Ex-Freundin getötet

Mord im Rümpel: Angeklagter zu lebenslanger Haft verurteilt

Ein Justizvollzugsbreamter führt den Angeklangten im Mordfall Rümpel an in den Gerichtssaal. Links steht ein Polizist, rechts der Angeklangte, er trägt einen grünen Pullover und versteckt sein Gesicht mit einem Papierordner. Seine Hände sind in Handschellen. Hinter ihm erkennt man einen anderen Justizvollzugsbeamten, der die Tür öffnet.
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Schleswig-Holstein, Lübeck: Der Angeklagte verbirgt sein Gesicht beim Betreten eines Saals im Landgericht hinter einem Aktenordner.

Ein 40-Jähriger soll seine Ex-Freundin getötet haben. Ihre Leiche wird erst anderthalb Jahre später gefunden. Er sagt, sie habe ihn provoziert. Jetzt schickt das Gericht ihn ins Gefängnis.

  • Mörder aus Rümpel bekommt nach Verzögerungen im Prozess lebenslang.
  • Im Jahr 2017 hatte er seine Freundin nach einem Streit erwürgt.
  • Das Landgericht Lübeck glaubt seinem Geständnis nicht.

Lübeck – Wegen Mordes aus Eifersucht hat das Landgericht Lübeck einen heute 40 Jahre alten Mann zu lebenslanger Haft verurteilt. „Wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass der Angeklagte seine Ex-Freundin im Oktober 2017 in seiner Wohnung in Rümpel bei Bad Oldesloe getötet und ihre Leiche in einem einige Kilometer entfernten Waldstück versteckt hat“, sagte der Vorsitzende Richter Christian Singelmann am Dienstag, 21. April. ��In seinem Geständnis hat der Angeklagte die Tötung seiner ehemaligen Lebensgefährtin zwar zugegeben. Doch so, wie er den Tatablauf geschildert hat, war es nach unserer Überzeugung nicht“, sagte er.

Mord an Ex-Freundin aus Eifersucht

Wie der seit April 2019 in Untersuchungshaft sitzende Angeklagte auf das Urteil reagierte, war nicht zu erkennen. Wegen der Coronavirus-Sars-CoV-2-Pandemie trug der 40-jährige Deutsche auch während der Urteilsverkündung im Landgericht Lübeck eine Schutzmaske und eine an eine Taucherbrille erinnernde Schutzbrille.

Das Opfer hatte sich im September 2017 von dem Angeklagten getrennt und einem anderen Mann zugewandt. Sie war aus der gemeinsamen Wohnung in Rümpel ausgezogen und hatte sich eine eigene Bleibe im rund zehn Kilometer entfernten Schlamersdorf im Kreis Stormarn gemietet.

Das habe der Angeklagte offenbar nicht verwinden können, sagte der Lübecker Richter Singelmann. «Er selbst nahm sich alle Freiheiten, doch ihr wollte er sie nicht gewähren», sagte der Vorsitzende. «Dieses Verhalten ist extrem eigensüchtig und steht auf unterster moralischer Stufe, sodass die Tat rechtlich als Mord einzuordnen ist», sagte er.

Vorsitzende Richter in Lübeck glaubt dem Mord-Geständnis des Täters nicht

In seinem Geständnis vor dem Landgericht Lübeck zu Prozessbeginn hatte der Angeklagte ausgesagt, er habe am Tattag, dem 25. Oktober 2017, noch einmal mit der 39-Jährigen reden wollen, während er sie nach einem Treffen in Rümpel nach Schlamersdorf zurückgefahren habe. „Doch sie hat nur schnippisch reagiert und das mit einer Handbewegung abgetan“, hatte er ausgesagt. Sie habe ihn verhöhnt, da sei bei ihm eine Sicherung durchgeknallt und er habe sie in der Nähe ihrer Wohnung erwürgt, so die Aussage des Angeklagten.

„Wir gehen dagegen davon aus, dass er sein Opfer an dem Tag in seiner Wohnung in Rümpel erwürgt hat. Anschließend versteckte er die Leiche in dem Waldstück bei Hammoor, das er zuvor ausgekundschaftet hatte“, sagte Singelmann. Die Schilderungen des Angeklagten zum Tatablauf seien Teil einer Legende, die er sich zurecht gelegt habe, um den Verdacht von sich abzulenken, sagte der Vorsitzende des Landgericht Lübeck.

Der 40-Jährige war bereits unmittelbar nach dem Verschwinden der Frau ins Visier der Lübecker Ermittler geraten. Damals gab es jedoch keine Beweise für seine Schuld in dem Mordfall. Erst im April 2019 wurde die in Plastiksäcken verpackte Leiche der 39-Jährigen gefunden. Kurz darauf wurde ihr Ex-Freund festgenommen.

Mit dem Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist, folgte das Landgericht Lübeck dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte die Tat nicht als Mord, sondern als Totschlag in einem minderschweren Fall gewertet und sechs Jahre Haft für den Angeklagten gefordert.

dpa/ee

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