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Lübecker Impf-Studie: Autoren wollen konkrete Grenzwerte für Immunität

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Von: Robin Dittrich

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Eine neue Corona-Studie aus Lübeck zeigt: Jüngere Menschen sind nach einer Impfung deutlich länger immun als ältere. Welche neuen Erkenntnisse gibt es?

Lübeck/Hamburg – Die Coronavirus-Studie des Lübecker Gesundheitsamtes wurde schon vor einiger Zeit durchgeführt. Sie fand in Zusammenarbeit mit der Vorwerker Diakonie statt. Es wurden Proben von 228 Bewohnern im Durchschnittsalter von 84 Jahren sowie von 273 Mitarbeitern im Durchschnittsalter von 50 Jahren genommen und untersucht. An der Studie nahmen insgesamt fünf Pflegeheime teil. Jeder Teilnehmer war zu diesem Zeitpunkt doppelt geimpft.

Das Ziel der Studie: Den Rückgang von Antikörper- sowie T-Zellen über einen bestimmten Zeitraum erkennen.

Corona-Studie vom:Lübecker Gesundheitsamt
Teilnehmer:228 Bewohner, 273 Pfleger von fünf Pflegeheimen
Krankheit:COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2

Wie lange gilt Immunität nach der Corona-Impfung?

Im Zuge der durchgeführten Studie wurden Blutproben nach zweifacher Impfung auf Antikörper und vorhandene T-Zellen untersucht. Die vollständige Impfung war zum Zeitpunkt der Entnahme etwa siebeneinhalb Monate her. Die Untersuchungen kamen zu einem eindeutigen Ergebnis: Jüngere Menschen sind deutlich länger geschützt als ältere. Die Werte bei den Pflegern waren im Schnitt 30 Prozent höher als bei den Bewohnern. Bei allen Teilnehmern nahm der Impfschutz über den gesamten Zeitraum nach und nach ab.

Es ist ein Labor mit einem Mikroskop zu sehen. Rechts ist in einem Kreis ein Stopschild mit der Aufschrift „Omikron“ zu sehen.
Neue Lübecker Studie will Grenzwert für Immunisierung festlegen. (24hamburg.de-Montage) © Imago

Zudem wiesen Teilnehmer mit chronischen Herzkrankheiten oder Diabetes von Beginn an deutlich reduzierte Werte auf. Allgemein fielen die Werte erst nach 120 bis 180 Tagen ab, bis dahin blieben sie sehr konstant. Eine Impfung ist nach wie vor der beste Schutz gegen das Coronavirus. Das Sterberisiko nimmt nach einer Booster-Impfung deutlich ab. Auch das Risiko von Langzeitfolgen wird gesenkt. Denn selbst bei mildem Verlauf drohen schwere Folgeschäden.

Die Autoren der Studie wollen konkrete Grenzwerte für eine Immunität festlegen

Bei Durchführung der Studie wurden geboosterte oder sogar vierfach geimpfte Personen nicht beachtet. Zu diesem Zeitpunkt wurde erst doppelt geimpft. Aufgrund der Ergebnisse schlagen die Autoren Grenzwerte vor, bei denen ein ausreichender Schutz vor einer Corona-Infektion gilt. „Auch wenn mittlerweile die vierte Impfung bereits für einige Personengruppe von der Stiko beschlossen wurde, halten wir es für wichtig, auf Basis von klinischen und laborchemischen Parametern die Dauer der Immunität nach einer Impfung zu untersuchen“ sagte der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Alexander Mischnik, dazu.

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Ob ein solcher Grenzwert konkretisiert wird, ist fraglich. Auch die Erkenntnisse sind aufgrund des aktuell deutlich fortgeschrittenen Impflage in Deutschland nicht mehr ganz aktuell. Das ist laut Lübecker Gesundheitsamt jedoch nebensächlich. Impfungen sind so oder so unumgänglich. Andere Studien zeigen, dass Ungeimpfte deutlich ansteckender sind als Geimpfte. Zudem kann eine Coronainfektion zu Problemen während der Schwangerschaft führen. Allgemein hoffen die Autoren der Lübecker Studie, dass „unsere Studie einen Beitrag leisten kann, damit sich die Situation bessert.“ * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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