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Vater wegen Tod seines Säuglings auf Sylt vor Gericht

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Ein Luftbild von einer Insel mit langem Sandstrand. Auch die Insel Sylt verändert sich durch den Klimawandel – in der Nordsee breiten sich eingeschleppte Arten aus.
Wegen des Verdachts auf Totschlag seines vier Monate alten Sohnes auf Sylt muss sich seit Dienstag ein Mann vor dem Landgericht Flensburg verantworten. © C.Kaiser/imago

Nach dem Tod seines Sohnes muss sich ein Mann vor dem Landgericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, das Kind zu Tode geschüttelt zu haben.

Flensburg – Wegen des Verdachts auf Totschlag seines vier Monate alten Sohnes muss sich seit Dienstag ein Mann vor dem Landgericht Flensburg verantworten. Der 52-Jährige machte zu Prozessbeginn keine Angaben zu den Vorwürfen, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag, 3. Januar 2023, sagte. Ihm wird vorgeworfen, den Säugling geschüttelt und dadurch tödliche Verletzungen verursacht zu haben. Die Tat soll sich zwischen dem 4. und 6. September 2016 in Westerland auf Sylt ereignet haben. Der Junge war am 6. September 2016 gestorben.

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Säugling zu Tode geschüttelt: Prozess startet in Flensburg

Am ersten Verhandlungstag befragte das Gericht mehrere Zeugen, darunter die Mutter des Kindes. Die Frau gab ab, während des Vorfalls nicht zu Hause gewesen zu sein, wie der Sprecher sagte. Sie habe sich von dem Angeklagten getrennt, nachdem sie von dem Vorfall Kenntnis erhalten hatte. Später seien sie wieder zusammengekommen. Das Paar habe auch ein zweites Kind bekommen, sei mittlerweile aber wieder getrennt. Ebenfalls hörte das Landgericht einen Polizisten. Der Beamte gab an, nicht mehr über starke Erinnerungen an das Geschehen im Jahr 2016 zu verfügen, wie der Gerichtssprecher sagte.

Vater vor Gericht: Sohn auf Sylt zu Tode geschüttelt?

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Der Polizist sagte aus, in der Wohnung und auch bei der Leichenschau gewesen zu sein. Das Kind habe einen Schienbeinbruch und Hämatome aufgewiesen. Der Angeklagte habe im Rahmen der Leichenschau ausgesagt, sein Sohn habe sich verschluckt und Milch sowie Schmerzmittel wieder ausgespuckt. Danach habe die Atmung ausgesetzt. Der Angeklagte wurde im Juli in Polen festgenommen. Der Haftbefehl wurde im März erlassen, weil dem Angeklagten Ladungen unter seiner Anschrift in Polen nicht mehr zugestellt werden konnten. Für den 10. Januar ist ein weiterer Verhandlungstermin geplant. (dpa)

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