Aufatmen im Zoo

Coronavirus-Notschlachtungen in letzter Sekunde verhindert: Tiere in Neumünster gerettet

  • Johannes Rosenburg
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Keine Besucher, keine Einnahmen, aber die Tiere müssen weiter versorgt werden – vor diesem Problem stand der Tierpark Neumünster. Aus diesem Grund hatte der Park sogar schon Notschlachtungspläne erarbeitet. Nun wurde der Tierpark wieder eröffnet und erhält zudem einen finanziellen Zuschuss.

Umweltminister Jan Philipp Albrecht und Verena Kaspari, Zoodirektorin des Tierparks Neumünster, öffnen gemeinsam, anlässlich der Wiedereröffnung des Tierparks, das Tor für die Besucher.
  • Tierpark Neumünster wurde von Umweltminister Jan Philipp Albrecht wiedereröffnet.
  • Die Wiedereröffnung sei eine wichtige Lockerung für den Park und Familien.
  • Fünf Millionen Euro Förderprogramm für Tier- und Wildparks eingerichtet.

Neumünster – Die wegen der Coronavirus-Sars-CoV-2-Pandemie zuletzt geschlossenen Tier- und Wildparks in Schleswig-Holstein sind seit Montag, den 20. April 2020, wieder geöffnet, darunter auch der Tierpark Neumünster (nördlich von Hamburg). Dieser hatte Schlagzeilen gemacht, als er bekannt gab Notschlachtungspläne für seine Tiere vorbereitet zu haben. Umweltminister Jan Philipp Albrecht sagte bei der symbolischen Wiedereröffnung des Tierparks Neumünster: „Ich freue mich, dass es gelungen ist, die Tierparks unter den strengen Hygiene-Auflagen und Abstandsregeln wieder zu öffnen“.

Wichtige Lockerungen der Coronavirus-Maßnahmen in Norddeutschland

„Das ist sowohl für die Parks enorm wichtig, die ansonsten vor existenziellen Nöten stünden. Und auf der anderen Seite gibt es die Möglichkeit, so gerade für Familien auch tatsächlich einmal rauszukommen aus dem schwierigen Homeoffice und der Situation zuhause“, sagte Albrecht. Dies sei eine der wichtigen Lockerungen der Coronavirus-Maßnahmen – „bei aller notwendigen Restriktion, die wir immer noch vor uns haben“.

Coronavirus-Krise-Förderprogramm soll Zoos und Tiere retten

Albrecht verwies außerdem auf ein spezielles Förderprogramm des Landes für Einrichtungen im Umwelt- und Naturschutzbereich in Höhe von fünf Millionen Euro, das auch für Tierparks gilt. Das Programm sei jetzt auf den Weg gebracht worden, „damit gerade dort, wo eben nicht große Gewinne erzielt werden, dann auch trotzdem der Weiterbetrieb organisiert werden kann und kein Tierpark zumachen muss und auch ansonsten keine Einschränkungen vorgenommen werden müssen.“

Den Einrichtungen sollte noch am Montag das Antragsformular mit Erläuterungen zugeleitet werden. Die Soforthilfe des Ministeriums wird für maximal drei Monate als Zuschuss gewährt, der nicht zurückgezahlt werden muss. Anträge müssen bis spätestens 31. Mai gestellt werden.

Auf dem Tagesprogramm Albrechts standen nach Neumünster noch Besuche des Wildparks Eekholt in Großenaspe (Kreis Segeberg) und des Tierparks Gettorf.

dpa/lno/wka

Rubriklistenbild: © picture alliance/Gregor Fischer/dpa

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