1. 24hamburg
  2. Schleswig-Holstein

„Wichtiger Schritt“: Oben-ohne Baden in Kiel ab sofort für alle erlaubt

Erstellt:

Von: Kevin Goonewardena

Kommentare

Nach Göttingen wird auch in Kiel das Oben-ohne-Baden für alle erlaubt. Dafür hat der Stadtrat bereits eine Abänderung der Badeordnung beschlossen.

Kiel – Der Göttinger Vorstoß, allen Menschen (auch Frauen) zumindest teilweise das Oben-ohne-Baden in öffentlichen Schwimmbädern zu gestatten, sorgte im Sommer für Schlagzeilen. In der niedersächsischen Universitätsstadt ist im Mai 2022 eine Testphase gestartet, in der es neben Männern auch allen anderen Menschen gestattet ist, das Schwimmbad „Oben ohne“ zu besuchen.

Bei der Testphase soll es nun in Göttingen nicht bleiben. Und so wurde Göttingen jetzt auch zum Vorbild für andere Städte. Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel zieht bei der „Oben-ohne-Erlaubnis für alle“ inzwischen mit, berichtet die taz. Das fordern Teile der Bevölkerung schon lange. Frei nach dem Motto: „Gleiche Brust für alle!“ – gegen Oben-ohne-Diskriminierung im Schwimmbad

Name:Kiel
Schwimmbadbetreiber:Kieler Bäder GmbH
Eigentümer:Städtisch
Bäder (Auswahl):Hörnbad, Hammer Bad, Katzheide u.a.

In Kieler Schwimmbädern nur noch Hose Pflicht – Antrag bereits verabschiedet

In Kiel heißt es ab sofort: In den öffentlichen Bädern der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt ist es für Badende zukünftig lediglich Pflicht, eine Hose zu tragen, um die primären Geschlechtsorgane zu bedecken. Ansonsten können alle Schwimmerinnen und Schwimmer die Badebekleidung tragen, die sie möchten. Und zwar anders als in Göttingen nicht nur am Wochenende, sondern während der gesamten Öffnungszeiten der Bäder. Einen entsprechenden Antrag auf Abänderung der städtischen Badeordnung hat der Kieler Stadtrat bereits mit großer Mehrheit beschlossen.

Insbesondere für Frauen und trans* Menschen ist das ein wichtiger Schritt für die persönliche Freiheit und gegen Sexualisierung.

Svenja Bierwirth, Fraktion Die Politiker*innen.

Der Antrag zur Änderung der Badeordnung sei mit Zustimmung der Ratsfraktionen von SPD, Grünen, FDP, Südschleswigschem Wählerverband (SSW), Klima, Verkehr und Meer (KVM), Linken und den Po­li­ti­ke­r*in­nen am Donnerstag, 25. August 2022, angenommen worden, schreibt die taz. CDU und AFD hätten gegen den Antrag gestimmt, sich zur Debatte allerdings nicht geäußert.

Ein Bikini-Oberteil mit verschiedenfarbigen Herzen ist an einer Wäscheleine aufgehangen.
Das Bikini-Oberteil, ein Auslaufmodell? In Göttingen brauchen Frauen es jedenfalls nicht mehr. In Kiel neuerdings genauso wenig. © Michèle Constantini/Imago

Auch in Hamburg wird die Debatte um angemessene Badekleidung seit geraumer Zeit geführt: Burkini, Bikini oder ganz ohne? Änderungen in Hamburg möglich. Die Hamburger SPD will „oben ohne“ in Freibädern erlauben – auch für Frauen.

24hamburg.de Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Oben-ohne in Kiel: Bäderpersonal soll sensibilisiert werden – Belästigungen im Schwimmbad vermeiden

Bierwirth und ihren Kolleginnen und Kollegen von der Fraktion Die Politiker*innen ist bewusst, dass die Änderung der Bestimmungen nichts an gesellschaftlichen Realitäten ändern werden. „Darum ist es wichtig, dass das Bäderpersonal noch einmal sensibilisiert und geschult wird, etwaige vorkommende sexuelle Belästigung oder andere Konflikte zwischen Badegästen zu verhindern.“

Auch interessant

Kommentare