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Hochsaison der Seehunde – Retter melden viele Heuler im Wattenmeer

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Von: Bona Hyun

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Nordseeinsel Langeoog Ostfriesland Niedersachsen junger Seehund Robbe am Strand Spaziergänger
Für Seehundretter beginnt die Hocharbeitsphase: Die Fundzahl der Heuler ist so hoch, weil Touristen die Tiere in Ruhezonen stören. © Jochen Tack/imago

Es ist wieder Hochsaison für Seehundretter: Störungen durch Touristen im Wattenmeer sorgen für eine hohe Fundzahl der Heuler im Wattenmeer.

Norddeich/Friedrichskoog – Für Seehundretter beginnt eine Hocharbeitsphase. „Es gibt viele Heuler dieses Jahr“, sagte der Leiter der Norddeicher Seehundstation, Peter Lienau der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Bis Anfang Juli kamen 183 Heuler, also Seehundjungen, die den Kontakt zur Mama verloren hatten, in die Obhut der Seehundstation. Und noch ist die Geburtenphase nicht zu Ende.

Robbe aus der Familie der Hundsrobbe:Seehund
Wissenschaftlicher Name:Phoca vitulina
Gewicht:87 Kilogramm (Erwachsener)
Länge:1,6 Meter (Erwachsener)

Hochsaison für Seehundjungen im Wattenmeer – Retter versorgen aktuell 171 Heuler

Wassersportler und Urlauber im Wattenmeer hätten durch Störungen für viele Funde der Heuler gesorgt. Vor der Corona-Pandemie seien es 2019 insgesamt 181 Heuler gewesen. In der zweiten Seehundstation in Friedrichskoog, Schleswig-Holstein, werden aktuell 171 verwaiste Seehundjungen versorgt. Die Heuler bleiben zehn bis zwölf Wochen in der Station, bis sie genügend Gewicht zugelegt haben und fit für die Auswilderung sind.

Schritt für Schritt erlernen sie, selbstständig Fisch zu essen. Ehrenamtlichen Seehundretter, Wattenjagdaufseher oder Seehundjäger genannt, bringen nach Fundmeldungen die Tiere in die Stationen. Über rätselhafte Funde im Wattenmeer wurden Strandspaziergänger aufmerksam, die geheime Bewohner des Wattenmeeres entdeckten.

Hohe Fundzahl der verwaisten Seehundjungen, weil Touristen im Wattenmeer die Tiere stören

Der starke Tourismus im Wattenmeer würde laut Informationen der Norddeicher Einrichtung zum hohen Fund der Heuler führen. In den vergangenen Corona-Jahren, 2020 und 2021, war die Zahl der aufgenommenen Tiere deutlich geringer. Diese lag 2020 bei 133 und 2021 bei 116. Doch nun sei der Tourismus wieder zurückgekehrt. Die meisten Gäste, die an die Nordsee kämen, seien für den Schutz der Seehunde sensibilisiert, sagte Lienau.

„Aber bei vielen Besuchern an der Küste steigern sich auch die Ausnahmen“, wie Wassersportler, Sportbootfahrer und Wattwanderer, die die Ruhezonen und Sandbänke nicht beachten oder Heuler in Plastiktüten zur Station transportieren und sie damit in Lebensgefahr bringen. (Mit dpa-Material)

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