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Expertin klärt auf: Wenn Kinder ihre Eltern schlagen, liegt es an der Erziehung

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Von: Jasmin Farah

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Ein Phänomen, über das man nicht gerne spricht: häusliche Gewalt. Wenn es die Kleinsten sind, die dazu neigen, wird es schwierig. So verhindern Sie es.

Sie beißen, schlagen und toben: Es gibt Erwachsene, die sich gegen ihre Kinder zur Wehr setzen müssen. Andersherum wird allerdings öfter darüber berichtet, wenn Eltern ihre Kinder schlagen. Doch wird ein Elternteil körperlich missbraucht, muss man sich doch zu helfen wissen, oder? Das ist zumindest die landläufige Meinung.

Expertin klärt auf: Wenn Kinder ihre Eltern schlagen, liegt es an der Erziehung

Fakt ist aber auch, dass, wenn Jungen und Mädchen älter, größer und stärker werden, manche Mütter und Väter den körperlichen Angriffen wenig entgegensetzen können. Allerdings sind es nicht wenige, die das im täglichen Leben erleben. Experten schätzen, dass in etwa zehn bis 16 Prozent der Familien Kinder Gewalt gegen ihre Familien anwenden. Doch was sagen Psychologen zu solchen Gewaltausbrüchen?

Zu streng oder zu lasch? Bei der Kindererziehung die richtige Balance zu finden, ist nicht leicht.
Zu streng oder zu lasch? Bei der Kindererziehung die richtige Balance zu finden, ist nicht leicht. (Symbolbild) © IMAGO / Shotshop

Oftmals passiert das nicht von einem Tag auf den anderen. Stattdessen ist es eine Abwärtsspirale. Es beginnt meist damit, dass die Kinder ihren Eltern auf der Nase herumtanzen. Sie nehmen sie nicht ernst, halten sich nicht an Regeln und beleidigen sogar ihre Mutter und/oder Vater. Können Elternteile diesem Verhalten nicht Paroli bieten, loten die Sprösslinge immer weiter ihre Grenzen aus. Sie verlieren zunehmend den Respekt vor ihrem Erziehungsberechtigten, was schließlich in offener Gewalt enden kann.

Expertin klärt auf: Kinder brauchen Regeln und Grenzen

Wie die Pädagogin Birgit Kärgel gegenüber dem Stern berichtet, ist ein weiteres Problem der heutige Erziehungsstil. Während frühere Generationen noch sehr streng bis autoritär erzogen worden sind, wollen Eltern heutzutage alles richtig machen und ihrem Nachwuchs (viele) Freiheiten lassen. Doch wer zu lasch ist und ständig nachgibt, bekommt dafür die Quittung. Denn Kinder brauchen schon von früh auf Regeln und jemanden, der ihnen die Richtung zeigt. Erst dann können sie lernen, sich selbst Grenzen zu setzen und jemand anderem den Weg zu weisen. Was aber tun, wenn es schon zum Äußersten gekommen ist?

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Betroffene müssen sich eingestehen, dass sie ein familiäres Problem haben bzw. mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind. Es ist ratsam, offen darüber zu sprechen. Das geht zum Beispiel mit Psychologen oder man wendet sich an Beratungsstellen. Zudem können sich Betroffene bei der „Nummer gegen Kummer“ beim Landesverband des Deutschen Kinderschutzbundes in Hamburg melden, ihre Situation schildern und Hilfe in Anspruch nehmen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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