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„Total normal“: Sylter Bürgermeister nimmt Punk-Situation gelassen

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Von: Bona Hyun

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Bürgermeister Häckel hat Positives über die Punks zu sagen und zeigt sich sogar solidarisch. Die Situation auf Sylt sei inzwischen friedlicher.

Sylt – Seit Wochen wird die Promi-Insel belagert: Dank des 9-Euro-Tickets entern Punks die Insel und griffen sogar einen Restaurant-Mitarbeiter an – Maßnahmen waren erforderlich, um noch mehr Chaos vorzubeugen. Seit Pfingsten nahm der Reise-Ansturm auf die Insel zu und immer mehr leidet Sylt unter dem Andrang der Punks. Bislang waren viele Reaktion gegenüber der Personengruppe verhaltend bis abweisend, doch der Sylter Bürgermeister Nikolas Häckel (parteilos) zeigt sich den Punks gegenüber solidarisch. Provoziert fühle er sich nicht – im Gegenteil, der Großteil der Gruppe verhalte sich seiner Meinung nach friedlich.

Friesischen Inseln in der NordseeSylt
Fläche:99,14 Quadratkilometer
Bevölkerung:15.169 (2012)
Breite:12,6 Kilometer

Sylt Punks: Bürgermeister äußert sich positiv über Gäste auf der Insel: „Das ist total normal“

Auf der beliebten Urlaubsinsel Sylt hat sich die Situation mittlerweile beruhigt. Bürgermeister Häckel beobachtet mittlerweile eine gelassene und friedliche Stimmung. Andere Passanten würden inzwischen die Cafés und Restaurants nahe der „Dicken Wilhelmine“ füllen, wo sich viele Punks niederlassen. Um die Brunnenfigur stand bis vor kurzem noch ein Zaun als Maßnahme gegen die Punks. Nach massiver Kritik am gebauten Zaun auf Sylt gegen die Punks wurde er wieder abgebaut. Vor kurzem gab es zudem eine Forderung für Sauf-Tourtisen auf Sylt eine Partyzone einzurichten. Doch Häckel verwarf den Vorschlag, da es bereits eine Partyzone solcher Art am südlichen Strandabschnitt von Westerland gebe.

Punks auf Sylt sitzen auf dem Boden und der Syllter Bürgermeister Nikolas Häckel
Punks belagern seit Wochen die beliebte Insel Sylt. Bürgermeister Nikolas Häckel ist gelassen und äußert sich positiv über die meisten Punks. (24hamburg.de Montage) © Eibner-Pressefoto/imago/ Lea Sarah Pischel/imago

Sylt Punks: „Sind eine Gemeinschaft“ – Bürgermeister solidarisch gegenüber 9-Euro-Ticket-Besuchern

Generell nimmt Häckel die Situation auf der Insel gelassener, als Immobilienunternehmer oder Betreiber aus der Gastronomie. Es gebe unter den Punks wenige Ausreißer, die sich daneben benehmen würden. „Die Gruppe ist generell sehr friedlich“, sagte er dem Hamburger Abendblatt. Die Punks hätten selber mitgeteilt, dass die schlimmen Rabauken unter ihnen bereits abgereist seien.

Sollte es Handlungsbedarf geben, wolle er vorerst mit den „Herrschaften reden“. Schließlich wollen sie ja selber keine Eskalation, so Häckel gegenüber dem Abendblatt. Er fände es „total normal“, dass es in allen Städten Punks gebe. Vor allem möchte er auch den Gästen der Insel zeigen, dass sie alle „eine Gesellschaft, eine Gemeinschaft sind“. Von den Punks fühle er sich nicht provoziert.

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Punks schlafen am Strand und laufen oberkörperfrei herum – Bürgermeister schreitet nicht ein

Viele Punks ziehen ihre Oberteile in der Stadt aus oder schlafen am Strand. Häckel sieht bei beiden Anliegen keinen Grund, aktiv zu werden. Zwar sei das Schlafen am Strand nicht erlaubt, doch einschreiten wolle er trotzdem nicht. Vorausgesetzt, die Person schläft artig im Strandkorb. Dass die Punks sich mit nacktem Oberkörper in der Stadt aufhalten, sei für ihn ebenfalls kein Störfaktor. Anders sehe es natürlich aus bei Schlägereien, dann müsste auch die Polizei zur Stelle sein.

Sylter Bürgermeister verteidigt Abbau des Zauns gegen Punks

Häckel zufolge sei das Ziel des Zauns erreicht worden. Er würde allerdings zurückkommen, sollte er gebraucht werden. Da die Botschaft bei den Punks angekommen sei, sieht Häckel in der Hinsicht ein Win-Win-Ergebnis. „Sie wollen uns nichts Böses, sie wollen ein bisschen provozieren und jeder muss sich überlegen, wann springt er auf eine Provokation an und wann nicht“, sagte Häckel dem Abendblatt. Die Situation mit den Punks müsse man im Blick behalten – angekündigt sind bereits weitere Chaostage auf Sylt für Mitte Juli.

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