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Geheime Bewohner des Wattenmeers – Funde geben Rätsel auf

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Von: Bona Hyun

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Das Wattenmeer hält eine vielseitige Artenvielfalt für Strandgäste bereit. Und immer wieder werden Tiere gesichtet, die in der Nordsee gar nicht heimisch sind.

Husum – Im Wattenmeer leben mehr als 10.000 Arten und einige von ihnen erfreuen sich besonders großer Aufmerksamkeit. Viele von Tiere sind nämlich gar nicht im Wattenmeer heimisch und werden trotzdem vermehrt gesichtet. Strandgäste staunten nicht schlecht über seltene Funde an der Nordseeküste und stoßen beim Spaziergang nicht nur auf rätselhafte Tierarten, sondern auch auf ein Schiffswrack mitten in der Nordsee*. Neben den besonderen Entdeckungen sorgte ein ungewöhnliches Kunststück an der Nordsee für empörten Aufruhr: Eine obszöne Statue auf Dangas entsetzte die Urlauber*.

Eine im Wirkungsbereich der Gezeiten liegende Landschaft:Wattenmeer der Nordsee
Fläche:14.900 Quadratkilometer
Inseln:Terschelling, Schiermonnikoog, Bosch

Wattenmeer: Seltene Tiere sichtbar – von Walross bis Mondfisch

Im Wattenmeer fühlen sich viele Tierarten heimisch und über die Jahre hinweg haben sich einige von ihnen dauerhaft dort angesiedelt. Besucher und Forscher entdeckten sogar seltene Tiere, die große Aufmerksamkeit erregten – und Rätsel aufgeben. Gäste hatten besorgt auf die Entwicklung geblickt, da sich auf Nordseeinseln wie Sylt die Corona-Lage zuspitzte* und einige Aktivitäten eingeschränkt wurden. Neuerdings lockten tierische Funde die Touristen an. Kleinere, wirbellose Tiere lassen sich einfach am Wegesrand entdecken – wie auch ungewöhnliche Lebewesen, die im Wattenmeer eigentlich nicht zu Hause sind.

Walrosse liegt an der Sandbank
Die erste Walross-Dame wurde vor mehr als 20 Jahren entdeckt. Sichtungen gab es ebenfalls 1960, 1983 und 1998. (Symbolbild) © Bärbel Nannen/dpa

Die jüngsten Funde reichen dabei von Walrössern bis hin zu seltenen Exemplaren wie der Rochen und Mondfische. Vor mehr als 20 Jahren wurde erstmals ein Walross an den Nordseeinseln entdeckt. Dem Experten für Biodiversität, Benedikt Wiggering, zufolge sei es wohl selber an die Küste geschwommen. Sowas komme zwar selten, aber regelmäßig vor. Wirklich heimisch seien die Walrosse nie gewesen, denn die Tiere leben eigentlich um den Nordpol, so Wiggering.

Mondfische und Rochen: 2022 gab es viele ungewöhnliche Funde

Auch exotische Tiere wie der Mondfisch wurde von Strandspaziergängern zu Jahresbeginn gesichtet. Der Fund auf Juist war gerade mal 80 Zentimeter klein und wurde leblos an die Küste gespült. In der Regel werden die Fische bis zu drei Meter lang. Im Herbst seien sie wegen der milden Temperaturen auch in der Deutschen Bucht zu finden. Kalte Wassertemperaturen von unter sechs Grad überleben die Fische nicht. Einige scheitern daher, rechtzeitig ins warme Gebiet zurückzuschwimmen.

Ein Mondfisch wurde an die Küste gespült
Ein Mondfisch wurde in Juist von Spaziergängern entdeckt. © Markus Großewinkelmann/dpa

Äußerst selten kommen Sternrochen vor, die zuletzt Anfang Januar am Strand von Baltrum entdeckt wurden. Ihre eigentlichen Lebensräume sind die mittlere und tiefe Nordsee. In den vergangenen Jahren wurden auch Eikapseln von Rochen im Watt um Baltrum gefunden. Nach Angaben des Baltrumer Nationalparkhauses könnte diese Sichtung bedeuten, dass Rochen sich in der südlichen Nordsee ansiedeln und fortpflanzen.

Ein Sternrochen wurde an die Küste gespült
Sternrochen sind äußerst selten – zuletzt am Strand von Baltrum. © Catharina Zech/dpa

Funde im Wattenmeer: Seepferdchen vermehrt gesichtet

Seepferdchen waren in der Nordsee lange Zeit eine Seltenheit, doch das Oldenburger Landesmuseum und die Nationalparkhäuser riefen nun dazu auf, die Funde im Wattenmeer zu melden. Von November 2021 bis Ende Februar wurden alleine 24 Funde gemeldet. Der Grund: Die Funde von Seepferdchen vermehrten sich bereits seit einiger Zeit – zuletzt Mitte Januar. Ihre Vorkommen sollen jetzt weiter untersucht werden.

Seepferdchen auf einer Hand
Seepferdchen wurden immer häufiger gesichtet – sie galten lange als eine Seltenheit in der Nordsee. © Peter Kuchenbuch-Hanken/dpa

Lange Zeit galten sie als nahezu ausgestorben, denn 1930 vernichtete eine Pilzinfektion viele Seegraswiesen und somit auch den Lebensraum der Tiere. Forscher des Typen-Instituts für Seefischerei wollen die Vorkommen der Funde untersuchen. Sie vermuten, dass die Tiere aus den Niederlanden an die Ostfriesischen Inseln gespült wurden.

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Seltene Gäste an der Nordküste – Ursache über Aufenthalt unklar

In einigen Fällen sei es unerforscht, was die Lebewesen an die Küste treibe. Dabei sei es von „Fall zu Fall unterschiedlich“, ob die Lebewesen sich im Wattenmeer verirrt haben oder dort langfristig sesshaft werden. „Die am Strand angetriebenen Tiere sind oft solche, die im Meer verendet sind und dann angespült werden“, sagte Wiggering der DPA. Es gebe allerdings immer mal wieder ungewöhnliche Gäste im Wattenmeer, die sich in Bereichen außerhalb ihres Lebensraums aufhalten. Ein Ausflug ins Wattenmeer und lohnt sich allemal – für alle Sylt-Interessierte gibt es bald eine Direktverbindung: Für Sylt-Urlauber fliegt Sylt Air nach Westerland*. Auf Sylt findet auch das Osterfeuer 2022 statt*, denn kurz vor Beginn der Osterferien wurden in Schleswig-Holstein fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. (mit dpa) *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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