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Wegen Energiekrise: Beliebte Wasserrutschen in Sylter Welle ab November dicht

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Von: Dagmar Schlenz

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Im Freizeitbad Sylter Welle reagiert man auf hohe Energiekosten: Gäste müssen ab November 2022 auf die beliebten Wasserrutschen verzichten.

Westerland/Sylt – Mit dem Einzug des Herbstwetters wird es ungemütlich auf der Nordseeinsel Sylt. Bei kräftigem Wind freut man sich auf Glühwein, den man ab Dezember auch auf einem der Weihnachtsmärkte auf Sylt genießen kann. Und wenn es draußen auf die Dauer zu ungemütlich ist, dann lockt ein Besuch im Freizeitbad „Sylter Welle“ in Westerland. Hier können sich die Erwachsenen in der Saunalandschaft aufwärmen, Kinder und Jugendliche haben Spaß auf den drei Wasserrutschen im Schwimmbad.

Doch damit ist ab November 2022 erstmal Schluss: die Rutschen werden bis zum 31. März 2023 geschlossen.

Name:Freizeitbad Sylter Welle
Adresse:Strandstraße 32, 25980 Sylt
Öffnungszeiten:Montag bis Sonntag von 10:00 bis 22:00 Uhr
Eintritt Erwachsene Badelandschaft:3 Stunden-Tarif: 13 Euro
Eintritt Kinder Badelandschaft:3 Stunden-Tarif: 7 Euro
Familienticket (2 und 2) Badelandschaft:3 Stunden-Tarif: 28 Euro
Eintritt Erwachsene Saunalandschaft:3 Stunden-Tarif: 26 Euro
(alle Preise ohne Gewähr, Stand September 2022)

Freizeitbad Sylter Welle: Wasserrutschen werden wegen hoher Energiekosten geschlossen

Die Kosten in der Energiekrise explodieren und viele Unternehmen in Deutschland reagieren. Auch auf der Promi-Insel Sylt macht man sich Gedanken, wie man mit der Energiekrise umgehen soll. In der „Sylter Welle“ rechnete man laut einer Information auf der Internetseite des Freizeitbads bereits Mitte Mai 2022 mit einer Steigerung der Energiekosten von etwa 260.000 Euro. Als einen auffälligen Energieverbraucher hatte man schon damals die Wasserrutschen identifiziert, die „wie ein überdimensionaler Tauchsieder“ wirken.

„Es wird viel Wärmeenergie in die Luft und das Wasser eingebracht und in den Rutschen durch Wind in Verbindung mit der kalten Außenluft gerade im Herbst, Winter und Frühjahr wieder herausgezogen.“, so Peter Douven, Geschäftsführer des Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS). Der ISTS als Betreiber der „Sylter Welle“ hat nun reagiert: Vom 1. November 2022 bis zum 31. März 2023 bleiben die beliebten Wasserrutschen geschlossen. Nur zwischen Weihnachten und Neujahr, wenn noch einmal viele Gäste auf der Insel erwartet werden, wird eine Ausnahme gemacht und die Rutschen vom 26. Dezember 2022 bis zum 5. Januar 2023 kurzzeitig wieder geöffnet.

Außenansicht auf Wasserrutschen an einem Schwimmbad. Im Freizeitbad Sylter Welle in Westerland auf Sylt haben Urlauber und Einheimische auch bei Regen Spaß.
Wegen der hohen Energiekosten werden die Wasserrutschen im Freizeitbad Sylter Welle in Westerland auf Sylt ab November 2022 geschlossen. © Dagmar Schlenz

Freizeitbad Sylter Welle: Keine Veränderungen bei Wassertemperatur, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen

Auch wenn im Freizeitbad „Sylter Welle“ viel Energie für die Wasser- und Lufterwärmung benötigt wird, will man bei der Wassertemperatur keine Abstriche machen. Nachdem weniger Touristen den Sommer 2022 auf Sylt verbracht hatten, als in den Vorjahren, sollen sie jetzt nicht auch noch durch kaltes Wasser im Schwimmbad verschreckt werden. Eine Temperatur von beispielsweise 19 Grad würden die Gäste als unangenehm kühl empfinden, so Douven gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Außerdem würden die Scheiben beschlagen und man bekäme Probleme mit der Feuchtigkeit.

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Auch kürzere Öffnungszeiten würden in Sachen Energieersparnis nichts bringen. Müssen Gäste jetzt mit höheren Preisen rechnen? Den Eintritt hatte man bereits im Juni 2022 an die gestiegenen Preise für Energie angepasst. Seitdem wird für Erwachsene ein Energiezuschlag in Höhe von zwei Euro für die Badelandschaft und drei Euro für die Saunalandschaft erhoben. Die Zuschläge sind im Eintrittspreis bereits enthalten. Eine weitere Preiserhöhung wegen hoher Energiekosten wie bei der Deutschen Bahn ist für die „Sylter Welle“ aktuell nicht geplant.

Weitere Energiesparmaßnahmen in der Sylter Welle für 2023 geplant

Nicht nur wegen der aktuellen Energiekrise sind in der „Sylter Welle“ für das kommende Jahr diverse Umbaumaßnahmen geplant. Die Insel Sylt will nachhaltiger werden, und auch das einzige Freizeitbad auf der Insel soll seinen Beitrag dazu leisten. „In der Sylter Welle können wir nur Energie einsparen, indem wir kräftig investieren“, betont Peter Douven vom ISTS gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Der Aufsichtsrat hat dafür extra ein Investitionspaket in Höhe von 2,4 Millionen Euro bewilligt.

Ein Großteil der geplanten Modernisierungen soll zum Ende des ersten Quartals 2023 abgeschlossen sein. Für das Geld sollen die drei Rutschen, von denen die längste ganz 120 Meter misst, eine Dämmung erhalten. Dadurch bleibt die Wassertemperatur von 27 Grad erhalten, ohne Energie zu verschwenden. Außerdem sollen im gesamten Freizeitbad moderne, besser regelbare Pumpen eingesetzt werden. Ob sich der Umbau auf die Öffnungszeiten der „Sylter Welle“ auswirkt, ist noch nicht bekannt.

Bei der dritten Maßnahme setzt man auf Solarenergie: Die bestehenden Solarmodule auf dem Dach des Freizeitbads will man durch weitere Sonnenkollektoren ergänzen. Diese sollen auf dem nahegelegenen Parkplatz entstehen, den man überdachen und das Dach mit Solarmodulen ausstatten will. Durch das geplante Dach sind die Gäste auch vor Nässe geschützt, wenn sie bei Regen auf Sylt dem Freizeitbad einen Besuch abstatten.

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