Hamburgs Basketballer verlieren Top-Stars

Basketball-Bundesliga BBL: Zerbrechen die Hamburg Towers?

  • Thanh Nguyen
    VonThanh Nguyen
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Die Hamburg Towers müssen jede Menge Rückschläge in der Kaderplanung hinnehmen. Mehrere Stars werden zur neuen BBL-Saison nicht nach Hamburg zurückkehren.

Hamburg – Kameron Taylor weg! Bryce Taylor weg! Johannes Richter weg! Die Hamburg Towers verlieren nach der überragenden Saison 2020/21 mit Platz sechs in der Basketball-Bundesliga BBL sowie dem Playoff-Einzug einen Star nach dem anderen. Vor der vor der kommenden Saison stehen die Hamburger Basketballer also vor großen Herausforderungen. Die Sommerpause wird für die Verantwortlichen der „Türme“ nicht nur wegen Corona zur Mammutaufgabe.

Basketball-Team: Hamburg Towers
Homepage:hamburgtowers.de
Gründung:2013
Arena: edel-optics.de-Arena
Geschäftsführer: Marvin Willoughby, Jan Fischer

Vor allem der Weggang von Kameron Taylor zum EuroLeague-Vertreter Maccabi Tel Aviv schmerzt die Basketballer aus der Hansestadt besonders. In der abgelaufenen Spielzeit erzielte der US-Amerikaner in 28 Spielen im Schnitt 13,9 Punkte und war nach Maik Kotsar und TJ Shorts der drittbeste Scorer des Teams von Pedro Calles. Unvergessen bleiben seine 18 Punkte in 41 Minuten Einsatzzeit beim 91:86-Sieg nach Verlängerung gegen den FC Bayern München sowie die beiden Top-Performances gegen ALBA Berlin.

„Klar hätten wir Kam gern behalten. Aber realistisch betrachtet, hat er hier im letzten Jahr bewiesen, dass er mit den besten der Besten mithalten kann. Daher freuen wir uns für ihn, dass er jetzt bei Maccabi auf allerhöchstem Level spielen kann. Wir sind sehr stolz, dass er den entscheiden Schritt dorthin bei den Hamburg Towers gemacht hat“, so Towers-Geschäftsführer Marvin Willoughby.

Hamburg Towers in der BBL: Auch Kapitän Bryce Taylor geht von Bord

Auch der ehemalige Kapitän der Türme, Bryce Taylor wird nicht nach Hamburg zurückkehren. Nach 12 Jahren in der easyCredit Basketball Bundesliga im Trikot der Telekom Baskets Bonn, ALBA BERLIN, Artland Dragons, FC Bayern München, Brose Bamberg und zuletzt den Hamburg Towers absolvierte der Shooting Guard insgesamt 392 Partien, in denen er 3965 Punkte erzielte.

Im vergangenen Jahr bestritt er 23 Partien für die Towers, steuerte im Schnitt 6,1 Punkte bei und überzeugte mit 45,2 Prozent Dreierquote.

„Bryce ist ein riesiges Vorbild, als Sportler und als Person. Er ist einer der ganz wenigen Spieler, die die BBL über mehr als ein Jahrzehnt geprägt haben. Wir können sehr glücklich sein, dass er im vergangenen Jahr das Towers-Trikot getragen und seine Erfahrungen an das Team und die Organisation weitergegeben hat“, hat Willoughby zum Abschied nur warme Worte für den BBL-Routinier.

Hamburg Towers-Geschäftsführer Marvin Willoughby im großen 24hamburg.de-Interview: „Corona-Krise hat uns auf den Kopf gestellt“ (24hamburg.de-Montage)

Hamburg Towers: Richter und Ogunsipe gehen – Edigin verstärkt BBL-Kader

Anders als das US-Duo bleibt Johannes Richter der BBL aber erhalten. Der 27-jährige Big Man war erst im Januar in die Hansestadt gewechselt, konnte aber aufgrund von einer Knieverletzung lediglich 12 Partien bestreiten. Nach zwei Jahren bei den Hamburg Towers endet darüber hinaus die Leihe von Marvin Ogunsipe. Der österreichische Big Man kehrte Anfang Juli zum FC Bayern München zurück.

Trotz der namhaften Abgänge arbeiten Willoughby und Trainer Calles fieberhaft daran, eine schlagkräftige Truppe aufs Parkett zu zaubern. So wechselt vom letztjährigen ProA-Finalisten Leverkusen der 25-jährige Eddy Edigin in die Hansestadt. Ab 2021/22 trägt der Deutsch-Nigerianer das Trikot der Hamburg Towers.

Max DiLeo ist als Defensivspezialist der „Verteidigungsminister“ der Hamburg Towers. (24hamburg.de Montage)

„Ich habe mich sehr über das Angebot der Hamburg Towers gefreut. Pedro hat mir sehr schnell gesagt, was er von mir erwartet. Er traut mir den Sprung in die BBL zu. Ich bin sehr dankbar, dass ich mich hier jetzt beweisen kann“, so der für seinen harten Einsatz bekannte Edigin.

„Vom ersten Tag an, muss er zeigen, dass er bereit ist, auf diesem Level zu spielen und für seine Rolle im Team kämpfen. Die Situation, Teil eines BBL-Teams zu sein, ist neu für ihn, die Herausforderung mit der Doppelbelastung aus Bundesliga und EuroCup groß. Ich erwarte ihn bescheiden und hungrig zum Trainingsauftakt“, erklärt der Head Coach Calles, der sich außerdem über eine Reunion mit Robin Christen (von Absteiger RASTA Vechta) in der Hansestadt freut.

Mit Christen, Kapitän Max DiLeo, Miguel Zapata und Pedro Calles sind es nämlich nun vier alte Weggefährten aus Vechtaer Zeiten. DiLeo hatte seinen Vertrag kurz zuvor ebenfalls verlängert und geht damit in sein viertes Jahr unter Pedro Calles – nach zuvor zwei Jahren in Vechta steht jetzt die zweite gemeinsame Spielzeit mit den Hamburg Towers an.

Trainer Pedro Calles, Maik Kotsar und Justus Hollatz stehen in der kommenden Saison vor großen Herausforderungen in der Bundesliga und im Europapokal

Hamburg Towers: Angriff auf Europa im 7DAYS EuroCup

20 Teams aus 13 Ländern, darunter gleich drei ehemalige Champions und ein Neuling: Neben der dritten Saison in der Basketball-Bundesliga BBL werden die Hamburg Towers in der Saison 2021/22 erstmalig im 7DAYS EuroCup an den Start gehen. Dort bestreiten die Hamburger Basketballer mindestens 18 Partien gegen europäische Topteams.

Somit sind die Hamburg Towers, neben ratiopharm ulm, einer der beiden deutschen Vertreter in der kommenden Saison im zweithöchsten europäischen Vereinswettbewerb hinter der EuroLeague. Gleich vier Teams aus der spanischen ACB, drei Teams aus der italienischen Serie A, jeweils zwei Teams aus Frankreich und der Türkei, sowie je eine Mannschaft aus Griechenland, Serbien, Litauen, Montenegro, Slowenien, Russland und Polen sind ebenfalls vertreten.

„Der EuroCup ist ein hochklassig besetzter Wettbewerb. Es sind Teams mit jahrzehntelanger Erfahrung und einem vollen Trophäenschrank dabei. Wir gehen in unser drittes BBL-Jahr, haben vergangene Saison zum ersten Mal die Playoffs erreicht. Wir werden also keine sportliche Zielsetzung ausrufen“, ordnet Willoughby die erste EuroCup-Teilnahme der Klubgeschichte ein. „Es geht vor allem darum zu lernen, Erfahrungen zu sammeln – als Team und Organisation durch die Herausforderung zu wachsen. Gleichzeitig sind wir stolz, die Stadt Hamburg europäisch zu vertreten und unseren Fans und allen Basketball-Interessierten in Hamburg höchsten europäischen Basketballsport ermöglichen zu können.“

Das sind trotz aller Abgänge und der schleppenden Kaderplanung dann doch gute Nachrichten für den Basketball in Hamburg.* 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bert Harzer/ Eibner- Pressefoto via www.imago-images.de

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