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Böllern auf Sylt: Es drohen bis zu 50.000 Euro Strafe

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Von: Dagmar Schlenz

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Auf der Nordseeinsel Sylt herrscht wegen der vielen reetgedeckten Häuser ganzjährig Böllerverbot. Bei Verstößen drohen hohe Bußgelder.

Sylt – Mit viel Krach und Getöse das neue Jahr begrüßen, das ist vielerorts ein alter Brauch. Auf der Nordseeinsel Sylt kann das allerdings sehr teuer werden. Nach der coronabedingten Zwangspause ist in diesem Jahr Feuerwerk in vielen Bundesländern wieder erlaubt, aber es gibt auch regionale Böllerverbote. Zum Beispiel auf Sylt. Hier dürfen wegen der vielen reetgedeckten Häuser keine Raketen und Böller gezündet werden.

Name:Sylt (friesisch Söl, dänisch Sild)
Kreis:Nordfriesland
Länge:knapp 40 Kilometer
Fläche:99,14 km²
Einwohner:18.118 (2019) 183 Einwohner/km²

Böllerverbot auf Sylt: Bußgelder bis zu 50.000 Euro

Viele Menschen werden Silvester 2022 auf Sylt verbringen, auf eine der Partys gehen oder das Jahr im kleinen Kreis ausklingen lassen. Was viele nicht wissen: auf der ganzen Insel herrscht absolutes Böllerverbot. Der Sylter Einzelhandel unterstützt das Verbot durch einen freiwilligen Verzicht auf den Verkauf von Raketen, Fontänen und Böllern der Klassen II, III und IV. Es gibt zwar keine Taschenkontrollen beim Betreten der Insel, aber es wird ausdrücklich darum gebeten, keine Feuerwerkskörper vom Festland mitzubringen.

Grund für das ganzjährige Abbrennverbot für Feuerwerkskörper sind die vielen reetgedeckten Häuser auf der Insel. Zu denen gehört mit dem größten Reetdach Europas auch der Lanserhof Sylt, der allerdings über Silvester seine Tore geschlossen hat. Böller und Raketen stellen ein hohes Brandrisiko für die Gebäude dar. Deshalb drohen beim Verstoß gegen das Abbrennverbot nach Auskunft der Gemeinde Sylt auch saftige Strafen von bis zu 50.000 Euro.

Ein brennender Böller, daneben brennende 100- und 200-Euro-Scheine. Auf der Nordseeinsel Sylt herrscht Böllerverbot – beim Verstoß drohen Strafen bis zu 50.000 Euro.
Auf der Nordseeinsel Sylt herrscht Böllerverbot – beim Verstoß drohen Strafen bis zu 50.000 Euro. (24hamburg-Montage) © Marius Schwarz/Christian Ohde/imago

Böllerverbot zu Silvester auf Sylt – Höhenfeuerwerk nur in Hörnum

Weil es auf der Nordseeinsel Sylt oft sehr windig ist – immerhin findet im Januar 2023 die erste „Sylter Sturmwoche“ statt –, besteht das Abbrennverbot für Feuerwerkskörper nicht nur in der Nähe von Häusern, sondern auch außerhalb der Ortschaften und am Strand. In Naturschutzgebieten wie dem Nationalpark Wattenmeer dürfen ebenfalls keine Feuerwerkskörper gezündet werden – das regelt das Nationalparkgesetz.

Aber für Freunde von buntem Glitzer am Nachthimmel gibt es auch eine gute Nachricht. Wer sich zum Jahresausklang auf der Promi-Insel Sylt ein Feuerwerk anschauen möchte, fährt in den Süden der Insel. Zum Beispiel mit einem der neuen Elektrobusse auf Sylt – und Silvester ab 18:00 Uhr sogar kostenlos. Um Mitternacht wird am Hafen von Hörnum das Jahr 2023 mit einem professionellen Höhenfeuerwerk eingeläutet. Auf dem Platz neben dem südlichsten der Sylter Leuchttürme beginnt schon um 19:00 Uhr die Open-Air-Party.

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