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Drogenplantage im Urlaubsparadies Sylt – Polizei fahndet nach Tätern

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Von: Dagmar Schlenz

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In einem Waldstück auf der Nordseeinsel Sylt hat die Polizei eine geheime Plantage mit Cannabispflanzen ausgehoben. Die Suche nach den Tätern läuft.

Sylt – Eine ungewöhnliche Entdeckung machten Jäger in einem kleinen Waldstück zwischen Westerland und Rantum auf der Nordseeinsel Sylt. Zwischen Farn und anderen typischen Waldgewächsen stießen sie am Samstag, 19. November 2022, auf einige Cannabis-Pflanzen. Sie informierten die Polizei, die sofort anrückte, um die illegal angebauten Pflanzen zu entfernen und sicherzustellen. Nach den Anlegern der Drogen-Plantage auf der Promi-Insel Sylt wird nun gefahndet.

Name:Sylt (friesisch Söl, dänisch Sild)
Kreis:Nordfriesland
Fläche:99,14 km²
Einwohner:18.118 (2019) – 183 Einwohner/km²

Drogenfund auf Sylt: Polizei hebt Cannabis-Plantage aus

Am 19. November 2022 gegen 19:00 Uhr rückte die Polizei an, um die südlich von Westerland im Unterholz versteckte Cannabis-Plantage auszuheben. Die Pflanzen wuchsen bis dahin unentdeckt in einem kleinen Waldstück an der Landesstraße L24 zwischen Westerland und Rantum, in dem sich auch ein Naturkindergarten befindet. Einsatzkräfte entfernten die Cannabis-Pflanzen und transportierten sie in blauen Müllsäcken ab.

Laut einer Sprecherin der für den Kreis Nordfriesland – und damit auch für Sylt – zuständigen Polizeidirektion Flensburg soll es sich um eine eher kleine Plantage mit etwa 25 Pflanzen gehandelt haben. Sichergestellt wurden außerdem große Umschläge und mehrere Flaschen mit einer bisher unbekannten Flüssigkeit. Bei dem Polizeieinsatz am Samstagabend war auch die Feuerwehr vor Ort, die das Waldstück großflächig ausleuchtete. Die L24 zwischen Westerland und Rantum musste während der Aktion für mehrere Stunden voll gesperrt werden.

Ein Strand mit Strandkörben an der Nordsee, daneben ein Bild mit Cannabis-Pflanzen. Auf der Nordseeinsel Sylt wurde eine Cannabis-Plantage ausgehoben.
Auf der Nordseeinsel Sylt wurde eine Cannabis-Plantage ausgehoben. (24hamburg-Montage) © Dagmar Schlenz/Joerg Boethling/imago

Wer baute auf Sylt Drogen im Wald an? Ermittlungen laufen

Zwar sollen der Konsum und auch der Anbau von Cannabis in Deutschland bald legal werden, doch noch gilt der Anbau des Hanfgewächses Cannabis als Straftat. Daher wird Anzeige gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz (BTMG) erstattet, so die Sprecherin der Polizeidirektion Flensburg. Ob man den oder die Täter überhaupt kriegen werde, sei schwer zu sagen. Offenbar wurden am Fundort aber Hinweise sichergestellt, denen die Polizei jetzt nachgeht.

Details zu den Spuren am Tatort wurden aus ermittlungstechnischen Gründen bisher nicht genannt. Auch zum Wert der Drogen, dem sogenannten Straßenverkaufswert, könne man sich bisher nicht äußern. „Die beschlagnahmten Pflanzen werden nun erst einmal getrocknet, abgewogen und dann schauen wir mal, wie viel am Ende an Drogen übrig bleibt“, erklärte Polizeisprecherin Sandra Otte. Einige der Pflanzen seien bereits vergammelt.

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Geheime Drogenplantagen in Norddeutschland sind keine Seltenheit

Die Urlaubsinsel Sylt ist zwar ein beliebter Drehort für Filme und Krimis, doch die Plantage im Wald stand in keinem Drehbuch. Die Polizeidirektion Flensburg spricht von einem „Zufallsfund des Tippgebers“. Während sich Gäste und Einheimische am Wochenende auf den ersten Weihnachtsmärkten auf Sylt einen Glühwein genehmigten, waren in dem Waldstück bei Westerland Jäger auf der Pirsch – und fanden die verdächtigen Pflanzen.

Dass Naturliebhaber bei einem Streifzug durchs Grüne zufällig auf Cannabis-Pflanzen stoßen, kommt häufiger vor als man denkt. Erst Anfang Oktober 2022 entdeckten Spaziergänger am Elbdeich eine Drogenplantage und riefen die Polizei. Die alarmierten Beamten stellten daraufhin auf einem Spülfeld am Moorburger Elbdeich in Hamburg rund 200 Cannabispflanzen sicher.

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