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Halligalli in List: Gosch plant „Mini-Las-Vegas“ auf Sylt

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Von: Dagmar Schlenz

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Kurz nach der Eröffnung 2021 musste Jürgen Gosch sein Nobel-Restaurant „Jünne“ wieder dicht machen. Jetzt plant er den schillernden Umbau des Lokals auf Sylt.

List/Sylt – Es war sein gastronomischer Traum, den Jürgen Gosch sich zu seinem 80. Geburtstag erfüllt hatte. Doch kurz nach der Eröffnung im Jahr 2021 holte ihn die Realität ein: Sein Nobel-Restaurant „Jünne“ in List auf Sylt musste wegen Personalmangel schließen. Überall auf der Nordseeinsel Sylt fehlt es an Fachkräften. Daher musste das Sylter Urgestein Gosch das Konzept für sein „Jünne“ komplett überdenken, die für September geplante Wiedereröffnung wurde verschoben.

Seine neuste Idee für das „Jünne“: Ein Umbau im „Las-Vegas-Stil“.

Restaurant:Jünne – Feine Fischköök
Geschäftsführer:Jürgen Gosch
Adresse:Am Hafen; 25992 List/Sylt
Eröffnung:27. Dezember 2021
Öffnungszeiten:Zurzeit nur auf Anfrage für Gesellschaften
Kontakt:info@gosch.de

Mini-Las-Vegas in List: Gosch plant „kulinarischen Vergnügungspark“

Bei der Erwähnung von „Las Vegas“ denken viele Menschen an Glücksspiel, spektakuläre Shows und ein Lichtermeer. Schon vor einigen Jahren hat die nördlichste Spielbank Deutschland auf der Promi-Insel Sylt geschlossen. Seitdem ist es auf der Nordseeinsel vorbei mit Roulette und Black Jack – in die Räumlichkeiten der ehemaligen Spielbank neben dem Rathaus von Westerland könnte vielleicht bald das Sylter Surf-Museum einziehen. Doch um Glücksspiel dreht es sich nicht bei den neusten Plänen von Jürgen Gosch. Lichtermeer trifft es schon eher.

„Hier an der schwarzen Wand, da kommt noch der beleuchtete Schriftzug Jünne hin. Alle Pfeiler werden anstrahlt, wie ein Feuerball. Das wird gigantisch! Wir wollen hier richtig Halligalli machen“, schwärmt Gosch gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Neben Getränken aus dem Gosch-Sortiment will er im „Jünne“ gehobenere Küche anbieten. Im unteren Bereich in der alten Bootshalle soll es spätestens ab 20:30 Uhr keine Speisen mehr geben. Dann sollen die Gäste zum Schlemmen in die obere Etage ins „Jünne“ kommen, das Jürgen Gosch sich als „kulinarischen Vergnügungspark“ vorstellt.

Jürgen Gosch vor dem Flamingo Casino und dem Caesar‘s Palace in Las Vegas. Gastronom Jürgen Gosch plant in List auf Sylt ein „Mini-Las-Vegas“.
Kulinarischer Vergnügungspark: Gastronom Jürgen Gosch plant in List auf Sylt ein „Mini-Las-Vegas“. © Christian Charisius/Michael Nelson/dpa/Montage

„Jünne“ soll nach Umbau zum Anziehungspunkt in List werden

Die Eröffnungsparty für sein „Mini-Las-Vegas“ in der Nähe des Luxus-Resorts Lanserhof Sylt in List hat Jürgen Gosch noch für dieses Jahr geplant. Weihnachten sollen die Umbauarbeiten abgeschlossen sein und das „Jünne“ in neuem Glanz erstrahlen. Der neue überdachte Eingangsbereich, der an eine Gangway erinnert, ist schon fertig. Die Eröffnung im Dezember wird aber nur ein kurzer Probelauf für das umgestaltete „Jünne“. Ab Januar 2023 ist erstmal Winterpause. Im nächsten Frühjahr möchte Gosch dann mit seinem Traum-Lokal, das nach dem Spitznamen „Jünne“ des Gastronomen benannt wurde, in den normalen Betrieb starten.

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Das Personal für seinen kulinarischen Vergnügungspark wird Jürgen Gosch voraussichtlich aus seinem Lokal „Pier 67“ am Lister Hafen abziehen. Das „Pier 67“ soll dann eher ein lockerer Gosch Imbiss mit Pizza und Currywurst für die jungen Leute werden, so Gosch im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt. Mit einem Imbiss am Hafen von List hat für Jürgen Gosch in der 1970er Jahren alles angefangen. Jetzt will der mit dem „Jünne“ einen neuen Anziehungspunkt im nördlichsten Inselort List schaffen.

Geteilte Meinungen zu den Las-Vegas-Plänen von Gosch: „Jetzt hebt er ab“

Die Reaktionen in den sozialen Medien auf die neusten Pläne des Sylter-Urgesteins sind sehr unterschiedlich. Die einen sind gespannt auf das neue Lokal, finden Jürgen „Jünne“ Gosch cool und die Pläne „sehr interessant“. Doch es gibt auch kritische Stimmen. „Jetzt hebt er ab“, kommentiert eine Userin einen Bericht des Hamburger Abendblatts über die Pläne von Gosch auf Facebook. „So‘n Mist braucht niemand“, findet eine weitere die Idee vom „Mini-Las-Vegas“ in List.

Mit dem geplanten Umbau seines Restaurants „Jünne“ schaut Gosch zumindest zuversichtlich in die Zukunft. Für andere Betriebe auf der Nordseeinsel Sylt sieht es dagegen schlecht aus. Das Traditionslokal „Eiche“ in Tinnum wird abgerissen und macht Platz für zwei Doppelhäuser. Ein Grund für die Aufgabe des Lokals sind die Nachwuchssorgen im Gastronomiebereich. Und auch in Westerland müssen Einheimische und Gäste auf ein beliebtes Lokal verzichten. Das Mitte September durch einen Brand zerstörte Strandrestaurant Badezeit wird wohl erst im Jahr 2024 wieder aufgebaut.

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