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Einmalig auf Sylt: Hier bedienen Service-Roboter die Gäste

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Von: Dagmar Schlenz

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Im Restaurant „Synder“ auf Sylt werden die Service-Kräfte jetzt von zwei Robotern unterstützt. Durch die neuen „Kollegen“ bleibt mehr Zeit für die Gäste.

List/Sylt – Personalmangel ist auf der beliebten Ferieninsel Sylt schon lange ein großes Problem. Viele Restaurants mussten zusätzliche Ruhetage einführen oder gleich ganz schließen. Im „Synder“ in List auf Sylt hat man sich etwas anderes überlegt, um den Gästen auch mit einer dünneren Personaldecke guten Service bieten zu können: Zwei Roboter verstärken seit Mitte November 2022 das Team in dem Sylter Restaurant.

Lokal:Synder
Adresse:Hafenstraße 2a, 25992 List/Sylt
Restaurantchef:Sven Pietschmann
Öffnungszeiten:Frühstücksbuffet Montag bis Sonntag 8:00 bis 12:00 Uhr; Restaurant Dienstag bis Samstag 13:00 bis 23:00 Uhr
Service-Roboter:Ingeborg (Pudu BellaBot) und Karl-Heinz (Pudu HolaBot)

Hauch von Science-Fiction: Service-Roboter Ingeborg und Karl-Heinz bedienen im „Synder“ auf Sylt

Während viele Gastronomen die Segel streichen und es in diesem Jahr schon diverse Restaurant-Schließungen auf Sylt gegeben hat, suchen andere nach kreativen Lösungen in Zeiten der Gastro-Krise. So auch Sven Pietschmann, Chef des Restaurants „Synder“. Er hat sich dazu entschlossen, sein Team durch zwei elektronische Service-Kräfte zu verstärken. Ingeborg und Karl-Heinz wurden die zwei Roboter getauft, die seit Mitte November durch das Restaurant im Norden der beliebten Ferien-Insel Sylt rollen.

Ingeborg ist ein Servier-Roboter, der fertige Speisen aus der Küche direkt an den Tisch bringt. Das Küchenpersonal muss also nicht mehr nach einem Service-Mitarbeiter klingeln, sondern belädt die Ablagen von Roboter Ingeborg und schickt diesen dann direkt zum jeweiligen Tisch. Das spare Zeit und auch eine Menge Schlepperei – gerade beim Servieren von Sushi, wo das Essen auf viele kleine Teller verteilt wird, erzählt Restaurant-Chef Pietschmann im Telefonat mit 24hamburg.de.

Ein weißer Service-Roboter mit Gesicht steht in einem Lokal. „Ingeborg“ ist einer von zwei Service-Robotern, die seit Mitte November das Team im „Synder“ auf Sylt verstärken.
„Ingeborg“ ist einer von zwei Service-Robotern, die seit Mitte November das Team im „Synder“ auf Sylt verstärken. © Synder Sylt

Restaurant „Synder“ in List: Gäste sind neugierig auf die Service-Roboter auf Sylt

Während bereits seit Jahresbeginn Roboter im Hamburger Schanzenviertel kellnern, sind Ingeborg und Karl-Heinz die ersten Service-Roboter auf der Promi-Insel Sylt. Viele Gäste sind neugierig und kommen extra in das „Synder“, um die neuen Hightech-Servicekräfte im Einsatz zu erleben. Aber ein wenig fremdeln sie dann doch noch im Umgang mit den Robotern. Ist Ingeborg mit dem Essen am Tisch angekommen, könnten sich die Gäste theoretisch selbst bedienen. Aber bisher schauten sie nur interessiert, was wohl als Nächstes passiere, so Restaurant-Chef Pietschmann.

Derzeit ist immer ein Mitarbeiter am Tisch, der die Teller vom Service-Roboter annimmt und auf dem Tisch verteilt. Dabei ist gerade Roboter Ingeborg dafür ausgelegt, mit den Gästen zu interagieren. Das Modell „BellaBot“ der Firma „Pudu Robotics“ hat angedeutete Katzenohren und ein Katzengesicht auf dem Display. Wer einen piepsenden und quietschenden R2-D2 erwartet hat, wird unter Umständen jedoch etwas enttäuscht sein über das „Miau“, das ertönt, wenn man ein „Ohr“ des Hightech-Helfers auf Rädern berührt.

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Service-Roboter sorgen im „Synder“ auf Sylt für mehr Ruhe

Im „Synder“ in List wird täglich auch ein Frühstücksbuffet angeboten. Dabei fällt eine Menge Geschirr an, das von den Tischen abgeräumt werden muss. Abräum-Roboter Karl-Heinz kann dabei Hilfe leisten. Er wird an einem zentralen Punkt im Restaurant platziert und die Mitarbeiter beladen die insgesamt vier Fächer mit schmutzigem Geschirr. Sind diese gefüllt, wird Karl-Heinz in die Küche geschickt. Der mit Kameras ausgestattete Roboter erkennt Hindernisse auf seinem Weg und weicht diesen aus oder stoppt automatisch.

Damit gelangt ein Hauch von Science-Fiction auf die auch als Drehort beliebte Insel Sylt. Restaurant-Chef Pietschmann glaubt, dass sich die Gäste schnell an die neuen Service-Roboter gewöhnen werden. Zumal durch sie mehr Ruhe einkehre im Restaurant-Betrieb. Die Bestellungen werden nach wie vor von einer Service-Kraft entgegengenommen, aber die elektronischen Helfer Ingeborg und Karl-Heinz nehmen dem Personal viel Lauferei ab. So bleibt mehr Zeit, um mit den Gästen zu klönen und sie nach weiteren Wünschen zu fragen.

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Service-Roboter sollen Personalmangel abfedern – auch im „Synder“ auf Sylt

Bisher ist „Synder“-Chef Pietschmann sehr zufrieden mit den neuen Helfern. Bevor er sich für den Kauf der bis zu 20.000 Euro teuren Roboter entscheidet, sollen die sich aber erstmal im trubeligen Weihnachtsgeschäft bewähren. Jedes Jahr kommen vor dem Jahreswechsel viele Gäste auf die Nordseeinsel, um die Weihnachtsmärkte auf Sylt zu genießen, zu entspannen und zu schlemmen. Zum Beispiel im „Synder“ in List, wo emsige Roboter ihre Bestellungen an den Tisch bringen und schmutziges Geschirr abräumen.

Es gibt immer weniger Personal in der Gastronomie – immer weniger Menschen, die den Job machen wollen.

„Synder“-Chef Sven Pietschmann

Pietschmann ist überzeugt, dass man in Zukunft häufiger auf Service-Roboter treffen wird. Es gebe immer weniger Personal in der Gastronomie– nicht nur wegen steigender Immobilienpreise auf Sylt, sondern auch, weil immer weniger Menschen diesen Job machen wollten, so Pietschmann. Wenn Sylt-Urlauber in Zukunft nicht selber kochen wollen, müssen sie sich wohl auf Dauer also an Ingeborg, Karl-Heinz und ihre elektronischen Kollegen gewöhnen.

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