Bußgelder bis 25.000 Euro

Strafen drohen für Sylt-Wirte – Sie verstoßen dreist gegen Corona-Regeln

  • Christian Einfeldt
    vonChristian Einfeldt
    schließen

Einige Lokale haben bereits mehrfach gegen Auflagen verstoßen. Das könnte richtig teuer werden.Auf der Insel Sylt halten sich Wirte nicht an die Corona-Regeln.

Sylt – Mit großer Sehnsucht erwarteten Sylts Restaurants Lockerungen. Nachdem die Betriebe monatelang geschlossen bleiben mussten, dürfen sie nun wieder öffnen – und auch Urlaub ist auf der beliebten Nordsee-Insel Sylt seit dem 1. Mai wieder erlaubt*. Dass dennoch nach wie vor zahlreiche Corona-Regeln zu beachten sind, hatte der ein oder andere Wirt im Übermut wohl verdrängt. Nun drohen Bußgelder bis zu 25.000 Euro.

Insel:Sylt
Bundesland:Schleswig-Holstein
Fläche:99,14 km²
Einwohner:15.169 (Stand: 2012)

Trotz Corona-Regeln: Gastronom auf Sylt lässt 100 Gäste in sein Lokal

Besonders ein Fall sorgte auf Sylt, wo an Pfingsten trotz Corona Camping erlaubt ist, für Aufsehen: Statt den zugelassenen 50 Personen gewährte ein Gastwirt 100 Gästen Eintritt in sein Lokal. Ein Hygiene-Konzept, welches die Situation legitimiert hätte, war nicht vorhanden. Es war die bemerkenswerte Missachtung der Corona-Maßnahmen, doch er sollte nicht der einzige Gastronom sein, der gegen die Regeln verstoßen hatte.

Sylt mit erschütternder Bilanz: 19 Lokale verstoßen gegen Corona-Regeln

Kontrollen, die an zwei Wochenenden durchgeführt wurden, offenbaren eine erschütternde Bilanz: 19 Lokale hielten sich nicht an die geltenden Corona-Regeln. Bereits letztes Jahr galt Sylt als Coronavirus-Hotspot, nun sind einige Betriebe Medienberichten zufolge gar mehrmals negativ aufgefallen – und Aufforderungen der Polizei, die strikten Corona-Maßnahmen einzuhalten, konnten bei den Wirten nicht immer Wirkung zeigen.

Bei den Kontrollen fiel auf, dass einige Lokale gar kein Hygienekonzept vorweisen konnten. Auch die in Kritik stehende Luca-App* wurde nicht ordnungsgemäß verwendet. Statt die Kontaktdaten in der App zu erfassen, wurden sie handschriftlich auf Papier notiert.

Auf Sylt dürfen Restaurants und Lokale wieder ihren Betrieb aufnehmen.

Verstoß gegen Corona-Auflagen auf Sylt könnten bis zu 25.000 Euro Strafe kosten

Auch CDU-Landtagsabgeordneter Lukas Kilian übte große Kritik: „Wer vorsätzlich die Auflagen missachtet, gefährdet die Lockerungen für alle anderen. Hier muss mit voller Härte durchgegriffen werden“, so der Schleswig-Holsteinische Politiker über die Ereignisse auf der Insel Sylt, die gerade in Zeiten von Corona verstärkt auf Nachhaltigkeit setzt*.

Dicht machen musste bislang dennoch kein Betrieb. Trotzdem könnten die Vorfälle den unbelehrbaren Gastronomen jetzt teuer zu stehen kommen. „Natürlich sind die Ordnungswidrigkeitsverfahren noch nicht abgeschlossen, aber den Gastronomen drohen Bußgelder im 4-5-stelligen Bereich. Bis zu 25.000 Euro sind möglich“, machte der nordfriesländische Kreis-Sprecher Hans-Martin Slopianka unmissverständlich klar.

„Zu wenig Abstand zwischen den Gästen, keine geeigneten physischen Barrieren“ lauten einige Vorwürfe, die zeigen: Viele Sylter Wirte haben noch Nachholbedarf, damit nicht nur Hamburger in den nächsten Wochen das Leben auf der Nordsee-Insel genießen können. *24hamburg.de, nordbuzz.de, kreiszeitung.de, merkur.de und leinetal24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / imagebroker

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare