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Vierte Corona-Impfung: Wie lange Sie nach dem erneuten Booster geschützt sind

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Von: Juliane Gutmann

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Gesundheitsminister Karl Lauterbach empfiehlt allen die vierte Corona-Impfung, also den zweiten Booster. Die STIKO ist da zurückhaltender.

In den meisten Fällen nimmt Corona einen milden Verlauf. Doch auch schwere Krankheitsfälle sind möglich. Um die Gefahr einer Krankenhauseinweisung oder der Entstehung von Long Covid zu minimieren, empfehlen Gesundheitsbehörden eine Corona-Impfung. Rund zwei Jahre nach Beginn der Pandemie geht die Impfkampagne bereits in die dritte beziehungsweise vierte Runde. Denn nach der Booster-Impfung im Winter/Frühjahr 2021/22 lassen viele Menschen bereits zum zweiten Mal ihren Impfschutz auffrischen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt den zweiten Booster mit einem mRNA-Impfstoff folgenden Personengruppen:

Türe einer Arztpraxis – darauf steht „keine Sprechzeiten wegen Quarantäne“
Im Herbst und Winter könnten die Corona-Inzidenzen wieder steigen. Eine Impfung schützt vor schweren Covid-19-Verläufen. © Sascha Steinach/Imago

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Impfschutz hängt stark vom Geimpften ab – Alter und Immunschwäche nehmen Einfluss

Doch wie lange hält der Impfschutz nach der zweiten Auffrischimpfung an? Der tatsächliche Impfschutz nach einer Immunisierung hängt stark vom Geimpften ab. So geht die STIKO davon aus, dass einige Menschen trotz vollständiger Impfung keinen wirksamen Immunschutz aufbauen. Immungeschwächte Personen, aber auch ältere Menschen seien besonders gefährdet, so die STIKO. Und auch bei gesunden Erwachsenen kann keine allgemeingültige Aussage getroffen werden, wie lange der Impfschutz nach der Immunisierung anhält. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert, dass die Impfstoffe von Biontech/Pfizer sowie Moderna nach zwei bis vier Monaten noch zu 85 Prozent vor einer Corona-Infektion schützen.

Wie die Tagesschau informiert, nehme der Impfschutz nach der dritten Impfung zwar in den Folgewochen ab. Doch eine US-amerikanische Studie zeige, dass der Schutz vor Hospitalisierung zwei Monate nach der dritten Impfung bei 91 Prozent liegt. Nach vier Monaten waren es noch 78 Prozent, heißt es weiter. Der Schutz vor Ansteckung sei jedoch sowohl bei dreifach Geimpften als auch bei vierfach Geimpften eher gering und halte nicht besonders lange, zitiert die Tagesschau Andreas Radbruch vom Rheuma-Forschungszentrum Berlin.

Umfrage zum Thema Corona-Impfung

Keine offizielle Empfehlung für vierte Auffrischimpfung für gesunde Erwachsene unter 60

Die aktuelle Datenlage lässt einige Mediziner darauf schließen, dass die Grundimmunisierung und eine Auffrischimpfung mit den bislang zugelassenen Corona-Impfstoffen bei Menschen mit gesundem Immunsystem ausreichen, um einen langfristig guten Schutz vor schweren Corona-Verläufen aufzubauen. Da noch nicht klar ist, ob und welchen Nutzen die zweite Auffrischimpfung für gesunde Erwachsene hat, wird diese aktuell von der STIKO nicht offiziell allen Altersgruppen empfohlen.

Das Robert Koch-Institut informiert zum Thema Auffrischimpfung: „Nach einer Auffrischimpfung ist der Schutz vor schweren Erkrankungen erneut hoch. Die hohe Schutzwirkung gegenüber schweren Infektionen bleibt aber über mindestens 6 Monate nach der Auffrischimpfung bestehen. Eine 2. Auffrischimpfung führt zu einer erneuten Verbesserung der Wirksamkeit“. Genaue Zeitangaben zur Dauer des Immunschutzes fehlen. Auch die Hersteller wie Biontech und Moderna veröffentlichten bislang keine Informationen darüber, wie lange man nach zweiter Auffrischimpfung Corona-Schutz genießt.

Prof. Dr. Andreas Radbruch, wissenschaftlicher Direktor am Rheuma-Forschungszentrum Berlin, fasst die bisherige Datenlage dem Sciencemediacenter zufolge so zusammen: „Die Bilanz der bisher durchgeführten vierten Impfung ist ernüchternd. Sie deutet darauf hin, dass drei Impfungen reichen, um ein stabiles immunologisches Gedächtnis gegen SARS-CoV-2 und seine Varianten aufzubauen. Es schützt uns langfristig gegen schwere Erkrankung und Tod, aber leider nicht vor Ansteckung“.

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