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Omikron in Norderstedt: Drei Schulklassen verbringen Weihnachten in Quarantäne

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Die neue Covid-19-Variante scheint das Coppernicus-Gymnasium in Norderstedt erreicht zu haben. 90 Schüler und 20 Lehrer müssen wegen Omikron-Verdacht in Quarantäne. 

Hamburg – Weihnachten steht vor der Tür und eigentlich freuen sich Familien darauf, vom hektischen Alltag abzuschalten und gemütliche Tage zu verbringen. Für einige Schüler aus Norderstedt und ihre Familien heißt es über die Feiertage nun aber bangen und isolieren. Am Coppernicus-Gymnasium in Norderstedt sind gleich drei Schulklassen inklusive ihrer Lehrer in Quarantäne, weil der Verdacht auf Omikron-Infektionen besteht.

Stadt in Schleswig-HolsteinNorderstedt
Fläche58,1 km²
Bevölkerung77.932 (31. Dez. 2015)
Höhe29 m
OberbürgermeisterinElke Christina Roeder

In diesen Städten in Deutschland grassiert das Coronavirus derzeit am schlimmsten.

Quarantäne zu Weihnachten: 90 Schüler und 20 Lehrer bleiben an den Feiertagen isoliert

Der Grund für die drastische Situation waren zwei Kinder, die positiv auf Covid-19 getestet wurden und bei denen ein Verdacht auf Omikron vorlag. Nun mussten sämtliche Kontaktpersonen aus der Schule inklusive Haushaltsangehörige in eine 14-tägige Quarantäne. Eine Klasse wird bis Heiligabend, die anderen bis zum 27. Und 28. Dezember in Isolation sein, wie Schulleiterin Heike Schlesselmann berichtet. „Für die betroffenen Familien ist das natürlich alles ein Riesenproblem“, sagt die Pädagogin laut dem Hamburger Abendblatt.

Warum es gleich drei Klassen sind, die in Quarantäne müssen, erklärt sie auch: „Die Kinder und Jugendlichen aus den betroffenen Klassen hatten ja auch im Kurssystem Unterricht, etwa für die zweite Fremdsprache.“ Aktuell sind die etwa 90 Schüler und 20 Lehrer im Online-Unterricht, was vor allem den Lehrern recht ist, die trotz Impfungen – die bei Omikron nicht mehr ganz so effektiv wirken sollen* – derzeit lieber Distanz wahren.

Covid-19-Situation in Norderstedt: Coppernicus ist nicht die einzige Schule

Heike Schlesselmann sieht sich mit einer unmöglichen Situation konfrontiert. Viele Schüler und Eltern haben nun das vorzeitige Ende des Schuljahres und eine frühere Verabschiedung in die Weihnachtsferien verlangt. Über die Schulpflicht wolle die Rektorin sich aber auch nicht einfach hinwegsetzen. Allerdings behalten einige Eltern ihre Kinder auch einfach ungefragt zu Hause: „Mir berichten Kollegen, dass in ihrem Unterricht nur noch neun Schülerinnen und Schüler sitzen. Wenn die Eltern korrekt sind, dann bitten sie mich um Befreiung. Andere schreiben Entschuldigungen.“ Die größte Sorge sei aktuell das Weihnachtsfest.

Leeres Klassenzimmer und Omikron-Weihnachtskugel
Die Omikron-Variante hat 90 Schüler aus Norderstedt vor Weihnachten in Quarantäne befördert. (24hamburg.de-Montage) © Alexander Limbach/ Imago Images & Imagebroker/Imago Images

Das Coppernicus-Gymnasium ist aber nicht die einzige Schule im Kreis Segeberg, die wegen der Omikron-Verdachtsfälle Schüler in Isolation schicken musste. Durch einen Gemeinschaftskurs mit dem Gymnasium Harksheide sind auch dort Schüler betroffen. Außerdem gab es Verdachtsfälle von Omikron in drei Gruppen der Kita Schatzinsel in Norderstedt, in einer Gruppe der Kita Tausendfüßler in Kaltenkirchen und in einer Gruppe der Lilliput-Kita in Ellerau. Auch dort sind Kinder und Kontaktpersonen in Quarantäne.

Robert Tschuschke, Sprecher des Kreises Segeberg, geht für die nächste Zeit nicht von einer Entschärfung der Situation aus. „Es ist davon auszugehen, dass dieser Trend länger anhalten wird. Derzeit befindet sich die Anzahl der Verdachtsfälle im Kreis im niedrigen zweistelligen Bereich.“ Kreisweit wurden am Dienstag, 21. Dezember, 48 Corona-Neuinfektionen nachgewiesen, was eine Inzidenz von 180,2 zur Folge hat. 823 Personen sind in Quarantäne, 21 Personen in einer Klinik, davon eine auf der Intensivstation. Auch die Lebensmittelbranche bereitet sich auf die Omikron-Variante vor.

Warum diese drastische Quarantäne? Bei Omikron gelten schärfere Regeln

Bereits die Delta-Variante von Covid-19 brachte die Gesundheitssysteme weltweit an ihre Grenzen. Die Omikron-Variante ist mit ihren zahlreichen Mutationen und hohem Ansteckungsrisiko noch viel gefährlicher. Aus diesem Grund muss der Infektionsschutz der Kreise bei einem Verdachtsfall sofort agieren. Auch im Kreis Segeberg, in dem sich das Norderstedter Coppernicus-Gymnasium befindet, ist es nicht anders. Sobald eine Person positiv getestet wurde und nach einer Labordiagnose ein Verdacht auf Omikron besteht, müssen die Person sowie alle Haushaltsangehörigen und alle Kontaktpersonen in eine 14-tägige Quarantäne. Die Quarantäne gilt ab dem Tag des positiven Corona-Tests.

Ob es sich tatsächlich um einen Omikron-Fall handelt, kann erst durch eine Gesamtgenomsequenzierung bestätigt werden, die etwa 14 Tagen dauert. Die Quarantäne muss aber trotz Ungewissheit eingehalten werden. Am 12. Tag der Quarantäne kann ein weiterer PCR-Test gemacht werden. Sollte dieser negativ sein, hebt das Gesundheitsamt die Quarantäne nach dem 14. Tag auf.

Omikron erfordert härtere Maßnahmen: Auch Familie und Kontaktpersonen in Quarantäne

Weil die Omikron-Variante so gefährlich ist – und nicht nur die Gesundheit, sondern auch das harmonische Weihnachtsfest mit der Familie bedroht – werden auch sämtliche Kontaktpersonen isoliert. Malte Göttsch vom Infektionsschutz erklärt, dass alle Haushaltsangehörigen einer Person mit Omikron-Verdacht in Isolation müssen. „Und das unabhängig vom Impf- und/oder Genesenenstatus.“ Auch hier kann am 12. Tag ein PCR-Test gemacht werden, bei Krankheitssymptomen auch früher.

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Bei Kontaktpersonen außerhalb des eigenen Haushalts wird ebenso streng gehandelt. „Bei Freizeit- oder Sportaktivitäten im infektiösen Zeitraum ist die Entscheidung – Quarantäne ja oder nein – abhängig von der Intensität und der Umgebung des Kontaktes“, so Göttsch. „Wenn aufgrund der Situation festgestellt wird, dass es sich um enge Kontaktpersonen handelt, gehen diese für 14 Tage ab dem letzten Kontakt in Quarantäne, unabhängig vom Impfstatus.“

Hamburg: Schulschließung keine Option – Schulsenator Ties Rabe gegen verlängerte Ferien

Die Frage nach längeren Weihnachtsferien bereitet nicht nur Heike Schlesselmann aus Norderstedt Kopfzerbrechen. Auch in Hamburg machten die Linken den Vorschlag, die Ferien um eine Woche zu verlängern. Schulsenator Ties Rabe (SPD) hält das aber für keine gute Idee, wie er am Dienstag im Schulausschuss der Bürgerschaft erklärte.

Eine Ferienverlängerung käme einer Schulschließung gleich, die die Kinder nur unnötig verwirren würde. Kinderärzte und Psychologen sprächen sogar schon von seelischer Verwüstung. Um aber für mehr Sicherheit und beruhigte Gemüter zu sorgen, werde man nach den Ferien in Schulen dreimal die Woche statt wie bisher nur zweimal Corona-Tests durchführen. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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