An der Nordseeküste

Wattenmeer-Drama: Frau steckt im Schlamm – dann kommt Flut

  • Johannes Nuß
    vonJohannes Nuß
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Rettungseinsatz im Wattenmeer: Vor der Küste Büsums bleibt eine Frau im Schlick stecken und bringt sich in Lebensgefahr. Die Feuerwehr rückt kurz vor Flut aus.

Büsum – Großeinsatz vor der Küste Büsums (Schleswig-Holstein, Landkreis Dithmarschen): Ein ganzes Heer an Helfern rückt am Montagnachmittag, 8. März 2021, gegen 15 Uhr aus, um eine Frau aus dem Watt zu retten. Sie ist bis zu den Knien im Schlick versunken, eine Rettung aus eigener Kraft scheint nahezu unmöglich. 

Gemeinde in Deutschland:Büsum (Landkreis Dithmarschen)
Fläche:8,48 Quadratkilometer
Bevölkerung4907 (31. Dez. 2019)
Bürgermeister:Hans-Jürgen Lütje (parteilos)

Im Schlick vor Büsum versunken: Frau ruft Retter per Mobiltelefon

„Jede Bewegung sorgt dann für ein noch tieferes Einsinken. Zusätzlich entsteht ein Unterdruck, der den Körper regelrecht ansaugt“, sagte Gerald Warner, stellvertretender Wehrführer der Feuerwehr Büsum. Die Frau hatte noch selber per Mobiltelefon den Notruf abgesetzt.

Mit einem Amphibienfahrzeug musste die Freiwillige Feuerwehr Büsum anrücken, um eine Frau aus dem Schlick zu befreien. (24hamburg.de-Montage)

Eile war geboten, denn die Flut war im Anmarsch und der Unglücksort befand sich direkt am Wasser an einem Priellauf – ähnlich wie bei einem Unfall im Wattenmeer vor Cuxhaven im Sommer 2019, über den nordbuzz.de* berichtete. Die Büsumer Feuerwehr war als Erstes vor Ort und fuhr mit einem Amphibienfahrzeug zur Einsatzstelle.

Einigen Feuerwehrleuten gelang es, unter zur Hilfenahme einer sogenannten Wattrettungs-Luftspüllanze die Beine der Frau zu befreien. „Das vor einigen Jahren selbstgebaute Druckluftsystem erwies sich wieder einmal als äußerst effizient“, berichteten die Feuerwehrleute in einer Mitteilung.

Knietief im Schlick: Mit Luftdruck aus dem Watt befreit

Die Luftdrucklanze ist ein selbst gebautes Hilfsmittel der Feuerwehr. Dabei wird ein langes Stahlrohr neben den Hilfesuchenden ins Watt gesteckt und schließlich Luft hineingepumpt. So wird der Unterdruck aufgehoben, und gleichzeitig hilft der Luftauftrieb bei der Befreiung, wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur erklärte.

In der Saison müsse die Feuerwehr recht häufig wegen im Schlamm gefangener Wattwanderer ausrücken. Erst vergangenen Herbst war es zu einem tragischen Unfall im Wattenmeer vor Cuxhaven gekommen.

Mit insgesamt 16 Einsatzkräften war die Freiwillige Feuerwehr Büsum im Einsatz. Mit einem Amphibienfahrzeug gelangten die Retter zur Unglücksstelle. (24hamburg.de-Montage)

Rettung in letzter Sekunde: Feuerwehr übergibt Frau an Rettungsdienst

Mit dem Amphibienfahrzeug konnten Personal und Ausrüstung vom Deich aus zügig bis zur Wasserkante gebracht werden. Auch die gerettete Frau wurde schließlich mit dem Mobil wieder zurück an Land gebracht. Dort wurde sie von der Feuerwehr an den Rettungsdienst übergeben.

Die Feuerwehr Büsum war mit 16 Einsatzkräften beteiligt. Darüber hinaus war die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), Rettungsdienst, ein Hubschrauber und die Tauchergruppe der Feuerwehr Itzehoe im Einsatz. Des Weiteren waren zwei Rettungswagen, ein Notarzt und die Polizei vor Ort. * 24hamburg.de und nordbuzz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Paul Zinken, dpa & Feuerwehr Büsum

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