1. 24hamburg
  2. Schleswig-Holstein

Bauarbeiten am Flughafen Hamburg: Wann die Landebahn gesperrt ist

Erstellt:

Von: Kevin Goonewardena

Kommentare

Viele Menschen leiden unter dem Lärm des Flughafens Hamburg. Nun verstärken Bauarbeiten am Airport in Fuhlsbüttel das Problem. Eine Landebahn ist gesperrt.

Hamburg – Norderstedt im Speckgürtel Hamburgs grenzt unmittelbar an die Millionenmetropole. Doch zum Nachteil einiger der rund 80.000 Norderstedter Bürger, zu denen bis zu seinem Tod auch HSV-Legende Uwe Seeler gehörte, grenzt nicht nur Hamburg an die Stadt in Schleswig-Holstein, sondern auch der Flughafen in Fuhlsbüttel. Das hat weitreichende und bereits seit Jahrzehnten viel diskutierte Folgen: Denn etwa 3500 Menschen in Norderstedt leben unmittelbar in der Einflugschneise des Flughafens Hamburg. Für sie stellt der Flughafen eine beträchtliche Lärmquelle dar. Bereits 2020 berichtete das Hamburger Abendblatt von 66.000 Beschwerden Norderstedter Bürger über Fluglärm. Und 40 Prozent der Flüge führten schon 2021 über die Kleinstadt an der Stadtgrenze und damit mehr, als über jede andere Kommune in Flughafennähe. Eine Baustelle an der Startbahn sowie Landebahn 05/23 (Niendorf/Langenhorn) wird das Problem nun noch einmal verstärken.

Name:Flughafen Hamburg 8Hamburg Airport Helmut Schmidt)
Intrenationaler Flughafencode:HAM
Gegründet:1911
Adresse:Flughafenstr. 1-3, 22335 Hamburg
Anzahl Passagiere jährlich (2019):17,3 Millionen

Bauarbeiten am Flughafen Hamburg: Start- und Landebahn im August 2022 gesperrt

Regelmäßig müssen die Start- und Landebahnen wegen Sanierungs- oder Wartungsarbeiten am Flughafen Hamburg gesperrt werden. Die Sperrung durch die Bauarbeiten ist jeweils nur von kurzer Dauer. Doch aufgrund von Sperrungen an anderen Bahnen, die Flugbewegungen und steigt die Lärmbelästigung für die Anwohner – auch weil die Einflugschneise sich ändert. Und dazu werden Bauarbeiten nun erneut führen: Weil im Zeitraum vom 21. August bis zum 28. August 2022, die Startbahn sowie die Landebahn 05/23 (Niendorf/Langenhorn) für notwendige Arbeiten am Asphalt und der elektronischen Infrastruktur gesperrt wird, werden die Flüge am Hamburger Flughafen für den Zeitraum über die Norderstedter Bahn 15/33 geleitet.

Die nächsten Termine folgen im September, wie der offiziellen Webseite der Stadt Hamburg zu entnehmen ist. Das Gute ist, dann haben es die Norderstedt mal ruhig: Vom Montag, 5. September, bis Freitag, 9. September 2022, wird voraussichtlich die Bahn 15/33 gesperrt: Alle Flüge starten und landen dann über Niendorf und Langenhorn. Knapp zwei Monate später werden die Anwohner der Norderstedter Bahn erneut entlastet: vom Montag, 7. November an, bis Freitag, 11. November 2022 wiederholt sich das Prozedere.

Hamburg Airport, Flugzeuge, Fuhlsbüttel, Landebahn, Hangar
Der Flughafen in Hamburg-Fuhlsbüttel: Regelmäßig wird für Baurarbeiten eine Landebahn gesperrt. © Bodo Marks/dpa

Fluglärm Norderstedt aktuell: A380 reißt Anwohner trotz Nachtflugverbot aus dem Schlaf

Erst am 15. August 2022 wurden die Norderstedter einmal mehr schmerzlich daran erinnert, dass sie in Flughafennähe wohnen: Denn kurz nach Mitternacht donnerte ein A380 auf dem Weg nach Dubai über die Startbahn 15/33, so der offizielle Name, und im Steigflug über die angrenzenden Wohnviertel. Eigentlich herrscht am Flughafen Hamburg in Fuhlsbüttel ein Nachtflugverbot. Zwischen 00:00 Uhr und 06:00 Uhr morgens geht normalerweise am Hamburg Airport Helmut Schmidt gar nichts.

Doch dank einer Ausnahmegenehmigung durfte das weltweit größte Passagierflugzeug in Richtung der arabischen Halbinsel aufbrechen. Das Problem sind allerdings nicht solche, wenn auch nicht seltene, Ausnahmen. Das Problem ist für die Norderstedter die vermehrte Nutzung der genannten Piste 15/33 (Norderstedt/Alsterdorf) im allgemeinen und im Speziellen in den Abendstunden. Denn Lärm macht erwiesenermaßen krank.

24hamburg.de Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Lesen Sie auch: Mittagsruhe in Hamburg: Was bei Baulärm, Rasenmähen und Kindern gilt

Fluglärm Hamburg Flughafen: Seit 1983 gestiegene Lärmbelästigung in Norderstedt

Und dieser Lärm begleitet die Anwohner nicht erst seit gestern. Mit dem 1983 gefassten Beschluss über die Hauptstart- und Landebahnen des Hamburger Airports und der in dem Zusammenhang ausgewählten Start- und Landebahn 15/33 stiegen nicht nur die Flugbewegungen, sondern auch die Lärmbelästigungen für die Norderstedter, insbesondere die Bewohner des Stadtteils Garstedt an. Bereits zwei Jahre zuvor hatte sich die NIG, Norderstedter Interessengemeinschaft für Fluglärmschutz e.V., gegründet, eine solche Interessengemeinschaft gab es auch im benachbarten Quickborn, wie das Norderstedter Stadtmagazin schreibt.

Wir wurden durch diese Willkür der Hamburger Politik zur Lärmmülldeponie des Hamburg Airports

NIG Norderstedt im Jahr 2014

Seit Jahrzehnten schon fühlen sich die Norderstedter Bürger von der Hamburger Politik überrumpelt und dann im Stich gelassen. Trotz des Austausches und Versprechungen steigt die Lärmbelästigung erwiesenermaßen immer weiter an. In den Jahren 2005 und 2006, schreibt das Norderstedter Stadtmagazin, beispielsweise um 134 Prozent. 2007 wurden an der Messstelle 11 am Ohlenhoff in Garstedt die höchsten Werte aller zwölf Messstellen in der Umgebung des Hamburger Flughafens registriert. Die Liste an traurigen Superlativen und Negativ-Rekorden ließe sich zuungunsten der Norderstedter beliebig weiterführen.

Lesen Sie auch: Urlaub 2022: Drei neue Flugziele ab Flughafen Hamburg

Auch interessant

Kommentare