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Sylt: Nazis bleiben zu Hause – Extremisten-Demo abgesagt

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Von: Kevin Goonewardena

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Die Kleinstpartei Die Rechte wollte eigentlich auf Sylt demonstrieren. Nun fällt die geplante Demonstration aus. Auch eine Gegendemo abgesagt.

Sylt – Sie wollten mit dem 9-Euro-Ticket kommen, jetzt machen sie einen Rückzieher: Vor wenigen Wochen verkündete die rechtsextreme Splitterpartei Die Rechte, auf Sylt demonstrieren zu wollen. Die für den 30. Juli 2022 geplante Demo wurde nun jedoch abgesagt. Angemeldet hatte die Kundgebung der bekannte Hamburger Neonazi Christian Worch. Diese war vermutlich als Gegenentwurf zu den Linken-Demos auf der Promi-Insel geplant, von denen eine unter dem Motto „Sylt entern – Klassenfahrt zu den Reichen“ bereits Mitte Juli stattgefunden hat.

Name:Sylt (dänisch Sild, friesisch Söl)
Kreis:Nordfriesland (Schleswig-Holstein)
Fläche:99,14 km²
Bevölkerung:etwa 18.000 (2020)

Nazi Demo Sylt abgesagt: Erleichterung groß – „Sind ja stramme Stiefel-Neonazis“

Die kurzfristige Absage der Demo bestätigte Dagmar Schulze, Sprecherin des für Sylt zuständigen Kreises Nordfriesland, gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Bei den örtlichen demokratischen Parteien zeigt man sich erleichtert darüber, dass jetzt die „Geschäftsgrundlage“ für die Gegenproteste wegfällt und der Promi-Insel Sylt nun ein Besuch „der Ultrarechten erspart bleibt. Das sind ja richtig stramme Stiefel-Neonazis“, wie es Peter Marnitz, Vorsitzender des SPD-Ortsverbands Sylt, gegenüber der Hamburger Tageszeitung ausdrückt.

Nazis bei einer Demo
Bleiben zu Hause: Nach den Punks und Lindner doch keine Neonazis auf Sylt. (Symbolbild) © stock&people / imago

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Zusammen mit Vertretern von Bündnis90 / Die Grüne, dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW) und den Inselparteien Die Insulaner und Zukunft Sylt hatten die Genossen unter anderem eine Kundgebung vor dem Rathaus in Westerland am kommenden Sonnabend, 30. Juli 2022, geplant. Trotzdem stattfinden soll die Demonstration „Sylt gehört dem Pöbel“, die das Bündnis „Schwarz-Roter 1. Mai“ angemeldet hat. Ab 13 Uhr ist eine Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz geplant.

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Neonazi Demo Organisator Christian Worch: Vom Millionenerben zum Taxifahrer

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Der mehrfach verurteilte Hamburger Neonazi Christian Worch ist seit mehr als vier Jahrzehnten in der Szene unterwegs und war insbesondere in den 1980er und 1990er-Jahren einer der führenden Nazi-Kader Deutschlands überhaupt. Worch gilt als maßgeblicher Mitentwickler der Freien Kameradschaften und Organisator der Rudolf-Heß-Gedenkmärsche. Nach dem Verlust eines geerbten Immobilienvermögens fährt er heute Taxi und hat erheblich an Einfluss verloren.

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