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Süße Sichtung auf Helgoland – erste Kegelrobbenbabys erblicken Licht der Welt

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Von: Daniel Hagen

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Vor kurzem hat auf Helgoland die Wurfsaison für Kegelrobben begonnen. Jetzt sind die ersten Babys gesichtet worden – hunderte sollen noch folgen.

Helgoland – Gute Nachricht von der Helgoländer Düne! Wie der Verein Jordsand mitteilt, ist Anfang November das erste Kegelrobbenbaby des Jahres 2022 geboren worden. Erst kürzlich hat dort die Wurfsaison begonnen, weshalb noch mehr Nachwuchs folgen wird. Nach der Geburt beginnt aber sofort der Ernst des Lebens.

NameKegelrobbe
Wissenschaftlicher NameHalichoerus grypus
FamilieHundsrobben (Phocidae)
OrdnungRaubtiere (Carnivora)
UnterordnungHundeartige (Caniformia)

Erste Kegelrobbenbabys auf Helgoland gesichtet

Seit dem Jahr 1996 werden alljährlich hunderte Kegelrobbenbabys geboren, darunter auch auf der Helgoländer Düne. Besonders erfreulich dabei: es werden jedes Jahr mehr. Alleine in der Wurfsaison 2021/22 haben 670 Jungtiere das Licht der Welt erblickt – ein neuer Höchststand. In der Saison davor sind es noch 653 gewesen.

Wie der Verein Jordsand berichtet, sind bis zum Donnerstag (10. November) bereits sieben Jungtiere auf der Düne bei Helgoland gesichtet worden. Einen Ticker, wie in den letzten Jahren, könne es dieses Mal aber leider nicht geben. Denn derzeit befinden sich über 1.300 erwachsene Kegelrobben am Strand, die bei Annäherung hochaggressiv reagieren.

Kegelrobben-Nachwuchs auf Helgoland – Verein Jordsand informiert

„Damit ist eine Sicherheit für landbasierte Zählungen, die bislang Basis des Kegelrobbentickers waren, nicht mehr möglich“, heißt es auf der Seite des Vereins Jordsand, der zusammen mit der Gemeinde Helgoland den unter Naturschutz stehenden Kegelrobbenbestand betreut. Erst zum Ende der Wurfsaison werde es eine Zusammenfassung geben.

Kegelrobben-Fans können jedoch weiterhin das faszinierende Naturschauspiel bewundern. So bietet der Verein den Besuch eines „Wintererlebnispfades“ an, auf dem man die Paarungszeit von besonderen Aussichtspunkten aus beobachten kann. Zudem wird vor Ort über die Tiere informiert und ein Panoramaweg (Bohlenweg) bietet einen Blick auf die Kegelrobben-Kinderstube.

Kegelrobben auf Helgoland – Babys sind anfällig für Gefahren

Doch mit der Geburt beginnt bei den Kegelrobben sofort der Ernst des Lebens. Gerade in den ersten Wochen sind die süßen Jungtiere extrem anfällig für Gefahren. So ist das weiße Babyfell, das auch Lanugofell oder Wollfell genannt wird, zwar gut für die nötige Wärme, birgt jedoch ein großes Risiko. Im Wasser kann sich das Fell schnell vollsaugen und damit das Schwimmen erschweren.

Trotz dieser Gefahr bringen Mutterkühe ihre Babys ans Wasser, um die Kleinen an das kalte Nass zu gewöhnen. Natürlich werden die Jungtiere nach kurzer Zeit wieder von der Mutter herausgezogen. Sollten die Verbindung von Kegelrobben-Mama und Baby jedoch durch externe Faktoren – wie zum Beispiel Menschen – gestört werden, droht Todesgefahr! Daher sollte man immer mindestens 30 Meter Abstand halten.

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Kegelrobbenbabys auf Helgoland – darum sind die Tiere gefährdet

Kegelrobben sind die größten frei lebenden Raubtiere Deutschlands und eine von zwei hier vorkommenden Robbenarten. Die andere ist der Seehund. Durch intensive Bejagung sind die Robben über die Zeit fast vollständig aus dem Wattenmeer verschwunden.

Mittlerweile gibt es aber wieder eine Nordsee-Kolonie, die auch die Düne von Helgoland umfasst. Laut dem Bundesamt für Naturschutz stehen Kegelrobben seit 2021 zudem nicht mehr auf der Liste bedrohter Säugetiere. Außerhalb der Fortpflanzungszeit wandern die Tiere weit umher, kehren aber immer wieder zu denselben Fortpflanzungsstätten zurück. (dh)

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