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Hilfeschreie aus dem Erdreich – fieberhafte Suche eingestellt

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Von: Sebastian Peters

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Hilferufe aus dem Erdreich in Mönkeberg bei Kiel lösten einen Großeinsatz aus. Nach stundenlanger Suche musste der Einsatz ergebnislos abgebrochen werden.

Mönkeberg – Am späten Mittwochabend, 06. Juli 2022, lösten Jugendliche einen Großeinsatz nahe Kiel aus. Die Hintergründe: Zunächst untersuchte die Jugendgruppe auf eigene Faust den Wald am Ölberg in Mönkeberg. Auf dem Gelände gibt es diverse alte Bunker, Gänge und Höhlen. Warnschilder weisen auf eine akute Lebensgefahr hin, sollte man diese Gänge betreten. Doch als die Jugendlichen ein Erdloch fanden, wagten sie sich hinein.

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Großer Sucheinsatz in Mönkeberg bei Kiel: Polizei, Feuerwehr und THW suchen fieberhaft nach angeblich verschütteter Person

Auf einem Plan zeigt ein Passant, der sich im Gebiet auskennt, wo mögliche Zugänge liegen.
Rettungseinsatz in Mönkeberg bei Kiel: Auf einem Plan zeigt ein Passant, der sich im Gebiet auskennt, wo mögliche Zugänge liegen. © Sebastian Peters

Mit einem Handy filmten sich die Jugendlichen bei dieser lebensgefährlichen Aktion. Richtig hinein traute sich aber zum Glück niemand. Allerdings hielten die Jugendlichen ein Handy in das Loch, filmten die unterirdische Umgebung.

Zurück im Kleingartenverein, wo die jungen Bunker-Forscher schlafen wollten, schauten sich die Jugendliche das frisch gedrehte Handyvideo an. Plötzlich – der Schock! Auf dem Videomaterial hörten die Jugendlichen einen Hilferuf aus dem unterirdischen Gang.

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Mit Sicherheitsgurten kletterten die Einsatzkräfte in das inzwischen vergrößerte Erdloch.
Mit Sicherheitsgurten kletterten die Einsatzkräfte in das inzwischen vergrößerte Erdloch. © Sebastian Peters

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Sofort verständigten sie ihre Eltern. Auch die hörten den Hilferuf klar und deutlich. Zusammen setzte die Gruppe einen Notruf ab. Als auch die Polizei das Video ansah, wurde Großalarm ausgelöst. Am 06. Juli 2022 rückte zunächst die Freiwillige Feuerwehr an. Die freiwilligen Einsatzkräfte untersuchten das Erdloch. Ein Kamerad kletterte hinab, schaute in das Erdloch und rief: „Hier ist die Feuerwehr, melden sie sich“ … keine Antwort.

Auch eine Kamera an einer Spirale wurde eingesetzt. Damit haben die Einsatzkräfte die Gänge teilweise erforschen können.
Auch eine Kamera an einer Spirale wurde eingesetzt. Damit haben die Einsatzkräfte die Gänge teilweise erforschen können. © Sebastian Peters

Rettungseinsatz in Mönkeberg bei Kiel: THW hört Erdreich mit Mikrofonen ab

Also suchten die Einsatzkräfte weiter. Morgens wurde das Technische Hilfswerk (THW) zur Unterstützung angefordert. Mit einem Bagger, der erst am Tag zuvor in Hamburg-Finkenwerder bei einem Großbrand im Einsatz gewesen war, wurde das Erdloch vergrößert. Dabei stießen die Einsatzkräfte auf einen bislang unbekannten unterirdischen Gang. Mit besonders sensiblen Mikrofonen hörten die THW-Kräfte das Erdreich ab.

Das THW sucht mit speziellen Mikrofone nach dem Mann
Mit besonders empfindlichen Mikrophonen wurde das Erdreich abgehört. Sollte eine Person verschüttet sein und mit seinem Brustkorb beim Atem Steine bewegen, hätten es die Mikrophone gehört. © Sebastian Peters

Sollte eine Person tatsächlich im Erdreich eingeklemmt sein, können die Mikrofone Bewegungen des Brustkorbs hören. Voraussetzung – die Person lebt noch. Doch auch der Einsatz der Mikrofone führte zu keinem Erfolg. Allerdings gaben auch die Kräfte des THWs nicht auf. Mit Flächensuchhunden und Trümmersuchhunden wurde das Erdloch abgesucht.

Suche mit Flächenspürhunden
Mit Flächensuchhunden haben Einsatzkräfte des THWs das Gelände abgesucht. Ohne Erfolg. Die Hunde haben nicht angeschlagen. © Sebastian Peters

Doch auch die feine Nase der Vierbeiner stellte keinen menschlichen Geruch fest. Auch ein Passant, der sich in dem Gebiet auskennt, konnte den Einsatzkräften nicht weiterhelfen. Nach stundenlanger Suche wurde der Einsatz ohne eine Feststellung abgebrochen.

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