1. 24hamburg
  2. Schleswig-Holstein

Hotel an der Ostsee macht Ernst – Hausverbot für Schröder und Putin!

Erstellt:

Von: Kevin Goonewardena

Kommentare

Marketing-Gag oder echtes Engagement zum Krieg in der Ukraine? Ein Hotelier an der Ostsee erteilte Putin, Schröder und Co. Hausverbot. Das sorgt für Reaktionen.

Scharbeutz/Hamburg – Ein Hotelier aus dem beliebten Ostsee-Badeort Scharbeutz schaltete am schnellsten: Er erteilte Altkanzler Gerhard Schröder, Russlands Präsident Wladimir Putin und dem autokratischen Herrscher von Belarus, Alexander Lukaschenko, Hausverbot in seinem Hotel „Bayside“. Der Anlass ist natürlich der Angriffskrieg, den der russische Präsident seit Donnerstagmorgen gegen den Nachbarstaat Ukraine führt.

Bei Altkanzler Gerhard Schröder dürfte dessen Nähe zu Russland der Grund sein. Der SPD-Politiker ist privat mit Wladimir Putin befreundet und ist Chef der Aufsichtsräte des russischen Energieriesen Rosneft und des Konsortiums hinter dem umstrittenen deutsch-russischen Megaprojekt, der Gaspipeline Nord Stream 2. Die verantwortet ein anderer, selbst umstrittener russischer Staatskonzern: Der ehemalige Hauptsponsor des Fußballclubs Schalke 04, Gazprom.

Und Lukaschenko? Putin-Freund und Despot Alexander Lukaschenko regiert sein Land mit eiserner Hand, verfolgt Oppositionelle, hält sich durch Wahlfälschungen und sichert sich durch fragwürdige Referenden weitere Machtbefugnisse. Seit Jahren versuchen ihn Aktivisten in Belarus aus dem Amt zu jagen. Im aktuellen Krieg rollten russischen Panzer auch von belarussischen Boden in die Ukraine ein.

Das Hausverbot im „Bayside“ in Scharbeutz also ein nobler Schritt?

Name:Scharbeutz
Kreis:Ostholstein
Fläche:51,78 km²
Bevölkerung:rund 11.000

Krieg in der Ukraine: Hotel in Scharbeutz erteilt Gerhard Schröder, Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko Hausverbot

Auf einem Zettel an der Glastür des Vier-Sterne Hotels in Scharbeutz hieß es „Herzlich willkommen, Welt! Lebenslanges Hausverbot für V. Putin, A. Lukaschenko, G. Schröder“, berichten mehrere Medien. Eine Antwort auf den russischen Angriff auf die Ukraine – Verantwortlichen des Hotels, so die Berichte, schrieben dazu: „Der Aggressor und seine Komplizen bombardieren die Freiheit der gesamten Welt und seine Freunde, zum Wohle des eigenen Portemonnaies, den gesunden Menschenverstand.“

Das Ostsee-Hotel Bayside in Scharbeutz, Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) und der russische Präsident Wladimir Putin und ein Zutritt verboten Schild
Ukraine-Krieg: das Ostsee-Hotel „Bayside“ in Scharbeutz erteilt Wladimir Putin und Gerhard Schröder ein Hausverbot auf Lebenszeit. (24hamburg.de-Montage) © Kay Nietfeld/Sergei Guneyev/dpa/Christian Ohde/Rene Traut/imago

Und weiter: „Unser Herz und unsere Gedanken sind bei den unschuldigen Bürger:innen der Ukraine.“ Mittlerweile ist das Posting auf Instagram nicht mehr zu finden. Der letzte Beitrag ist vom 26. Januar 2022. Auch eine diesbezügliche Story oder ein verlinkter Beitrag lassen sich nicht finden. Auf der Facebook-Präsenz des Hotels wurde der letzte Post am 17. Februar abgesetzt.

Krieg in der Ukraine: Hausverbot in Hotel an der Ostsee – Instagram-Post gelöscht

War jemandem der Protest doch zu heiß? Gegenüber der Lübecker Nachrichten (LN) sagte der Hotelchef Töns Haltermann, dass man die Kommentarfunktion habe aktivieren müssen, weil man bei der Flut der Kommentare mit dem Beantworten nicht mehr hinterherkam. Haltermann, berichten die LN, habe sogar alle Produkte russischer Oligarchen von der Karte genommen, darunter etwa Wodka und Kavier. Der Protest ist also offenbar doch mehr als ein Marketing-Gag. Als Nebeneffekt wird jetzt allerdings auch über das Hotel gesprochen. Clever!

24hamburg.de Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Krieg in der Ukraine: User feiern Entscheidung des Ostsee-Hotels, andere zweifeln Sinn an

Einem Bericht der Hamburger Morgenpost zufolge haben User die Entscheidung auf Instagram gefeiert, als der Beitrag noch online war. Auch den Lübecker Nachrichten berichtet der Hotelchef des „Bayside“ von überwiegend positiven Kommentaren. Laut Mopo sollen diese etwa „Das hat Format!“, „Sehr klasse!“ und „Das ist mal eine Ansage!“ gelautet haben.

Es gibt aber auch kritische Stimmen, etwa auf Twitter. Deren Tenor: Als würde das Hausverbot die Männer interessieren. So gibt ein Nutzer zu bedenken, dass es die drei Männer wohl kaum „kratzen“ würde in dem Hotel Hausverbot bekommen zu haben.

Ein anderer Nutzer schreibt, dass Putin bei ihm zu Hause auch Hausverbot habe. Unklar, ob er damit sagen will, dass ein Verbot nichts bringe, wenn es die, die es betrifft, nicht interessiere. Witzig gekontert wird er von einem weiteren Twitter-Nutzer. Bei dem ist Putin zwar willkommen, allerdings nur um dem neuen Job nachzugehen, den dieser für den russischen Präsidenten vorsieht:

Übrigens: Besucht haben Schröder, Putin und Lukaschenko das Hotel bislang nie. Es ist zu bezweifeln, dass die Herren von dessen Existenz überhaupt wissen. *24hamburg.de, merkur.de, fr.de und kreiszeitung.de und sind Angebote IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare