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Ostsee: Mann ertrinkt – Schaulustige filmen, „um die Sensationslust zu stillen“

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Von: Kevin Goonewardena

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DLRG-Einsatzsfahrzeuge am Ostseestrand
Auch die DLRG beteiligte sich an der Rettungsaktion eines Mannes, der am Mittwochnachmittag in Travemünde in der Ostsee ertrank. Die Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.(Symbolbild) © Peter Meißner / Imago

Ein Mann aus Hamburg ist am Mittwoch in der Ostsee ertrunken. Gaffer behindern Rettungsaktion. Polizei kann Strafverfahren nicht einleiten.

Travemünde/Lübeck – Bereits am Mittwochnachmittag, 20. Juli 2022, ist ein Mann in Travemünde an der Ostsee ertrunken, wie erst jetzt bekannt wurde. Laut Medienberichten habe ein SUP-Fahrer den auf der Höhe der Seebrücke im Wasser treibenden leblosen Körper des Mannes gegen 16:00 Uhr gesehen und auf sein Board gezogen. Anschließend habe der Wassersportler sofortige Wiederbelebungsversuche eingeleitet.

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Ertrunken in der Ostsee: Gaffer behindern und filmen Rettungsaktion

Wie unter anderem die Hamburger Morgenpost berichtet, sei die Rettungsaktion, an der sich bis zum Eintreffen der Rettungskräfte auch Strandbesucher und DLRG-Mitarbeitende beteiligten, von einer hohen Anzahl an Schaulustigen massiv gestört worden. Diese seien den Rettungskräften aufgefallen, weil sie, „das Geschehen filmten und der wiederholten Aufforderung der Polizei, den Bereich zu verlassen, nicht nachkamen“, erklärte ein Sprecher der zuständigen Polizei. Einige von Ihnen sollen selbst über den notdürftig errichteten Sichtschutz aus Handtüchern und Strandlaken ihre Handys gehalten und gefilmt haben, „um die Sensationslust zu stillen“, so der Polizeisprecher.

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Rettungsaktion mit tragischem Ende – Polizei kann Strafverfahren gegen Schaulustige nicht einleiten

Die eingeleiteten Wiederbelebungsmaßnahmen brachten nicht den gewünschten Erfolg „Trotz des engagierten Eingreifens verstarb der Mann“, so der Polizeisprecher. Aufgrund des eigentlichen Rettungseinsatzes und der hohen Anzahl an Schaulustigen war es den Beamten vor Ort nicht möglich, die Personalien der Gaffer aufzunehmen und in der Folge Strafverfahren einzuleiten. Den Gaffern hätte eine Geldstrafe oder bis zu zwei Jahren Gefängnis gedroht.

Tragischer Unfall: Toter war Nichtschwimmer

Die Identität des Toten ist zuerst unklar gewesen, doch mittlerweile geklärt. Claudia Struck, Sprecherin der Polizeidirektion Lübeck, teilte am Freitag mit; dass es sich bei dem Mann um einen 29-jährigen Hamburger handelt, der am heißesten Tag des Jahres alleine an die Ostsee aufgebrochen war. „Ermittlungen haben ergeben, dass der Verstorbene Nichtschwimmer war und ertrunken ist“, sagte Struck. Bei dem Tod handelt es sich um einen Unfall.

*TRANSPARENZHINWEIS: Der Artikel ist nach Veröffentlichung um neue Informationen ergänzt worden.

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