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Sylt: Bürgermeister will Autos verbannen – sogar Fahrverbote drohen!

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Von: Kevin Goonewardena

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Autos stauen sich vor der Autozugverladung nach Sylt.
„Wir wollen nicht mit Blech zugestellt werden.“ Der Bürgermeister von Sylt ist alles andere als begeistert von den vielen Auto-Touristen auf seiner Insel. © Bodo Marks/dpa

Die Probleme Sylts mit steigenden Touristenzahlen sind lange bekannt. Der Insel-Bürgermeitser will sie nun in den Griff bekommen. Auch Fahrverbote sind im Gespräch.

Sylt – Genau 373.445 Gäste besuchten laut Statistischem Bundesamt Deutschlands Luxus-Insel, auf der viele Promis wohnen, im Corona-Jahr 2020 und blieben im Durchschnitt mehr als sechs Tage. Ob das auch in Zukunft so sein wird? Denn Sylts Bürgermeister fordert Fahrverbote auf der Insel – und er hat auch noch ein paar andere Ideen in puncto Verkehr. Nikolas Häckel heißt der Mann und muss es wissen: Denn er ist nicht nur schon seit 2015 Bürgermeister (parteilos) der Gemeinde Sylt* und wird es wohl auch die nächsten sechs Jahre bleiben (Wiederwahl 2021), er ist auch gebürtiger Insulaner und kennt so die Probleme Sylts seit Kindesalter.

Name:Sylt
Fläche:99 km²
Einwohner:18.118 (Stand 2019)
Gemeinden:12 Ortschaften

Sylt: Bürgermeister warnt vor Tourismus-Kollaps

Im Podcast des Hamburger Abendblatts warnt der Bürgermeister nun vor einem Zusammenbrechen der Verkehrsinfrastruktur, in Folge des „Overtourismus“, der durch die Corona-Pandemie besonders sichtbar wurde. Verschont vom Coronavirus blieb Sylt allerdings nicht, immer wieder kam es zu Corona-Ausbrüchen. Die Infrastruktur sei schlicht nicht auf die immer weiter steigende Anzahl an Besuchern ausgelegt. Dabei sieht Häckel eine ganz bestimmte Art der Fortbewegung auf der Insel als problematisch an: Den Individualverkehr mit dem PKW.

Die Autos blockieren das Zentrum. Wir wollen Sylt nicht mit Blech zugestellt haben.

Nikolas Häckel, Bürgermeister der Gemeinde Sylt

Sylt: Bürgermeister kündigt Tests von Maßnahmen an – Schon im November gehts los!

Um den Verkehrsproblemen Herr zu werden, aber auch die Masse an Autos generell einzudämmen, kündigt der Bürgermeister einen Testlauf verschiedener entwickelter Ideen an. Dieser startet schon im November. In Westerland sollen etwa n den Bereichen wo Straßen und Fußgängerzonen sich queren. die Ampeln ausgeschaltet werden und so alle Verkehrsteilnehmer die gleichen Rechte haben. Die Autos würden so nicht mehr vorrangig behandelt werden, das werde auch durch Markierungen kenntlich gemacht. Des Weiteren würden Parkbuchten zu Fahrradstellplätzen umfunktioniert werden, auch solle Geld für den Ausbau von dem Fahrradwegenetz in die Hand genommen werden. Auch ein Nachtfahrverbot wie in den 1970er Jahren im Kurzentrum schließe er nicht aus, halte aber prinzipiell weniger von Verboten.

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Sylt: Bürgermeister kritisiert die Bahn scharf

Häckel kritisierte in dem Podcast auch die Deutsche Bahn. Die Anbindung an die Marschbahn bezeichnete er als desaströs. Regelmäßig kommt aus vor dem Hindenburgdamm, der Sylt mit dem Festland verbindet und nur von einem Autozug befahrbar ist, zu stundenlangen Wartezeiten und Zugausfällen. Dank der Corona-Pandemie ist der Zugverkehr zumindest über den privaten
Bahnbetreiber RCD nur für bestimmte Gruppen möglich und das auch nur nach dem 3G-Modell. Auf dem Luftweg könnte Sylt auch bald nur noch eingeschränkt zu erreichen sein. Die Verbindung ab Köln/Bonn steht auf der Kippe. *24hamburg.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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