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Ende der Maskenpflicht: Hamburg kritisiert Schleswig-Holstein

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Von: Kevin Goonewardena

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In Schleswig-Holstein fällt kommende Woche die Maskenpflicht. Der Hamburger Senat kritisiert die Entscheidung scharf. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident hält dagegen.

Hamburg – Mit Beginn des neuen Jahres fällt in Schleswig-Holstein die Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr. In den Bussen, Zügen und auf den Fähren im norddeutschen Bundesland bleibt das Tragen einer Corona-Schutzmaske mit Jahresbeginn zwar noch erlaubt, ist jedoch nicht mehr verpflichtend vorgeschrieben. Aus dem Nachbarland Hamburg kommen hingegen kritische Stimmen, die Entscheidung Kiels betreffend.

Name:Schleswig-Holstein
Fläche:rund 15.800 km²
Bevölkerung:rund 2,9 Millionen
Ministerpräsident:Daniel Günther (CDU, seit 2017)

Masken-Aus im ÖPNV: Tschentscher kritisiert Alleingang von Schleswig-Holstein

Bereits in der vergangenen Woche hatte Hamburgs Regierungschef Peter Tschentscher (SPD) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur unter anderem den Alleingang von Amtskollege Daniel Günther (CDU) kritisiert. Eine bundesweit einheitliche Vorgehensweise, so Tschentscher, sei besser. Zwar ist Schleswig-Holstein nicht das einzige Bundesland, das die Maskenpflicht abschafft – die nach wie vor in den meisten Bundesländern Bestand hat – die Auswirkungen auf den direkten Nachbarn Hamburg dürften jedoch größer sein, als die durch die ebenfalls ausgelaufene Pflicht zum Tragen einer Maske in Sachsen-Anhalt (08 Dezember 2022) und Bayern ( 13. Dezember 2022).

Fähre in Travemünde, Schleswig-Holstein
Die Pflicht zum Tragen einer Maske im öffentlichen Nahverkehr fällt in Schleswig-Holstein zum 01. Januar 2023. Hier ein Hinweis an einem Fähranleger in Lübeck-Travemünde. © Manngold / Imago

Aus der Maskenpflicht in Schleswig-Holstein: Regel-Wirrwarr für Reisende

So wird der Wegfall der Maskenpflicht im ÖPNV Schleswig-Holsteins zum 01. Januar 2023 ganz konkret für uneinheitliche Regelungen beim grenzüberschreitenden Verkehr zwischen den Bundesländern sorgen. Betroffen davon werden etwa Fahrgäste zwischen Hamburg und Lübeck, Kiel, Flensburg oder der Nordseeinsel Sylt; aber auch Reisende in den Speckgürtel der Hansestadt, etwa nach Norderstedt, Ahrensburg, Pinneberg, Kaltenkirchen oder Wedel sein. Nicht nur DB Regio-Züge, sondern auch des Anbieters AKN, der S-Bahn Hamburg und zahlreiche Buslinien der Hochbahn, sowie die U-Bahn-Linie U1 passieren die Landesgrenze.

Sehr volle Busse und Bahnen sind dann eben doch ein klassischer Risikofaktor für die Übertragung von Infektionen über die Atemwege.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) im Gespräch mit der DPA

Tschentscher plädiert für Isolations- und Maskenpflicht bis Frühjahr 2023

Auch weil die Infektionszahlen zurzeit wieder steigen, aber vor allem, weil das Risiko sich mit dem Coronavirus zu infizieren nach wie vor hoch ist, empfiehlt Hamburgs Bürgermeister Tschentscher sowohl die Isolationspflicht, als auch die Pflicht zum Tragen einer Maske im ÖPNV bis zum Frühjahr 2023 aufrechtzuerhalten.

„Einfach, um in diesem ersten Winter nach der starken Pandemie den starken Anstieg der Infektionserkrankungen einschließlich Corona zu dämpfen und das Gesundheitswesen dadurch zu entlasten“, so der Regierungschef der Hansestadt gegenüber der DPA.

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Ministerpräsident Günther: Auf Expertenrat verlassen

Im Hamburger Abendblatt erinnerte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nun daran, dass jede Landesregierung die Verantwortung für das von ihr regierte Land trage. Seine Regierung habe sich bei ihrer Entscheidungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie stets auf Expertenrat verlassen, so Günther – wie auch bei der Entscheidung zur Abschaffung der Maskenpflicht im ÖPNV des Landes.

Und in diesem Fall war das Urteil der Fachleute eindeutig: In Schleswig-Holstein ist die Voraussetzung für die Maskenpflicht im ÖPNV nicht mehr gegeben.

Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, gegenüber dem Hamburger Abendblatt

Das Tragen einer Maske verbietet seine Regierung allerdings nicht, betont Günther.

Finanzministerin Heinold: Hamburg wollte sich auf gemeinsame Lösung nicht einlassen

Günthers Stellvertreterin und Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) trägt als Vertreterin des CDU-Koalitionspartners nicht nur die Entscheidung mit; im Abendblatt sprach sie auch von einer gemeinsamen Lösung, die man zusammen mit Hamburg angestrebt habe. „Wir wollten eine gemeinsame Lösung. Hamburg wollte sich nicht darauf einlassen. Also war für uns die Frage: Handeln wir anders, als es unser Expertenrat uns empfiehlt?“, sagt Monika Heinold.

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