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Drei Fußgänger totgerast: Autofahrer muss sich vor Gericht verantworten

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Der Angeklagte, ein 26-jähriger Mann, wird in Handschellen von Bediensteten der Justiz in einen Gerichtssaal des Kieler Landgerichts gebracht.
Der Angeklagte, ein 26-jähriger Mann, wird in Handschellen von Bediensteten der Justiz in einen Gerichtssaal des Kieler Landgerichts gebracht. © Markus Scholz/DPA

Der 26-Jährige wurde am Landgericht Kiel am Donnerstag in Handschellen vorgeführt. Zuvor war er nicht erschienen. Bislang schweigt er zu den Vorwürfen.

Kiel – Seit Donnerstag steht ein Autofahrer wegen des Todes von drei Fußgängern in Neumünster vor dem Kieler Landgericht. Der 26-Jährige wurde zu Prozessbeginn am 18. August 2022, in Handschellen vorgeführt und äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Zuvor hatte das Gericht einen Haftbefehl erlassen. Dem ursprünglich bereits für Montag geplanten Prozessauftakt war der Mann ferngeblieben und ließ sich wegen Kokain-Konsums in eine Klinik bringen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 26-Jährigen vor, die Fußgängergruppe am 20. Januar 2021 mit seinem Wagen erfasst zu haben. Noch am Unfallort starben ein 34 Jahre alter Mann und dessen 30 Jahre alte Lebensgefährtin, beide waren Polizisten. Wenige Tage später erlag eine 27-Jährige ihren Verletzungen. Die Frauen waren Geschwister. Die Hinterbliebenen verfolgten den Prozess.

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Drei Fußgänger in Neumünster todgerast: Prozess beginnt in Kiel

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Der Vorsitzende Richter Stephan Worpenberg verlas drei identische Briefe des Angeklagten an die Hinterbliebenen. „Es tut mir wirklich unglaublich leid, was passiert ist“, heißt es darin. Er könne nichts mehr tun, das Leid zu lindern und wünsche sich, die Zeit zurückdrehen zu können. „Niemand sollte so aus der Welt gerissen werden.“ Nebenkläger-Anwalt Atilla A. Aykaç äußerte Zweifel, ob die Schreiben von dem Angeklagten stammten. Sie seien vom E-Mail-Account des Vaters abgeschickt worden.

Auf Nachfrage des Gerichts bestätigte der Angeklagte, die Schreiben selbst verfasst zu haben. Der Altenpflegehelfer muss sich wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens verantworten. Nach Ansicht der Kammer kommt auch eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung in Betracht. Er soll ohne Fahrerlaubnis und unter Einfluss von Drogen gefahren sein. Außerdem soll er im Mai 2021 erneut Auto gefahren sein. (DPA)

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