 Millarden Euro Verlust drohen der Bundesliga aufgrund der Corona-Pandemie

Laut Donata Hopfen drohen allein der Bundesliga bis zum Ende der Saison 1,3 Milliarden Euro Verlust. „Das ist mehr, als die Liga pro Jahr mit nationalen Medienrechten verdient.“ Es sind Gelder, die auch durch Finanzhilfen, die zum Beispiel der HSV mehrmals beantragte, nicht wieder reingeholt werden können. „Das geht an die Substanz“ stellt sie ernüchtert fest. Der ganzen Liga steht dadurch weniger Geld für etwaige neue Spieler zur Verfügung. Macht sich das international weiter bemerkbar?

Links ist das Logo der DFL zu sehen. In einem weiß umrandeten Kreis daneben die Flagge von Saudi-Arabien. Nochmals rechts davon weiß umrandet der Supercup-Pokal.
Spielt die Bundesliga ihren Supercup bald in Saudi-Arabien? (24hamburg.de-Montage) © Ulrich Hufnagel/Jan Huebner/Imago

Schon seit längerem gibt es in der Champions League nur einen deutschen Verein: den FC Bayern. Der letzte andere deutsche Verein im Champions League-Finale war Borussia Dortmund – dort verloren sie 2013 gegen den FCB. Laut Hopfen muss man „aufpassen, dass wir nicht in eine Abwärtsspirale geraten.“ Wenn die internationale Konkurrenz mehr Geld ausgeben kann, rücken deutsche Clubs immer weiter in den Hintergrund. Kann die Bundesliga so noch mithalten?

Spielergehälter sollten für mehr Chancengleichheit reguliert werden

Obwohl manche Spielergehälter schwer nachzuvollziehen sind, kann Hopfen sie trotzdem nachvollziehen: „Grundsätzlich sind große Stars das Geld wert, weil sie es selbst erwirtschaften.“ Das geschieht durch Stadionbesuche, Trikotverkäufe oder auch aufgrund eines Spielers abgeschlossene Pay-TV-Abos. Trotzdem wäre eine Regulierung der Gehälter durchaus sinnvoll. Dadurch könnten kleinere Vereine international mithalten. Auch, weil sie junge Spieler verpflichten und fördern könnten. Wenn einzelne Vereine Millionen-Summen für Nachwuchsspieler ausgeben, ist das nicht zukunftsfördernd.

Um solche Gehälter und Ablösesummen überhaupt ausgeben zu können, bräuchte es in Deutschland eine ganz andere Struktur. Hopfen spricht sich klar gegen eine Abschaffung der 50+1-Regel aus. Durch eine Abschaffung könnten Vereine von Investoren übernommen werden. „Es muss uns auf Basis unserer Werte und Traditionen gelingen, Kapital in die Liga zu bringen.“ Als Beispiel gibt sie wieder den FC Bayern an, der auch mit 50+1 erfolgreich ist. In der Breite ist Deutschland jedoch schwach aufgestellt. Ist die Argumentation deshalb ausreichend?

Der Supercup könnte bald sogar in Saudi-Arabien ausgetragen werden

Seit 2019 spielt die Primera Division aus Spanien ihren Supercup mit vier Mannschaften aus. Beteiligt sind die zwei Pokal-Finalisten sowie der erste und zweite Platz der Liga. In Deutschland spielt aktuell nur der Meister gegen den Pokalsieger. 2019 und 2021 wurden die Supercup-Spiele der Spanier sogar in Saudi-Arabien ausgetragen. das steigert die internationale Bekanntheit und bringt eine Menge Geld aus dem ölreichen Staat. Auch für die Bundesliga ist das nicht mehr undenkbar: „Wir können in dieser Hinsicht aktuell gar nichts ausschließen.“ Bezieht Deutschland bald auch Einnahmen aus dem umstrittenen Land?

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Nicht abgeneigt ist Donata Hopfen ebenso von Bundesliga-Playoffs. Der FC Bayern steuert geradewegs auf seine zehnte Meisterschaft in Folge zu. Playoffs der besten vier Vereine der regulären Saison könnten sicherlich für mehr Spannung sorgen. Das sieht auch Hopfen so: „Es gibt für mich keine heiligen Kühe. Wenn uns Play-offs helfen, dann reden wir über Play-offs.“ Bis Ende 2024 hat Donata Hopfen zunächst Zeit, ihre ambitionierten Vorhaben zu erfüllen. Das Ziel: Die Bundesliga konkurrenzfähig machen.
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