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Keine Sitzplatzreservierung im Flugzeug: Airline trennt 3-jähriges Mädchen von Mutter

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Von: Franziska Kaindl

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Immer mehr Airlines machen die Sitzplatzreservierung an Bord kostenpflichtig – selbst für Familien. Eine Mutter wurde in den USA daher von ihrer Tochter getrennt.

„Wenn ich mein Kind mehrere Stunden lang an einem öffentlichen Ort bei Fremden lassen würde, würde ich wahrscheinlich dem Jugendamt und der Polizei gemeldet werden. Warum ist das in einem Flugzeug also ein Kavaliersdelikt?“, schreibt Jennifer Keller in einem Beitrag auf dem englischsprachigen Online-Portal Insider. Gemeint ist die Tatsache, dass es bei vielen Airlines mittlerweile üblich ist, dass Passagiere – inklusive Familien – eine Gebühr zahlen müssen, um Sitzplätze nebeneinander zu erhalten. Weil sie sich diese zusätzlichen Kosten nicht leisten konnte, versuchte die Mutter auf anderem Weg neben ihrer Tochter im Flugzeug sitzen zu dürfen – ohne Erfolg.

Von Tochter getrennt: Mutter beklagt fehlende Unterstützung bei Sitzplatzzuweisung

Zugetragen hat sich die Geschichte in den USA: Nach einem Aufenthalt im Bundesstaat Delaware sollte es für Keller und ihre 3-jährige Tochter wieder nach Hause gehen. Bereits im Vorfeld versuchte die Mutter, die Sitzplatzzuweisung online anzupassen, was nicht funktionierte. Der Kundendienst der Airline verwies sie weiter an die Mitarbeiter am Gate. Und auch dort konnte man ihr nicht helfen: Man habe niemanden in der Sitzreihe dazu bewegen können, die Plätze zu wechseln und riet der Mutter, an Bord selbst ihr Glück zu versuchen. „Wir bestiegen das Flugzeug. Als wir in die Reihe meiner Tochter kamen und sie begriff, was los war, brach sie in Tränen aus“, schreibt Keller in ihrem Beitrag auf Insider. Ein Passagier hätte daraufhin entnervt reagiert und doch noch seinen Sitzplatz freigegeben. Für die Mutter ergab sich aber die Frage: Warum hält niemand die Airlines davon ab, Familien zu trennen?

Kinderfüße auf einem Sitz im Flugzeug.
Einem Mädchen wurde ein Sitzplatz in einer anderen Reihe als ihrer Mutter zugeteilt. (Symbolbild) © Imago

Das US-Verkehrsministerium ist sich des Problems bewusst. Im Juli forderte es daher die Fluggesellschaften auf, innerhalb von vier Monaten eine Richtlinie für die Sitzplatzauswahl von Familien einzuführen – viele Airlines würden diese Frist allerdings verfallen lassen, so Keller. Das Verkehrsministerium gibt außerdem Tipps, wie Eltern dafür sorgen können, neben ihren Kleinen sitzen zu dürfen. Ein Vorschlag: Eine höhere Sitzklasse buchen. „Für mich ist das ein falscher Rat“, schreibt Keller. „In meinem Fall war ich eine ziemlich blanke Mutter, die versuchte, nach der Impfung meines Mädchens eine Reise zusammenzukratzen; es hieß Economy oder nichts.“

Fluggesellschaften regeln selbst, ob Familien für eine Sitzplatzreservierung bezahlen müssen

Tatsächlich gibt es aber auch in Europa kein Gesetz, das vorschreibt, dass Erwachsene während eines Fluges mit ihren Kindern zusammensitzen, wie das Fluggastrechteportal Airhelp informiert. In den meisten Fällen könnten Familien ohne zusätzliche Kosten Sitzplätze nebeneinander buchen. Das ist aber von Airline zu Airline anders geregelt.

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Die Lufthansa rät Familien zum Beispiel, bei einem Langstreckenflug kostenpflichtig eine Sitzplatzreservierung vorzunehmen – eine Ausnahme scheint es nicht zu geben. Bei Ryanair können Eltern pro einem Erwachsenen, der für eine Sitzplatzreservierung bezahlt, für maximal vier Kinder eine kostenlose Sitzplatzzuweisung vornehmen. Easyjet empfiehlt, dass Eltern bei der Buchung die Anzahl der Kinder und Kleinkinder sowie deren Alter angibt. Dann würde das Sitzplatzsystem versuchen, Familien zusammenzusetzen. Wichtig sei allerdings, dass die Eltern frühest möglich einen Check-in vornehmen – der Zeitraum beginnt 30 Tage vor dem Flug. Ansonsten könnten nicht genügend Sitze verfügbar sein.

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