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Nach Kauf von Vuskovic und Muheim: So planen Mutzel und Boldt den HSV-Kader

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Von: Jan Knötzsch

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Noch ist offen, ob der HSV aufsteigt. Trotzdem basteln Sportvorstand Boldt und Sportdirektor Mutzel am Kader. Ein Überblick, was passieren soll.

Hamburg – Der April, so sagt es zumindest das altbekannte Sprichwort in Bezug aufs Wetter, macht, was er will. Das mag vor allem beim Hamburg-Wetter*, wo mal Stürme wie „Zeynep“ oder „Ylenia“ oder „Nadia“ wüten, dann allerdings schnell auch wieder schönster Sonnenschein vorherrscht, noch mehr stimmen als anderswo. Die eine oder andere Hamburgerin beziehungsweise der eine oder andere Hamburger wird‘s sicher gern bestätigen. Der April aber, und dieses ist dann der Bogen zum Hamburger SV*, hat auch noch eine ganz andere Bedeutung.

Eine immense nämlich für jenen Zweitligisten aus Hamburg*. Sieben Pflichtspiele in der zweiten Liga stehen für den HSV im April 2022 auf dem Plan. Acht Spiele, in denen das Wohl und Wehe des Klubs aus dem Volksparkstadion* davon abhängt, ob die Mannschaft von HSV-Trainer Tim Walter* mehr gute oder mehr schlechte HSV-News schreibt – sowohl, was die künftige Ligazugehörigkeit des HSV nach dem 30. Juni 2022 angeht als auch was den künftigen HSV-Kader betrifft.

Fußballverein:Hamburger SV
Gegründet:29. September 1887 in Hamburg
Mitglieder:84.200
Vereinsfarben:Blau-Weiß-Schwarz

HSV-Kader: Sportvorstand Jonas Boldt und Sportdirektor Michael Mutzel müssen diesmal keinen Umbruch managen

Denn der Kader will – so wie in all den Jahren, in denen der HSV in der Zweiten Bundesliga inzwischen den Sprung zurück in die Bundesliga verspielt hat, geplant werden. Das kommt anno 2022 zwar für Sportvorstand Jonas Boldt*, der sich vor Kurzem eindrucksvoll zum HSV bekannt hat, und Sportdirektor Michael Mutzel* zwar keiner Mammutaufgabe gleich, ist dafür aber nicht minder speziell. Eben weil der HSV, bei dem in Sachen Aufstieg ein Missverständnis zwischen den HSV-Fans und der Führung vorliegt, nicht weiß, in welcher Liga er ab dem Sommer spielen wird. Das beginnt schon mit dem neuen HSV-Hauptsponsor, der ab Juli 2022 einsteigt*: In der Ersten Liga lässt er mehr Geld fließen als in der Zweiten Liga.

Im Hintergrund ein Fußballfeld mit Buchstaben, die das Wort Transfer bilden. Davor HSV-Sportdirektor Michael Mutzel und Sportvorstand Jonas Boldt
HSV-Sportdirektor Michael Mutzel (links) und HSV-Sportvorstand Jonas Boldt (rechts) müssen den Kader für die kommende Saison planen. (24hamburg.de-Montage) © Kirchner.media/Jan Hpbner/imago

Logisch. Und so müssen Boldt und Mutzel eben zweigleisig planen – das berühmte Szenario, das schon so manchen Klub ereilt hat, der im Aufstiegskampf stand und – sinnbildlich gesprochen – nicht wusste, an welchem Tisch er in der Saison danach aus welchem Teller essen würde. Auch wenn der Klub aus dem Volksparkstadion die eine oder andere Baustelle hat, was den Kader der Zukunft angeht, so hat der HSV in Sachen Personalplanung einen Vorteil: Anno 2022 müssen Boldt und Mutzel im HSV-Kader keinen radikalen Umbruch managen. Und: Was den Kader der Hamburger* angeht, so hat der Klub beispielsweise bei den HSV-Talenten frühzeitig die berühmten wichtigen Nägel mit Köpfen bereits gemacht.

Künftiger HSV-Kader: Talente sollen langfristig an den Verein gebunden werden – Leihspieler Muheim und Vuskovic bleiben

Mit Felix Paschke und Arlind Rexhepi haben zwei, denen die Zukunft im Volkspark gehören könnte, bereits verlängert. Mit Elijah Krahn steht ein weiteres HSV-Talent ebenfalls vor der Vertragsverlängerung*. Bei Miro Muheim, den der HSV bis 2025 gebunden hat*, und Mario Vuskovic, für den der HSV tief ins Portemonnaie gegriffen hat*, herrscht ebenso Klarheit, dass sie ihre Zukunft nach ihren Ausleihen zum HSV auch weiterhin im Volkspark verbringen werden. Obendrein hat der HSV den Vertrag mit Torhüter Daniel Heuer Fernandes, der nicht nur gegen den Karlsruher SC zum HSV-Helden im DFB-Pokal geworden ist*, sondern auch darüber hinaus ein wichtiger HSV-Rückhalt ist, bereits verlängert.

Rechnet man als geneigter Betrachter des HSV-Kaders für die Zukunft hinzu, dass auch weitere Schlüsselspieler wie zum Beispiel Kapitän Sebastian Schonlau*, der im Sommer gekommene Jonas Meffert* oder aber Stürmer Robert Glatzel* noch länger in Hamburg unter Vertrag stehen und auch die Arbeitspapiere von Spielern wie Sonny Kittel* oder Moritz Heyer* erst im Sommer 2023 auslaufen, hat der HSV-Kader für die kommende Saison ein gutes Fundament, um das herum Boldt und Mutzel bauen können – auch wenn die Hamburger Morgenpost beispielsweise Robert Glatzel als möglichen Kandidaten für Bundesliga-Vereine in den Kochtopf der Transfer-Gerüchteküche wirft.

HSV-Kader: Die Achse des Walter-Teams steht – aber diese Spieler haben keine Zukunft mehr in Hamburg

Sein Abgang würde den HSV-Kader zwar fraglos schwächen, wäre aber nur dann ein Thema, wenn der HSV wirklich um jeden Preis Kohle braucht. Josha Vagnoman*, vor der vergangenen Saison ein Verkaufskandidat, wird diese nach langer Verletzungspause bei einem Transfer im Sommer 2022 nicht unbedingt einbringen. So dürfte sich die Transferpolitik der Herren Boldt und Mutzel bei der Zusammenstellung des HSV-Kaders der Zukunft ähnlich gestalten wie schon im Sommer und Winter, als mit dem – zugegeben gefloppten – Engländer Tommy Doyle* sowie Dänen-Stürmer Mikkel Kaufmann und zuletzt Georgi Chakvetadze Akteure erst einmal nur ausgeliehen wurden.

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Kaufmann hat enttäuscht, wurde zuletzt beim HSV suspendiert* und dürfte keine Zukunft mehr beim HSV haben. Mit dem noch an den Klub gebundenen Talent Anssi Suhonen will der HSV vorzeitig verlängern*. Bei Jan Gyamerah, der zuletzt ein Interesse in Spanien* und beim VfL Bochum* geweckt hat, dürfte ebenso gehen wie Manuel Wintzheimer. Beide haben im Kader des HSV keinen derartigen Status, dass sie als unverkäuflich gelten. Bei Maximilian Rohr stehen die Zeichen auf eine Verlängerung beim HSV*– das hat neuerlich gerade erst die Bild-Zeitung berichtet. Fakt ist also: „Es wird keinen Umbruch geben“, wie Sportvorstand Jonas Boldt bereits bekundet hat.

HSV-Kader: Auch in der kommenden Saison soll Tim Walter als Trainer die Verantwortung haben

„Wir gehen den Weg der Entwicklung und sehen uns auf dem richtigen Weg“, so Boldt weiter, „es geht darum, alles bestmöglich zusammenzuhalten und nur punktuell Ergänzungen vorzunehmen.“ Gesagt hat der Sportvorstand des HSV dies im TV bei Sport1, wo er bei einer Frage über eine mögliche Trennung von HSV-Trainer Tim Walter mächtig meckerte*. Auch hier ist klar: Die „Macher“ im Volkspark um HSV-Boss Boldt setzen weiterhin auf Walter – auch wenn der Aufstieg wieder einmal nicht gelingen sollte, soll der Trainer beim HSV bleiben. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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