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Er soll Geheimnisse an Reporter weitergegeben haben: Ex-Polizist angeklagt

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Von: Elias Bartl

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Der Angeklagte (r) und sein Anwalt Michael Gubitz unterhalten sich vor dem Beginn des Prozesstages in einer Außenstelle des Lübecker Landgerichts.
Der Angeklagte (r) und sein Anwalt Michael Gubitz unterhalten sich vor dem Beginn des Prozesstages in einer Außenstelle des Lübecker Landgerichts. © Christian Charisius/DPA

Als Versuchssache eingestufte Kapitel eines Berichts, Fotos und Details zu Polizeieinsätzen soll der Beamte an einen Reporter weitergegeben haben.

Hamburg – Seit Montag, 20. Juni 2022, muss sich der Polizist und frühere Polizeigewerkschafter Thomas Nommensen wegen Verdacht des Geheimnisverrats vor dem Landgericht Lübeck verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 54-Jährigen insgesamt 16 Fälle des Durchstechens von Informationen an einen Reporter und andere vor. „Ihm ging es allein um die Skandalisierung von ihm empfundener Missstände bei den Ermittlungsbehörden“, sagte Oberstaatsanwalt Henning Hadeler am Montag während der Anklageverlesung. Durch das Durchstechen von Informationen habe der Beamte auch polizeiliches Vorgehen gefährdet.

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Frühere Polizeigewerkschafter Thomas Nommensen vor Gericht: Anklage erhoben

Der Gewerkschafter und der Journalist hatten sich laut Staatsanwaltschaft im Sommer 2017 kennengelernt und Freundschaft geschlossen. In der Folge habe Nommensen für den Reporter als „externer Rechercheur“ fungiert, der diesem bei Verbrechen teilweise eine „Art Liveticker“ lieferte. Einmal habe Nommensen dem Reporter geschrieben: „Seit wann kriegst Du von mir Fake News? Also reinhauen.“ Ziel des Beamten sei es demnach auch gewesen, die von ihm verhasste Polizeiführung schlecht dastehen zu lassen.

Früherer Polizeigewerkschafter wegen Geheimnisverrats vor Gericht

Zu Prozessbeginn hatte das Gericht einen Befangenheitsantrag der Verteidigung gegen die Richter abgelehnt. Der Antrag sei als unzulässig verworfen worden, sagte der Vorsitzende Richter Klaus Grammann. Verteidiger Michael Gubitz hatte im Vorfeld des Prozesses eine Erklärung seines Mandanten angekündigt. „Herr Nommensen ist bereit, Verantwortung für sein Verhalten, das er in einer persönlichen Erklärung ausführlich erläutern wird, zu übernehmen.“ Bei einer Durchsuchung hatte die Staatsanwaltschaft im August 2019 das Mobiltelefon des Polizisten sichergestellt. Darauf fanden Ermittler umfangreiche WhatsApp-Protokolle und Mail-Verkehr. (DPA)

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