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„Können den Laden dicht machen“: Punks auf Sylt lassen Gastronomen verzweifeln

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Feiern, saufen, Musik hören: Dank des 9-Euro-Tickets kommen in diesen Tagen auch wieder Punks nach Sylt. Ganz zum Unmut einiger Gastronomen.

Hamburg – „Chaostage auf Sylt“ waren angekündigt. Bisher passierte nicht mehr, als dass ein paar Punks, in der Spitze etwa 100 bis 150, an der Wilhelmine in Westerland feierten. Größtenteils zeigten sich die Punks friedlich, hörten einfach nur Musik, genossen Getränke und das Zusammensein. So war es auch an Pfingsten, als hunderte Punks zusammensaßen und das Wochenende in Westerland verbrachten. Nur vereinzelt lösten die Punks auf Sylt Polizeieinsätze aus. Trotzdem sorgen die Punks bei Gastronomen für Unmut – weil andere Gäste jetzt fernbleiben, so heißt es.

Insel:Sylt
Bundesland:Schleswig-Holstein
Gewässer:Nordsee

Dank 9-Euro-Ticket: Punks kehren nach Westerland auf Sylt zurück – Gastronomen besorgt

Punks auf Sylt – ein Bild, das gar nicht neu ist. Denn schon in den 80er- und 90er-Jahren kam sie nach Westerland – tummelten sich vor der Wilhelmine. Die Nordseeinsel, die oft als „Insel der Reichen und Schönen“ beschrieben wird, ist also schon immer offen für alle gewesen. Doch seit den Ankündigungen zu den „Chaostagen Sylt 2022“, fürchten sich Sylter und Sylt-Touristen vor einer Enterung der Insel, vor Chaos und Randale.

Touristen laufen durch eine Straße auf Sylt.
Punks auf Sylt sorgen für Verzweiflung bei Gastronomen. © Axel Heimken/dpa

Bisher war von Chaos oder Verwüstungen jedoch noch keine Spur. Es kamen nur ein paar Punks. Im Gepäck: Gute Laune und Alkohol. Und so sorgen sich Gastronomen schon jetzt um ihre Zukunft. Mickey Schreiber ist Betreiber des Restaurants Cropino, direkt an der Wilhelmine auf Sylt. Er hätte an sich gar nichts gegen Punks, so Schreiber im Gespräch mit Focus online. Nur kämen jetzt, wo sich die Punks an der Wilhelmine eingerichtet hätten, keine anderen Gäste mehr in sein Lokal.

„Wenn der Sommer so weitergeht, können wir das vergessen und den Laden dicht machten.“

Mickey Schreiber, Betreiber des Restaurants Cropino auf Sylt im Gespräch mit Focus online

„Wenn der Sommer so weitergeht, können wir das vergessen und den Laden dicht machten“, sagt Schreiber weiter. Für ihn sei der Treffpunkt der Punks auf Sylt kein guter. Zum einen stören sie dort Gastronomen und deren Gäste, zum anderen würden sie damit so gar nicht den „Bonzen“ auf die Nerven gehen. Diese hielten sich an ganz anderen Orten der Insel auf, so Schreiber. Neben Schreiber klagen auch andere Sylter über die Punks, weil sie laut sind, saufen und wild urinieren, heißt es.

„Chaostage kommen noch“: Eskaliert die Situation auf Sylt im Juli?

In den vergangenen Tagen erreichten auch die Redaktion von 24hamburg.de zahlreiche Mails zum Thema Chaostage auf Sylt. Es sei derzeit noch völlig ruhig auf der Insel, heißt es von vielen. Von Chaos, keine Spur. Das bestätigt auch unsere Reporterin vor Ort. Bis auf feiernde Punks, die vereinzelt für Polizeieinsätzen gesorgt hätten, sei nichts passiert.

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Nur die Ruhe vor dem Sturm? Im Internet werden derweil erneut Chaostage auf Sylt angekündigt. Pfingsten war wohl erst der Anfang, denn „die Chaostage Sylt kommen noch“, ist dort zu lesen. Im Netz kursiert nun außerdem der 16. Juli 2022 als Tag der nächsten Invasion auf Sylt. „Schnappt euch das 9-Euro-Ticket - die Insel der Reichen und Schönen ruft. Damit auch alle Sylter*innen mitkriegen, dass der Pöbel da ist und sich die Insel aneignet, werden wir musikalische Unterstützung dabei haben und machen ordentlich Lärm“, heißt es in einem der Aufrufe auf Facebook.

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