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Leuchttürme auf Sylt: Markante Wahrzeichen von List bis Hörnum

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Von: Dagmar Schlenz

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Vier Leuchttürme und ein Quermarkenfeuer gibt es auf der Nordseeinsel Sylt. Jedes dieser Leuchtfeuer am Meer hat seinen eigenen Charme.

Sylt – Die Geschichte der Insel Sylt ist eng mit der Seefahrt verbunden. Lange bevor die ersten Touristen auf die Insel im Norden von Schleswig-Holstein kamen, fuhren die Inselbewohner hinaus aufs Meer, um Handel zu treiben, zu fischen und Wale zu fangen. Feuer wurden angezündet, damit sich die Seefahrer orientieren konnten. Im 19. Jahrhundert errichtete man an der Nordsee dann Leuchttürme, die weithin sichtbar durch die Nacht strahlten. Auf Sylt finden Besucher gleich fünf dieser für die Küste so typischen Bauwerke.

Name:Sylt (friesisch Söl, dänisch Sild)
Kreis:Nordfriesland
Fläche:99,14 km²
Einwohner:18.118 (2019) 183 Einwohner/km²
Leuchttürme:List-Ost, List-West, Kampen, Quermarkenfeuer Kampen, Hörnum

Leuchtturm List-Ost: Bis 2003 absturzgefährdet

Auf dem Lister Ellenbogen ganz im Norden von Sylt kann man gleich zwei Leuchtfeuer bewundern. Der Leuchtturm List-Ost ist 22 Meter hoch und weiß-rot-weiß lackiert. Der Turm mit der roten Bauchbinde wurde im Jahr 1857 erbaut. Da sich das weithin sichtbare Bauwerk an einer Steilkante befindet, war es bis 2003 auf der lange durch Stürme vom Untergang bedrohten Insel Sylt stark absturzgefährdet. Die Küstenerosion an der Steilkante ist seitdem aber zum Stillstand gekommen.

Ein weiß-rot-weiß gestreifter Leuchtturm in den Dünen. Der Leuchtturm List-Ost auf der Nordseeinsel Sylt war bis 2003 absturzgefährdet.
Der Leuchtturm List-Ost auf der Nordseeinsel Sylt war bis 2003 absturzgefährdet. © Dagmar Schlenz
Name:Leuchtturm List-Ost
Höhe:22 Meter (Feuerhöhe)
Baujahr:1857
Farbe:weiß-rot-weiß

Der Lister Ellenbogen befindet sich in Privatbesitz. Um mit dem Auto in die Nähe der Lister Leuchttürme zu gelangen, muss man am Kassenhaus an der Zufahrtsstraße zum Ellenbogen eine Gebühr bezahlen. Fußgänger und Radfahrer können kostenlos passieren. Eine nur im Sommer gebührenpflichtige Parkmöglichkeit findet man ganz in der Nähe am Weststrand. Einige Busse der Linie 1 von List zurück nach Westerland halten ebenfalls am Weststrand, wo sich in den Dünen eine der Strandbars auf Sylt befindet. Von hier kann man sich zu Fuß an der Straße oder am Strand auf den Weg zum Ellenbogen machen.

Leuchtturm List-West: Deutschlands nördlichstes Leuchtfeuer

Der Leuchtturm List-West befindet sich ebenfalls auf dem Lister Ellenbogen. Das Seezeichen wurde im Jahr 1857 von den Dänen gebaut, als die Nordseeinsel Sylt noch zum skandinavischen Nachbarland gehörte. Der weiße Eisenleuchtturm mit roter Kappe ist 19 Meter hoch. List-West ist das nördlichste Leuchtfeuer in Deutschland und hilft Seefahrern bei der Orientierung im „Lister Tief“.

Name:Leuchtturm List-West
Höhe:19 Meter (Feuerhöhe)
Baujahr:1857
Farbe:weiß mit rotem Fuß und roter Kappe

Das Feuer im Leichtturm List-West wird seit 1977 vom Wasser- und Schifffahrtsamt Tönning ferngesteuert. List-West und List-Ost sind sie die ältesten noch aktiven Leuchtfeuer Deutschlands, deren Turm aus gusseisernen Platten besteht. Für einen Besuch bei einem der beiden Leuchttürme mit dem eigenen Auto wird an der Privatstraße zum Ellenbogen eine Gebühr erhoben. Wer sich diese sparen möchte, der kommt zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Der Bus der Linie 1 hält in der Nähe am Parkplatz am Weststrand.

Leuchtturm Kampen: Der „lange Christian“

Der weiß-schwarz-weiße Leuchtturm in Kampen trägt den Spitznamen „der lange Christian“. Kein Wunder, denn mit einer Höhe von 62 Metern ist der Kampener Leuchtturm der höchste auf der Promi-Insel Sylt. Er wurde im Jahr 1856 in Betrieb genommen und ist somit noch älter als seine „Brüder“ in List. Auch der „lange Christian“ wurde – wie die beiden Leuchtfeuer in List – von den Dänen errichtet. Bereits 1853 gab der dänische König Frederik VII, dessen Monogramm noch heute den Leuchtturm schmückt, den Bau in Auftrag.

Links ein weiß-schwarz-weiß gestreifter Leuchtturm, rechts der weiße Leuchtturm-Fuß mit einem roten Monogramm. Der Leuchtturm in Kampen auf Sylt wurde vom dänischen König Frederik VII in Auftrag gegeben, dessen Monogramm noch heute das Bauwerk ziert.
Der Leuchtturm in Kampen auf Sylt wurde vom dänischen König Frederik VII in Auftrag gegeben, dessen Monogramm noch heute das Bauwerk ziert. © Dagmar Schlenz
Name:Leuchtturm Kampen (Langer Christian)
Höhe:62 Meter (Feuerhöhe)
Baujahr:1855 bis 1856
Farbe:weiß-schwarz-weiß

Der Turm besteht aus gelben Natursteinen und erhielt erst 1953 einen weißen Anstrich mit schwarzem Band, damit er tagsüber besser sichtbar ist. Einen Leuchtturmwärter gibt es in Kampen nicht mehr – die beiden Wärterhäuser werden inzwischen als Wohnungen vermietet. Den Leuchtturm Kampen kann man nur von außen besichtigen. Man erreicht das in den Feldern am Ortsrand von Kampen gelegene Bauwerk gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Wer mit dem Bus kommt, der nimmt die Linie 1 nach List und steigt an der Haltestelle „Kampen Süd“ aus.

Quermarkenfeuer Kampen: Beliebtes Fotomotiv in den Dünen

Auf der Westseite der Insel Sylt befindet sich das Quermarkenfeuer in Kampen. Als „Quermarkenfeuer“ werden Leuchtfeuer bezeichnet, die quer zum Kurs leuchten. Das Kampener Quermarkenfeuer unterscheidet sich schon optisch stark von den klassischen Sylter Leuchttürmen. Der Turm des achteckigen Gebäudes mit weiß-grüner Kappe besteht aus roten Klinkern. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es als Ergänzung zum Hauptfeuer in Kampen gebaut, um vor einer Sandbank in der Einfahrt zum Lister Tief zu warnen. Seit 1974 ist der kleine Turm in den Dünen nicht mehr in Betrieb.

Ein Leuchtturm aus roten Backsteinen in den Dünen. Das Quermarkenfeuer in Kampen auf Sylt ist ein beliebtes Fotomotiv.
Das Quermarkenfeuer in Kampen auf Sylt liegt idyllisch in den Dünen. © Dagmar Schlenz
Name:Quermarkenfeuer Kampen
Höhe:13 Meter
Baujahr:1912 bis 1913
Farbe:rote Klinker und weiß-grüne Kappe

Das Quermarkenfeuer in Kampen ist nicht nur ein tolles Fotomotiv, sondern wird auch immer wieder gerne als Kulisse für Dreharbeiten auf Sylt genutzt. Es liegt in den Dünen nördlich von Kampen und kann nur zu Fuß erreicht werden. In der Nähe verläuft der Radweg nach List. Mit dem Bus der Linie 1 nach List fährt man bis zur Haltestelle „Kampen Dikstieg“. Von dort führt ein Weg durch die Dünen zum bereits weithin sichtbaren Quermarkenfeuer.

Leuchtturm Hörnum: Trauzimmer über dem Meer

Ganz im Süden der Insel befindet sich der rot-weiß-rote Leuchtturm von Hörnum. Er ist das einzige Leuchtfeuer auf der Insel, das besichtigt werden kann - und in dem auch Trauungen stattfinden. Paare können sich in dem Turm in etwa 33 Meter Höhe das Ja-Wort geben – dort, wo sich früher einmal das kleinste Klassenzimmer in ganz Deutschland befunden hat. Der Turm wurde 1907 auf einer Düne in Hörnum erbaut, um die Fahrrinne zwischen Sylt und der Nachbarinsel Amrum zu sichern.

Ein rot-weiß-roter Leuchturm in Strandnähe. Im Leuchtturm in Hörnum auf Sylt können sich Paare das Ja-Wort geben.
Im Leuchtturm in Hörnum auf Sylt können sich Paare das Ja-Wort geben. © Dagmar Schlenz
Name:Leuchtturm Hörnum
Höhe:48 Meter (Feuerhöhe)
Baujahr:1907
Farbe:rot-weiß-rot

Der Leuchtturm in Hörnum ist fast baugleich mit den Leuchttürmen auf Pellworm und in Westerheversand. Die drei Türme in Schleswig-Holstein sind Teil einer Serienproduktion aus Isselburg im westlichen Münsterland. Sie bestehen aus verschraubten Gusseisenplatten, sogenannten Tübbings. Termine für die Besichtigung des Hörnumer Leuchtturms findet man auf der Internetseite des Tourismus-Service Hörnum. Der Leuchtturm steht im Süden von Hörnum, in der Nähe des Hafens. Dort befinden sich Parkplätze und die Endhaltestelle der Bus-Linie 2 nach Hörnum.

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