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Schiff kollidiert mit Holtenauer Brücken in Kiel – „Das hat hier tierisch gescheppert“

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Von: Steffen Maas

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Ein Schiff ist in Kiel mit den Holtenauer Hochbrücken kollidiert. Der Verkehr ist zunächst auf unbestimmte Zeit gesperrt – auch auf dem Nord-Ostsee-Kanal.

Update vom 15. Dezember 2022 um 13:46 Uhr: Eine der beiden durch eine Havarie beschädigten Holtenauer Brücken in Kiel ist am Donnerstagmorgen um 6.00 Uhr wieder für kleinere Lastwagen bis zwölf Tonnen geöffnet worden. Dies bestätigte ein Sprecher des Verkehrsministeriums Schleswig-Holstein am Donnerstagmorgen. Zuvor konnten nur Autos und Kieler Linienbusse die Brücke passieren. Ab Montag sollen zudem auch Überlandbusse des Verkehrsunternehmens Autokraft den Nord-Ostsee-Kanal wieder über die Prinz-Heinrich-Brücke überqueren können, hieß es weiter. Die parallel verlaufende, 50 Jahre alte Olympiabrücke darf nach wie vor nur von Rettungsfahrzeugen befahren werden. Beide Hochbrücken über den Nord-Ostsee-Kanal waren am 30. November von einem auf einem Spezialschiff transportierten Kran schwer beschädigt worden. Die vollständige Instandsetzung der beiden Holtenauer Brücken soll laut Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr noch bis zur Kieler Woche Ende Juni kommenden Jahres dauern.

Update vom 30. November um 11:32 Uhr: Bei der Kollision eines finnischen Spezialschiffs mit den Holtenauer Hochbrücken über den Nord-Ostsee-Kanal sind mehrere, 25 Tonnen schwere Kontergewichte über Bord gegangen. Derzeit werde geprüft, ob und inwieweit die Gewichte den Schiffsverkehr gefährden, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die Ermittler prüften, ob technisches oder menschliches Versagen Ursache der Havarie am Mittwoch waren.

„Das hat hier tierisch gescheppert“, sagte der Polizeisprecher. Nach dem Vorfall gegen 4:30 Uhr hätten sich zahlreiche Anwohner bei der Polizei gemeldet. Das Schwerlast- und Arbeitsschiff war auf dem Kanal in Richtung Brunsbüttel unterwegs.

Unfall auf dem Nord-Ostsee-Kanal: Schiff kollidiert mit zwei Brücken

Erstmeldung vom 30. November um 10:34 Uhr: Kiel – Nächtlicher Wasser-Unfall im Norden: Ein Schiff ist in Kiel auf dem Nord-Ostsee-Kanal mit gleich zwei Brücken kollidiert. Da derzeit noch unklar sei, wie stark die Holtenauer Hochbrücken beschädigt worden seien, seien diese sowie der Schiffsverkehr auf dem Kanal zunächst in beide Richtungen auf unbestimmte Zeit gesperrt worden, teilte die Polizei Kiel am Mittwochmorgen mit.

Name:Holtenauer Hochbrücken
Westliche Brücke:Prinz-Heinrich-Brücke
Östliche Brücke:Olympiabrücke
Verbindet Kieler Stadtteile:Wik und Holtenau

Havarie auf dem Nord-Ostsee-Kanal: Schiff kollidiert mit zwei Brücken

Das finnische Schwerlast- und Arbeitsschiff war gegen 4:30 Uhr auf dem Kanal in Richtung Brunsbüttel unterwegs. Auf dem Schiff befand sich ein Kran, dessen Ausleger aus noch unbekannter Ursache kurz nach dem Durchlaufen der Schleuse gegen beide Holtenauer Hochbrücken stieß und diese beschädigte. Dabei fielen vermutlich Teile des Krans in den Kanal. Nach jetzigem Stand der Ermittlungen wurde niemand bei dem Unfall verletzt.

Holtenauer Hochbrücke in Kiel nach Kollision gesperrt
Schiffe warten im Nord-Ostsee-Kanal auf die Durchfahrt der Hochbrücke in Kiel-Holtenau. Ein Schiff war mit der Brücke kollidiert worauf hin diese für den Schiffs- und Autoverkehr geperrt wurde. © Axel Heimken/dpa

Sowohl die Hochbrücken im Norden der Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein als auch der Nord-Ostseekanal sind seit dem Unfall für jeglichen Verkehr, auch für Radfahrer und Fußgänger, gesperrt. Wie lange die Sperrungen andauern werden, steht noch nicht fest. Sachverständige werden die Schäden zunächst begutachten müssen. Am Morgen stauten sich bereits einige Schiffe vor der Unfallstelle.

Durch die Feuerwehr wird zurzeit versucht, das in den Kanal gelaufene Hydrauliköl zu binden. Zu dem Schaden auf dem Schiff können noch keine Angaben gemacht werden. Ob technisches oder menschliches Versagen für den Unfall ursächlich war, sei jetzt Gegenstand der Ermittlungen, die die Wasserschutzpolizei Kiel direkt nach dem Unfall aufgenommen hat. (Mit Material DPA) *TRANSPARENZHINWEIS: Dieser Artikel wurde jeweils am 30. November und 15. Dezember durch neue Informationen ergänzt.

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