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Verwahrloste Hunde gerettet: Welpen mit Blaulicht in Klinik gebracht

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Von: Sebastian Richter

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Einer der Hunde, die die Polizei in der Wohnung in Lübeck fanden.
Einer der Hunde, die die Polizei in der Wohnung in Lübeck gefunden hat. © Polizei Lübeck

Aus einem Dachgeschoss in Lübeck befreit die Polizei einige Hunde. Die Tiere wurden von einem polizeibekannten Mann unter miserablen Umständen gehalten.

Lübeck – Die Polizei hat mehrere Hunde aus einer Wohnung im Lübecker Stadtteil St. Gertrud gerettet. Die Tiere wurden dort auf engstem Raum gehalten, teilweise waren sie in einem kritischen gesundheitlichen Zustand, wie die Polizei berichtet.

Den entscheidenden Hinweis gab am Donnerstagnachmittag, 30. Juni 2022, eine Zeugin: In einem Mehrfamilienhaus in der Marlistraße sollen zwischen sechs und acht Hunde unbeaufsichtigt in einer Dachgeschosswohnung aufhalten. Der Besitzer, ein wegen mutmaßlichem Welpenhandel bereits polizeibekannter 38-Jähriger, soll schon einige Zeit nicht in der Wohnung gewesen sein.

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Lübeck: Hundebesitzer verweigert Polizei Zutritt zur Wohnung

Die Polizei machte sich auf den Weg zu der beschriebenen Wohnung. Dort angekommen hörten die Beamten Hundegbell aus dem Dachgeschoss. Sie kontaktierten einen weiteren Anwohner des Hauses – zufällig ein Verwandter des Hundebesitzers. So kamen sie auch mit dem 38-jährigen in Kontakt, mit dem sie am Telefon sprechen konnten. Dieser war nicht damit einverstanden, dass die Beamten die Wohnung betreten – und schickte seinen Anwalt zum Einsatzort.

Die Beamten gingen derweil von einer Tierwohlgefährdung aus, wie es in einer Mitteilung der Polizei heißt. Also verständigten sie eine Vertreterin des Tierschutzes Lübeck und eine Amtstierärtzin des Veterinäramtes. Als die Fachleute an der Wohnung eintrafen, gab der Hundebesitzer in Rücksprache mit seinem Anwalt nach und erlaubte den Beamten den Zutritt.

Lübeck: Unwürdige Zustände für Hundehaltung

Schon als die Beamten die Wohnungstür öffneten, versuchten einige Hunde aus dem stickigen und engen Dachgeschoss zu fliehen. Die Tiere mussten unter miserablen Zuständen in der Wohnung hausen: In einem Zwinger von etwa fünf Quadratmetern Größe lagen überall Fäkalien auf dem Boden. Auch das Fell der Tiere war damit verschmutzt. Es gab zwar Futternäpfe, diese waren allerdings leer. Trotz sommerlicher Außentemperaturen war das Dachfenster nur einen Spalt breit geöffnet, die Hunde hatten nicht genügend Wasser.

Doch das war noch nicht alles: Die Anwesenden bemerkten ein leises Winseln. In einer Wand entdeckten sie ein Loch mit etwa 20 Zentimetern Durchmesser. Kurz darauf zwängten sich zwei verängstigte Welpen und ein ausgewachsenes Tier durch das Loch. Bei den Hunden handele es sich vermutlich um Spitz oder Spitzmischlinge, heißt es von der Polizei.

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Polizei fährt misshandelte Hunde in Lübecker Klinik

Die Amtstierärztin ordnete an, alle Hunde aus der Wohnung zu holen und dem Tierschutz zu übergeben. Vorläufig wurden sie im Tierheim Lübeck untergebracht. Alle, bis auf die beiden Welpen: Ihr Zustand war so Kritisch, dass die Polizei sie im Streifenwagen unter Blaulicht direkt in die Lübecker Tierklinik brachten, wo sie umgehend medizinisch versorgt wurden.

Das Veterinäramt hat Anzeige gegen den Besitzer erstattet.

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