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Maskenpflicht an Schulen entfällt: Schleswig-Holstein setzt auf Vernunft

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Von: Jakob Koch

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Das Ende der Test- und Maskenpflicht naht. Ministerin Prien argumentiert mit hohen Impfquoten und sehr wenigen Klinikfällen in Schleswig-Holstein.

Kiel – Für die einen ist es die ersehnte Nachricht, für anderen der Auslöser für ein mulmiges Gefühl: Nach den Osterferien entfallen Masken- und Testpflicht in Schleswig-Holstein. Die coronabedingte Maskenpflicht endet am 2. April. „Das heißt: Nach den Osterferien gibt es an den Schulen im Land keine allgemeine Maskenpflicht mehr“, sagte Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Donnerstag in Kiel. „Das heißt nicht, dass man keine Maske mehr tragen darf.“ Natürlich dürften Jugendliche und Kinder dies weiterhin tun, wenn sie sich und andere schützen wollten. Das gilt künftig auch für Arbeitnehmer mit neuen Corona-Regeln am Arbeitsplatz.

Ab der nächsten Woche entfallen zudem die Pflichttests an den Schulen. „Damit folgen wir auch den Empfehlungen der Wissenschaftler, die das anlasslose Testen im bisherigen Umfang für nicht sinnvoll erachten“, erläuterte Prien. Schülerinnen und Schüler bekämen aber zwei Tests pro Woche für freiwillige Checks, dann aber zu Hause und nicht mehr in der Schule. Mit den bereitgestellten Packungen werden die zwei verbleibenden Wochen bis zu den Osterferien abgedeckt. Prien, die erst kürzlich ihren Twitter-Account auf Eis legte*, bat Schüler und Lehrkräfte, am Abend oder Morgen vor Schulbeginn nach den Ferien einen Test zu machen.

Name:Karin Prien
Geburtstag:26. Juni 1965
Geburtsort:Amsterdam
Amt:Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Maskenpflicht an Schulen entfällt: Schleswig-Holstein setzt auf Eigenverantwortung

Auch nach den Ferien soll es bei Bedarf kostenlose Testmöglichkeiten geben. Die Ministerin appellierte an die Eigenverantwortung: „Wenn ich Symptome habe, gehe ich nicht in die Schule.“ Maske tragen und Testen auch nach den Ferien sei durchaus sinnvoll. „Wir setzen aber in allen Lebensbereichen auf Eigenverantwortung.“

Kinder und Jugendliche hätten unter den Einschränkungen ihres schulischen und außerschulischen Lebens während der Pandemie und den damit verbundenen Eingriffen in ihre soziale Teilhabe besonders gelitten, sagte Prien. Außerdem argumentierte sie im Hinblick auf den anstehenden Wegfall der Pflichtmaßnahmen damit, dass die Impfquote unter den Schülern im Norden besonders hoch sei und nur extrem wenige Kinder und Jugendliche wegen Covid-19 ins Krankenhaus müssten.

Nach den Osterferien gibt es an den Schulen im Land keine allgemeine Maskenpflicht mehr
Nach den Osterferien gibt es an den Schulen im Land keine allgemeine Maskenpflicht mehr. © Fleig/Imago

Kritik an Schleswig-Holsteins Plänen zum Ende der Maskenpflicht an Schulen

Bei ihrem Appell zur Eigenverantwortung lasse Prien außer Acht, dass der Staat die Schüler in den Klassenraum zwinge, meinte der SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat. Die Schulpflicht sei ein wichtiges Gut, erfordere aber in dieser Situation besondere Schutzmaßnahmen. „Die SPD fordert deshalb, die laufenden Maßnahmen noch für zwei Wochen nach den Osterferien weiterlaufen zu lassen.“ Frühere Ferien hätten gezeigt, dass das Infektionsgeschehen sich deutlich am Urlaubsverhalten der Menschen ablesen lasse.

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„Die steigenden Infektionszahlen zwingen uns in den Schulen weiterhin zu großer Vorsicht“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke. Anders als die Bildungsministerin wolle die GEW sich noch nicht von den verpflichtenden Tests in den Schulen verabschieden. „Wir erhalten vor allem von vielen unserer Kolleginnen und Kollegen in den Grundschulen Rückmeldungen über zahlreiche Infektionen.“

Wie es nach den Osterferien weitergehen solle, müsse im Lichte des Infektionsgeschehens entschieden werden, sagte Henke. In den Kitas sei die Situation noch problematischer, weil die Ansteckungsgefahr sehr groß sei, kleine Kinder keine Maske tragen könnten und es kindgerechte, funktionierende Tests offenkundig nicht gebe. (mit dpa) * 24hamburg.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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