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HSV-Aufstieg? „Es gibt keine Garantie“ – Jonas Boldt warnt vorm Durchdrehen

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Von: Jan Knötzsch

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Kritiker hatten den HSV schon abgeschrieben. Doch noch hat der Klub Chancen auf den Bundesliga-Aufstieg. HSV-Vorstand Boldt tritt trotzdem auf die Bremse.

Hamburg – Der Fußball-Norden muss warten. Warten, zittern und hoffen. All das ist die Devise nach dem 32. Spieltag in der Zweiten Bundesliga. Und das Ganze gilt sowohl für Werder Bremen als auch für den HSV und den FC St. Pauli, die beiden Zweitligisten aus der Hansestadt Hamburg. Während Werder Bremen nach 32 Runden Dritter ist und aktuell in der Relegation auf den Drittletzten der Bundesliga treffen würde, und der FCSP auf Rang fünf steht, scharrt die Mannschaft von HSV-Trainer Tim Walter als Vierter der Klassements (Stand: 1. Mai 2022) ordentlich mit den Hufen.

Rund um das Volksparkstadion ist nach den Siegen gegen Karlsruhe, Regensburg und zuletzt dem 4:0 gegen Ingolstadt, bei dem Sonny Kittel HSV-Transfergerüchte um ihn mit einem Treffer (vorerst) verstummen ließ, eine Aufstiegseuphorie ausgebrochen: Tim Walter und der HSV können das, was unmöglich schien, doch noch schaffen: die langersehnte Rückkehr ins deutsche Fußball-Oberhaus nach diversen Fehlversuchen. Doch ausgerechnet Jonas Boldt tritt auf die Bremse.

Fußballfunktionär:Jonas Boldt
Geboren:19. Januar 1982 (Alter: 40 Jahre) in Nürnberg
Position beim HSV:Sportvorstand
Vertrag beim HSV bis:30. Juni 2023

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt bemüht den Rechenschieber: „Mit zwei Siegen kann noch etwas gehen“

Was liegen da für ereignisreiche, energiegeladene und erfreuliche Wochen hinter dem HSV, bei dem sich Sportdirektor Michael Mutzel immer sicher war, dass „nichts einbricht“. Auf dem grünen Rasenviereck sah dies in der laufenden Saison das eine oder andere Mal anders auch – und das liegt auch noch gar nicht so lange zurück. Und nach Meinung der Kritiker unter anderem auch an Sonny Kittel – weil der zwischenzeitliche „Durchhänger“ des HSV-Mittelfeldspielers das Walter-Team gleich doppelt getroffen hat. Offenbar jedoch kommt der „Vorlagen-König“ der Zweiten Liga noch einmal wieder zurück in seine Topform. Ein Umstand, der auch HSV-Sportvorstand Jonas Boldt freuen dürfte – dennoch wird selbiger trotz allem Optimismus zum Mahner.

Im Hintergrund bejubeln die Spieler des HSV ihren Sieg gegen Ingolstadt. Im Vordergrund schaut HSV-Vorstand Jonas BOldt nachdenklich.
HSV-Sportvorstand Jonas Boldt (rechts) ist zwar nicht skeptisch, sondern glaubt an das Team von Trainer Tim Walter – doch er mahnt trotzdem dazu, realistisch zu bleiben. (24hamburg.de-Montage) © Jan Huebner/imago

„Mit zwei Segen“, so rechnet es der Sportvorstand, der vor ein paar Wochen ein Treuebekenntnis zum HSV abgegeben hat, am Tag nach dem Erfolg gegen Ingolstadt auf hsv.de vor, „kann noch etwas gehen.“ Damit liegt der HSV-„Chef-Mathematiker“, der mit HSV-Transfergerüchten um Stürmer Robert Glatzel leben muss, nicht verkehrt. Doch auch Jonas Boldt ist Realist genug, um zu wissen, dass der Klub aus Hamburg auch auf andere angewiesen ist. Denn wenn Schalke, Darmstadt und Bremen ebenso wie der HSV zwei Mal siegen, können sich die Kicker von Tim Walter recken und strecken, wie sie wollen – dann bleibt der Traum vom Aufstieg, an den auch Ex-HSV-Kapitän Gotoku Sakai glaubt, oder aber der Relegation nur ein Traum.

HSV im Aufstiegsrennen: Warum Sportvorstand Jonas Boldt zur Bodenhaftung mahnt – und trotzdem ans Walter-Team glaubt

„Die Saison ist noch nicht zu Ende. Das Wichtigste ist, dass die Jungs wollen. Sie stecken nicht auf und wehren sich“, greift Jonas Boldt in die Kiste mit dem üblichen Motivations-Jargon und kann in Sachen Planungen schon sicher sein, dass Giorgi Chakvetdaze in der nächsten Saison nicht mehr beim HSV spielt. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Noch weiter entfernt als die beiden letzten HSV-Saisonspiele gegen Hannover 96 und Hansa Rostock, wo Ex-HSV-Kicker Robin Meißner spielt. Dass der HSV sich wehre und nicht aufstecke, habe „auch mit der Spielidee zu tun. Wir wollten bewusst eine Basis haben, von der die Jungs überzeugt sind“, befindet Boldt auf der HSV-Homepage.

Die Saison ist noch nicht zu Ende. Das Wichtigste ist, dass die Jungs wollen. Sie stecken nicht auf und wehren sich.

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt

„Sie können sich nicht immer hinter dem Trainer verstecken, sondern müssen aus sich herauskommen“, fordert Vorstand Jonas Boldt, der mit dem Hinweis auf die erfolgreiche Spielphilosophie dem oft kritisierten HSV-Trainer Tim Walter den Rücken stärkt, für die noch verbleibenden beiden Saisonspiele des HSV. „Wir haben selbst mehrfach erlebt, wie eng es zur Sache gehen kann“, weiß Sportvorstand Jonas Boldt vor dem Endspurt auf der Zielgeraden der Saison und ergänzt: „Es gibt bei der Verrücktheit der Liga keine Garantien“

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Weder dafür, dass es klappt. Noch dafür, dass der Aufstieg abermals misslingt. Und so muss der Fußball-Norden – und mit ihm der HSV – abwarten. Warten, zittern und hoffen.

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