1. 24hamburg
  2. Schleswig-Holstein

Lebensgefährliche Aktion: Unbekannte legen Güterzug lahm

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sebastian Richter

Kommentare

Ein Güterzug der Deutschen Bahn musste bei Lübeck eine Notbremsung einleiten. (Symbolbild)
Ein Güterzug der Deutschen Bahn musste bei Lübeck eine Notbremsung einleiten. (Symbolbild) © Oliver Berg/dpa

Unbekannte werfen ein Stromkabel auf eine Oberleitung bei Lübeck. Ein Güterzug muss notbremsen – trotzdem kommt es zum Unfall.

Lübeck – Gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr: Aus unbekannten Gründen hat jemand ein Stromkabel auf eine Oberleitung über einer Zugstrecke geworfen. Ein Güterzug kollidierte am Stadtrand von Lübeck mit dem Kabel und riss es hunderte Meter weit mit. Die Aktion hätte tödlich enden können, die Polizei ermittelt.

Sei schneller informiert: die Blaulicht-News direkt aufs Handy – ganz einfach via Telegram

Unfall an Bahnstrecke bei Lübeck: Stromkabel kollidiert mit Güterzug

Der Unfall ereignete sich am Dienstagabend (5. Juli 2022). Gegen 21.39 Uhr erhielt die Bundespolizei in Lübeck Meldung, dass ein Güterzug auf seiner Fahrt von Lübeck nach Maschen mit einem „metallischen Gegenstand“ kollidiert war, wie die Polizei berichtet. Ein Stromkabel hing von der Oberleitung. Unbekannte hatten es zuvor von einer Baustelle gestohlen und von der Brücke „Oberbüssauer Weg“ auf die Oberleitung geworfen, wie sich später herausstellte.

Der Stromabnehmer des Zuges, also die Verbindung mit der Oberleitung, erfasste das Kabel, zog es mit sich und riss schließlich ein etwa 5 Meter langes Stück ab. Der Lokführer hatte das Stromkabel noch gesehen und eine Notbremsung eingeleitet. Dennoch: Der etwa 75 Kilometer pro Stunde fahrende Zug kam erst nach 500 Metern zum Halten. Kein Wunder bei einer Länge von 532 Metern und 1673 Tonnen Gewicht.

Eine Lok hat ein von der Oberleitung hängendes Stromkabel abgerissen.
Eine Lok hat ein von der Oberleitung hängendes Stromkabel abgerissen. © Bundespolizei Kiel

Bahnsperrung bei Lübeck: Deutsche Bahn sichert Unfallstelle

Die Strecke zwischen Lübeck und Hamburg wurde gesperrt. Die Bundespolizei sicherte den Tatort und fertigte Bilder an. Ein Techniker und der Notfallmanager der Deutschen Bahn wurden zur stehengebliebenen Bahn gerufen, gemeinsam mit dem Lokführer sicherten sie das Kabel und übergaben es der Bundespolizei als Beweismittel.

Bei der Kollision wurde der Stromabnehmer zwar beschädigt, funktionierte aber noch. Gegen 23.38 Uhr konnte der Zug seine Fahrt fortsetzen. Erst dann konnte der Techniker das herunterhängende Kabel entfernen, da nicht sicher war, ob das Kabel Strom führte.

Lesen Sie weitere Blaulicht-Meldungen wie: Zug rast gegen Metalltür – Anschlag auf Bahnstrecke im Norden

Bundespolizei sucht Zeugen nach lebensgefährlicher Aktion

Die Bundespolizei warnt, dass man niemals Gegenstände in die Oberleitung von Zügen werden sollte. „In diesem Fall hätte das in die Oberleitung geworfene Kabel zu einem Stromüberschlag führen können. Das ist lebensgefährlich und endet nicht selten tödlich“, heißt es von der Bundespolizei in Kiel.

Die Bundespolizei ermittelt und sucht Zeugen des Vorfalls. Wer etwas Verdächtiges beobachtet hat, kann sich unter der Telefonnummer 0431 98071-210 mit der Bundespolizei oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung setzen.

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion