1. 24hamburg
  2. Schleswig-Holstein

Nord-Ostsee-Kanal bleibt nach Öl-Unfall für Schifffahrt gesperrt – Wind wird zum Problem

Erstellt:

Von: Steffen Maas

Kommentare

Wann haben sie wieder freie Fahrt auf dem Nord-Ostsee-Kanal? Die Reedereien hoffen auf dieses Signal. Die Ölbekämpfung in Brunsbüttel dauert aber wohl länger.

Brunsbüttel – Keine frühzeitige Entspannung beim Öl-Unfall in Schleswig-Holstein: Der Nord-Ostsee-Kanal bleibt voraussichtlich auch noch den ganzen Freitag für die Schifffahrt gesperrt. Die Dauer der Ölbekämpfung hänge unter anderem von der Wetterlage ab, teilte der Leiter des Havariekommandos, Robby Renner, am Donnerstagabend mit. Eine besondere Herausforderung sei der Wind, der laut Vorhersage im Laufe des Freitags zwischenzeitlich drehen soll.

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Nord-Ostsee-Kanal, das die Freigabe für die Schifffahrt erteile, gehe derzeit von einer Sperrung bis mindestens Samstag, 12 Uhr aus, so Renner.

Kanal:Nord-Ostsee-Kanal
Mittlere Tiefe:11m
Länge:98,26 km
Mund:Ostsee

Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel: Ursache für Leck an der Pipeline weiter unklar

Die Wasserstraße war am Mittwoch gesperrt worden, nachdem wegen eines Lecks in einer Pipeline im Hafen von Brunsbüttel große Mengen Öl ausgelaufen waren. Das Havariekommando hatte am Donnerstag zunächst signalisiert, der Kanal könnte frühestens am Freitagnachmittag für den Verkehr freigegeben werden. Die Ölbekämpfungsarbeiten seien auf dem Kanal und am Ufer gut vorangekommen. Dabei waren auch drei Spezialschiffe im Einsatz.

Auch in der Nacht auf Freitag waren die drei Ölbekämpfungsschiffe weiter rund um die Uhr auf dem Kanal unterwegs. Bei Tagesanbruch sollen dann die Helferinnen und Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) und der Feuerwehr die Arbeit am Ufer wieder aufnehmen. Auch die Tierrettung ist mit dabei, da einige verölte Tiere gesichtet worden sind. Nach ersten Erkenntnissen sei eine niedrige, zweistellige Zahl an Vögeln betroffen.

Ausgelaufenes Öl aus der Pipeline im Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel
Mit Öl verschmutztes Wasser wird von Ölsperren am weiteren ausbreiten gehindert. Der Nord-Ostsee-Kanal bleibt nach dem Auslaufen von Öl voraussichtlich bis Samstag für die Schifffahrt gesperrt. © Jonas Walzberg/dpa

Leck in der Öl-Pipeline: Unklarheiten über Ausmaß der Verschmutzung und Ursache

Unklar sei bislang, wie viel Öl insgesamt nach dem Leck in einer Pipeline am Mittwoch im Hafen von Brunsbüttel ausgetreten ist, sagte Renner am Donnerstagmittag. „Wir haben eine Ölverschmutzung, die reicht über sechs Kilometer entlang des Nord-Ostsee-Kanals.“ Aufgrund von Beobachtungen aus der Luft sei die Menge mit etwa zwölf Kubikmetern berechnet worden.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Ebenfalls ungeklärt ist nach wie vor, weshalb es überhaupt zu dem Leck in der Pipeline gekommen war. Hierzu laufen Ermittlungen der Polizei. Nach Bekanntwerden des Vorfalls hatte die Verkehrszentrale die Schleusen des Kanals gesperrt. Am Donnerstagabend befanden sich laut Havariekommando rund 30 Schiffe im Zulauf auf eine der Kanalschleusen oder warteten im Kanal auf die Weiterfahrt.

„Wertvolle“ Wasserstraße: Nord-Ostsee-Kanal zuletzt häufiger im Fokus

Man dürfe die künstliche Wasserstraße „nicht zu früh freigeben, weil es geht hier um etwas sehr Wertvolles“, sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne). „Es geht um den Schutz unserer Meere, um das Wattenmeer.“ Es müsse verhindert werden, dass das Öl in die Elbe oder die Nordsee gelange.

Der Kanal zwischen Kiel an der Ostsee und Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) an der Mündung der Elbe in die Nordsee ist die weltweit meistbefahrene künstliche Seewasserstraße. Die wichtige infrastrukturelle Ader stand zuletzt häufiger im Mittelpunkt: Dabei ging es um „dramatische Auswirkungen“, die das Kürzen relevanter finanzieller Mittel laut Lokalpolitikern hätte, und eine spektakuläre Schiffskollision mit den Holtenauer Brücken in Kiel. (Mit Material der DPA)

Auch interessant

Kommentare