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Sturmbilanz auf Sylt: Sandverlust und geschlossene Tankstelle

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Von: Dagmar Schlenz

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Aufgewühltes Meer mit großen Wellen, am Himmel ein paar Sonnenstrahlen zwischen dicken Wolken. Mitte Januar 2023 fegt Tief „Frederic“ über Sylt und beschädigt mehrere Dächer.
Mitte Januar 2023 fegt Tief „Frederic“ über Sylt und beschädigt mehrere Dächer. (Symbolbild) © Dagmar Schlenz

Sturmböen beschädigten auf Sylt Mitte Januar unter anderem das Dach der Shell-Tankstelle. In Kampen hat sich das Meer eine Menge Sand geholt.

Update vom 26. Januar 2023: Die durch das Sturmtief „Frederic“ Mitte Januar stark in Mitleidenschaft gezogene Shell-Tankstelle in Westerland bleibt weiterhin geschlossen. Das Dach der Tankstelle am Trift 7 war nach Angaben der Feuerwehr am 15. Januar 2023 gegen 8:00 Uhr eingestürzt. Personen wurden dabei nicht verletzt. Allerdings ist der Schaden so groß, dass die Tankstelle weiterhin geschlossen bleibt, bis das Dach repariert wurde.

In Kampen wurde durch den Sturm viel Sand ins Meer gespült. Bei der „Buhne 16“, einer der Strandbars auf Sylt, sowie vor dem „Roten Kliff“ sind teilweise bis zu acht Meter hohe Abbruchkanten entstanden. Nach Auskunft von Wolf Paarmann vom Landesbetrieb für Küstenschutz ist dies aber noch kein Grund zur Sorge. Solche Abbrüche seinen ein normaler Vorgang, der Sand habe sich lediglich vom Strandbereich in den Vorstrandbereich umgelagert. „In der sturmflutfreien Zeit mit niedrigeren Wasserständen baut sich der Strand mit diesem Material aus dem Vorstrand auch wieder von selbst auf.“, so Paarmann.

Ursprungsartikel vom 16. Januar 2023: Sylt – Pünktlich zur Sylter Sturmwoche 2023 fegte am Sonntag, dem 15. Januar 2023 Sturmtief „Frederic“ über die Nordsee. Mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde sorgte „Frederic“ für mehrere Feuerwehreinsätze auf der Nordseeinsel Sylt. Dächer wurden beschädigt, Dämm-Material und Dachpappe umhergewirbelt. Personenschäden gab es nach Angaben der Feuerwehr aber keine.

Name:Sylt (friesisch Söl, dänisch Sild)
Kreis:Nordfriesland
Fläche:99,14 km²
Einwohner:18.118 (2019) 183 Einwohner/km²

Sturmtief „Frederic“ fegt über Sylt – Dach der Shell-Tankstelle in Westerland beschädigt

Am Sonntagmorgen gegen acht Uhr war durch den Sturm das Dach der Shell-Tankstelle am Trift 7 in Westerland eingestürzt, teilte die Polizei mit. Die Feuerwehr sicherte das Gelände der Tankstelle in der Nähe des Bahnhofs und sperrte den Bereich ab. Personen kamen laut Polizeiangaben nicht zu schaden. Über die Höhe des Sachschadens konnten noch keine Aussagen gemacht werden. Bereits vor einem Jahr war das Dach der Tankstelle durch starken Wind beschädigt worden, wie shz.de berichtet.

Während der Reparaturarbeiten war die Tankstelle im September 2022 für mehrere Wochen geschlossen. Wie groß die Sturmschäden diesmal sind, ist zurzeit noch offen. Zurzeit ist die Shell-Tankstelle dicht, telefonisch niemand erreichbar. Die Tankstelle ist neben der Aral-Tankstelle im Mittelweg 3 und der Orlen-Tankstelle in der Listlandstraße 16 in List eine von drei Tankstellen auf der Nordseeinsel Sylt. Schon seit längerem geschlossen in die Esso-Tankstelle, auf deren Gelände gegenüber vom Bahnhof Westerland nach Plänen des Eigentümers ein Hotel entstehen soll.

Ab wann spricht man von Sturmböen? Windgeschwindigkeiten im Überblick

Windböen: ab 50 km/h

Sturmböen: 65 km/h bis 89 km/h

Schwere Sturmböen: 90 km/h bis 104 km/h

Orkanartige Böen: 105 km/h bis 119 km/h

Orkanböen: ab 120 km/h

Extreme Orkanböen: mehr als 140 km/h

Sturmböen auf Sylt: Behinderungen im Zug- und Fährverkehr

Wegen des starken Windes musste die Sylt-Fähre, die zwischen List auf Sylt und Havneby auf der dänischen Insel Römö verkehrt, am Sonntag, dem 15. Januar 2023 zeitweise den Betrieb einstellen. Auto- und Personenzüge konnten zwar über den Hindenburgdamm fahren, es kam aber zu Verspätungen und einigen Zugausfällen. Auch wurden wegen des starken Windes keine Campingfahrzeuge, keine Pkw mit Anhänger, keine LKW mit leeren Anhängern und Motorräder mit dem Sylt Shuttle befördert.

Wie die Leitstelle Nord der Feuerwehr gegenüber 24hamburg.de mitteilt, gab es am Sonntag auf Sylt in der Sturmlage fünf Einsätze. Nicht nur das Dach der Shell-Tankstelle wurde von dem Sturm beschädigt, sondern nach Berichten von shz.de auch die Dächer der „Alten Post“ und eines Logierhauses in der Bismarckstraße. Auch die Polizei musste laut Auskunft der Polizeidirektion Flensburg mehrfach ausrücken. So lag zum Beispiel ein großer Ast auf der Landesstraße 24 und es kam zu einem Verkehrsunfall mit Blechschaden durch einen Anhänger, der sich verselbständigt hatte.

Wind und Wellen sorgten auch wieder für große Sandverluste auf der Nordseeinsel. Gerade in den Wintermonaten setzen die Naturgewalten der Insel Sylt, die zeitweise vom Untergang bedroht schien, schwer zu.

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