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Entgleister Autozug in Niebüll: Wurde eine Weiche zu früh umgestellt?

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Von: Dagmar Schlenz

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Ein entgleister Autozug sorgte Anfang Dezember für Behinderungen im Bahnverkehr nach Sylt. Jetzt ermittelt die Bundespolizei gegen den Fahrdienstleiter.

Niebüll – War es menschliches Versagen? Beim Rangieren im Bahnhof von Niebüll ist am 12. Dezember 2022 ein Autozug entgleist. Mehrere Stunden lang konnte keine Autozüge von und nach Sylt fahren. Als mögliche Ursache galt bei den frostigen Temperaturen zunächst eine vereiste Weiche. Jetzt ermittelt die Bundespolizei laut einer Pressemitteilung gegen einen Mitarbeiter der Bahn. Der hatte möglicherweise die Weiche zu früh umgestellt.

Entgleister Autozug in Niebüll: Reisende mussten stundenlang warten

Am frühen Morgen des 12. Dezember 2022 war in Niebüll ein Autozug des Betreibers RDC mit insgesamt 27 Waggons beim Rangieren entgleist. Zwei der Flachwagen, auf denen Autos über den Hindenburgdamm auf die Nordseeinsel Sylt transportiert werden, sprangen aus den Schienen. Weil der entgleiste Zug die Strecke blockierte, konnten mehrere Stunden lang keine Autozüge von und nach Sylt fahren. Sowohl der blaue Autozug der RDC, als auch der DB Sylt Shuttle waren betroffen.

An den Autoverladungen in Niebüll und Westerland bildeten sich lange Schlangen. Erst gegen 13 Uhr konnte ein Hilfszug, der aus Neumünster zur Unfallstelle gerufen wurde, die beiden Waggons mittels Hydrauliktechnik wieder auf die Schienen befördern. Nach Überprüfung der Gleise auf etwaige Schäden wurde die Strecke wieder freigegeben.

Drei Personen in orangefarbener Arbeitskleidung stehen neben blauen Waggons auf den Gleisen. Ein entgleister Autozug legte Anfang Dezember den Zugverkehr nach Sylt lahm – die Polizei ermittelt jetzt gegen einen Bahnmitarbeiter.
Wurde eine Weiche zu früh umgestellt? Beim Rangieren war Anfang Dezember in Niebüll ein Autozug entgleist und legte den Bahnverkehr nach Sylt lahm. © Axel Heimken/dpa

Entgleister Autozug in Niebüll: Fahrdienstleiter im Fokus der Ermittlung

Die zuständige Bundespolizei traf am 12. Dezember 2022 gegen 05.45 Uhr am Bahnhof Niebüll ein und nahm die Ermittlungen auf. Als Ursache für den Unfall standen laut eines Pressesprechers sowohl eine vereiste Weiche, als auch menschliches Fehlverhalten im Raum. Nach ersten Erkenntnissen der Bahnunfallermittler steht jetzt ein 36-jähriger Bahnmitarbeiter im Fokus der polizeilichen Ermittlungen. Möglicherweise hatte der Fahrdienstleiter die Weiche zu früh umgestellt.

Bei Rangierfahrten, die außerhalb der Sichtweite des Fahrdienstleiters stattfinden, fährt ein Rangierer mit, erläutert ein Sprecher der Bundespolizei auf Nachfrage von 24hamburg.de. „In diesem Fall ist es so, dass der Fahrdienstleiter im Stellwerk direkt am Bahnhof sitzt und Einblick auf die besagte Weiche hatte“, so der Pressesprecher weiter. Gegen den Fahrdienstleiter wurde ein Strafverfahren wegen Gefährdung des Bahnverkehrs eingeleitet. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm eine Freiheitsstrafe von zwei bis fünf Jahren oder eine Geldstrafe.

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