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Surf-Museum auf Sylt geplant – Spielbank als Standort möglich

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Von: Dagmar Schlenz

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Die Nordseeinsel Sylt gilt als die Wiege des Surfsports in Deutschland. Zwei Sylter planen jetzt ein Museum für Surf- und Strandkultur. Als Standort könnte die ehemalige Spielbank dienen.

Westerland/Sylt – Die Nordseeinsel Sylt ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel, sondern auch ein Mekka für Surfer. In diesem Jahr findet bereits das 37. Mal der Windsurf Worldcup Sylt statt, bei dem die besten Surferinnen und Surfer der Welt um Titel und Preisgelder kämpfen. Nach Sylt geholt hat die Veranstaltung in den 80er Jahren die Sylter Surf-Legende Jürgen Hönscheid. Um ihn und zwei weitere Sylter Surf-Pioniere zu würdigen, soll es auf der Nordseeinsel nun ein Surf-Museum geben.

Name:Sylt (friesisch Söl, dänisch Sild)
Kreis:Nordfriesland (Schleswig-Holstein)
Fläche:99,14 km²
Strand:Etwa 40 Kilometer
Einwohner:18.118 (2019) 183 Einwohner/km²

Surf-Museum auf Sylt: Die Geschichte der Surf-Kultur auf Sylt

Drei Namen sind besonders eng mit der Geschichte des Wellenreitens auf Sylt verbunden: Uwe Draht, Uwe Behrens und Jürgen Hönscheid. Diese Surf-Pioniere und die „erlebnisreiche Welt der Sylter Surf- und Rettungsschwimmerkultur“ sollten angemessen gewürdigt werden, findet Angelo Schmitt. Der gebürtige Sylter und Mitbegründer des heutigen Surfclubs Sylt hatte gemeinsam mit Dennis Bullen die Idee zu dem Museum für Surf- und Strandkultur.

Im März 2022 stellten Sie ihr Konzept den Politikern der Gemeinde Sylt vor. So wollen sie in der Ausstellung verschiedene Exponate ausstellen, „von unterschiedlichsten Surfbrettern und -anzügen über Surfkunst und Fotografien von außergewöhnlichen Charakteren, (...) bis zum Equipment wie Tröten, Leinen, Rettungsschwimmerkarren und natürlich den Brettern, die in den letzten Jahrzehnten zur Lebensrettung beigetragen haben“, wie shz.de damals berichtete.

Das Rathaus in Westerland auf Sylt und ein „Surfer crossing“-Schild. Zwei Sylter planen ein Museum für Surf- und Strandkultur. Als möglicher Standort ist die ehemalige Spielbank beim Rathaus in Westerland im Gespräch.
Zwei Sylter planen ein Museum für Surf- und Strandkultur. Als möglicher Standort ist die ehemalige Spielbank beim Rathaus in Westerland im Gespräch. © Dagmar Schlenz/Montage

Wie die Rettungsschwimmer auf Sylt zu Surf-Pionieren wurden

Die Geschichte des Wellenreitens auf Sylt ist eng verknüpft mit der Geschichte der Rettungsschwimmer, die seit etwa 150 Jahren für die Sicherheit der Badegäste an Sylter Stränden sorgen. Einer dieser Rettungsschwimmer, Uwe Draht, gilt als der erste Wellenreiter Deutschlands. Inspiriert von Berichten über die Surfer auf Hawaii funktionierte er Anfang der 50er Jahre am Strand von Westerland sein Rettungsbrett zum Surfbrett um. Das war die Geburtsstunde des Surfens in Deutschland.

Die zweite Sylter Surf-Legende ist Uwe Behrens, der in den 60er Jahren an einem beliebten Surf-Spot in Kampen eine der berühmtesten Strandbars auf Sylt eröffnet, die „Buhne 16“. Auch in dieser Zeit waren es besonders die Rettungsschwimmer, die jede freie Minute auf ihren Boards auf dem Wasser verbrachten. Sie waren Vorbilder für viele Sylter Jungs – so auch für Jürgen Hönscheid, der am Brandenburger Strand in Westerland das Wellenreiten lernte. Später begann Hönscheid mit dem Windsurfen und wurde 1982 Deutschlands erster Windsurf-Profi.

Surf-Museum Sylt: Ehemalige Spielbank in Westerland als Standort im Gespräch

Bei der Vorstellung des Konzeptes im März 2022 waren die anwesenden Politiker aller Parteien von der Idee eines Museums für Surf- und Strandkultur durchaus angetan. Weniger überzeugt waren sie damals von dem Vorschlag für den Standort. Initiator Schmitt hätte für das Museum am liebsten einen Ort direkt am Strand gefunden, der für die Promenade zuständige Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS) hatte ihm aber kein Angebot gemacht, wie shz.de berichtete.

Ich finde die Idee toll - und die Räumlichkeiten der ehemaligen Spielbank im Herzen unserer Insel sind sicher bestens hierfür geeignet.

Nikolas Häckel, Bürgermeister der Gemeinde Sylt, in einem Facebook-Post zum Surf-Museum auf Sylt

Sein Vorschlag, das Museum im vorderen Gebäudeteil des Westerländer Rathauses einzurichten, stieß bei den Politikern auf wenig Begeisterung. Jetzt bringt Bürgermeister Nikolas Häckel in einem Facebook-Post zum geplanten Surf-Museum die ehemalige Spielbank neben dem Rathaus selbst ins Gespräch. Zu dem Gebäude gegenüber des Rathausparks, in dem Anfang September die Punks ihr Protestcamp auf Sylt endlich geräumt hatten, schreibt Häckel auf Facebook: „[...]die Räumlichkeiten der ehemaligen Spielbank im Herzen unserer Insel sind sicher bestens hierfür geeignet.“

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