Mitarbeiter lassen sich testen

Ostsee: Corona-Ausbruch im Hotel am Timmendorfer Strand

  • Christian Domke Seidel
    vonChristian Domke Seidel
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Coronavirus-Ausbruch im Grand Hotel Seeschlösschen am Timmendorfer Strand. 35 Mitarbeiter sind infiziert. Bei acht stehen die Ergebnisse noch aus.

  • Grand Hotel Seeschlösschen am Timmendorfer Strand geschlossen.
  • 35 Mitarbeiter positiv auf Coronavirus-Sars-CoV-2* getestet.
  • 200 Gäste verlassen Hotel, hundert Mitarbeiter in Quarantäne.

Update vom 19. Oktober 2020, 22:32 Uhr: Timmendorfer Strand – Das Ausmaß des Coronavirus-Ausbruchs im Grand Hotel Seeschlösschen ist schlimmer als gedacht: Die Zahl der infizierten Hotel-Mitarbeiter stieg von drei auf 35. Acht Testergebnisse stehen noch aus. Seit Samstag, 17. Oktober befinden sich alle Angestellten in Quarantäne. Das Gesundheitsamt ist damit beschäftigt, alle Infektionsketten zu rekonstruieren, Kontaktpersonen herauszufinden und gegebenenfalls noch weitere Quarantäne-Anordnungen zu geben. 24hamburg.de berichtet auch über einen aktuellen Aerosol-Albtraum in Hamburg. In der Hansestadt müssen 90 Personen nach einer Corona-Party in Zwangs-Quarantäne.

Gemeinde in Schleswig-Holstein:Timmendorfer Strand
Bürgermeister:Robert Wagner
Bevölkerung:8.937 (31. Dez. 2008)
Postleitzahl:23669
Vorwahl:04503

Ostsee: Coronavirus in Timmendorf – 200 Menschen flüchten aus Luxushotel

Erstmeldung vom 18. Oktober 2020, 9:53 Uhr: Am Timmendorfer Strand, keine 80 km von Hamburg entfernt, kam es am Samstag, 17. Oktober 2020, zu einem Ausbruch des Coronavirus-Sars-CoV-2 im Grand Hotel Seeschlösschen. Drei Mitarbeiter wurden positiv auf den Erreger getestet. Weil die Angestellten in allen Bereichen des Hotels gearbeitet haben, müssen nun 101 Kollegen in Quarantäne. Die rund 200 Gäste des Hotels müssen abreisen.

Coronavirus-Infektionen: Grand Hotel Seeschlösschen am Timmendorfer Strand geschlossen

Das Grand Hotel Seeschlösschen gilt in der Gemeinde Timmendorfer Strand als eine der besten Adressen. Das Spa- und Golf-Ressort hat 122 Zimmer und bietet den Luxus, den sich viele Touristen von einer modernen Urlaubsanlage erwarten. Trotz der Pandemie-Lage war das Luxushotel zur Zeit des Ausbruchs gut ausgebucht. Doch gegen das Coronavirus-Sars-CoV-2 sind auch die Mitarbeiter eines hochklassigen Wellness-Hotels nicht immun.

Das Grand Hotel Seeschlösschen am Timmendorfer Strand musste wegen drei Mitarbeitern, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, geschlossen werden. (24hamburg.de-Montage)

Wie der Kreis Ostholstein mitteilt, sind drei Mitarbeiter des Grand Hotels Seeschlösschen positiv auf das Coronavirus-Sars-CoV-2 getestet worden. Ihre rund hundert Kollegen gelten als „Kontaktpersonen der Kategorie 1“. Also als Menschen, die intensiven Kontakt mit den Infizierten hatten.

Hiervon sind alle Mitarbeiter betroffen, die in den letzten 14 Tagen vor dem Ausbruch im Hotel tätig waren. Um eine weitere Verbreitung des Erregers zu vermeiden, müssen alle in Quarantäne. Sie werden jetzt ebenfalls auf das Coronavirus-Sars-CoV-2 getestet. Es kann einige Tage dauern bis alle Testergebnisse vorliegen. Bei den positiv getesteten Personen müssen alle mit ihnen in einem Haushalt lebenden Personen in die Isolation.

Grand Hotel Seeschlösschen am Timmendorfer Strand: Hundert Mitarbeiter in Quarantäne

Reinhard Sager (CDU), Chef der Verwaltung im Landrat Kreis Ostholstein, gegenüber der Bild: „Wir haben hier heute bisher drei nachgewiesene Coronafälle der Mitarbeiterschaft dieses Hotels. Das hat uns veranlasst, den Abstrichbus der Kassenärztlichen Vereinigung heute hierher zu holen, um alle Mitarbeiter abstreichen zu lassen.“

Das Hotel wird auf Anweisung des Gesundheitsamtes hin geschlossen und die etwa 200 Gäste mussten das Grand Hotel Seeschlösschen am Timmendorfer Strand umgehend verlassen. Das Gesundheitsamt des Kreises Ostholstein schloss die Unterkunft noch am Samstag, 17. Oktober 2020. Die Gäste gelten als „Kontaktpersonen der Kategorie 2“. Direkten Kontakt mit den Mitarbeitern hatten sie nicht, weswegen sie auch nicht in Quarantäne müssen. Sie können freiwillig einen Coronavirus-Test machen lassen und sollen auf mögliche Symptome achten.

200 Gäste müssen Grand Hotel Seeschlösschen verlassen

„Wir wollen mit dem Gesundheitsamt des Kreises sicherstellen, das jetzt der Infektionsherd gefunden wird, beziehungsweise der Ausbruch gehemmt wird. Das ist das oberste Ziel zum Schutz des Personals und zum Schutz von Gästen und Bevölkerung“, so Reinhard Sager (CDU), Chef der Verwaltung im Landrat Kreis Ostholstein, weiter.

Im Norden Deutschlands genießen viele Familien derzeit ein paar freie Tage. Alexandra von Oven-Batsch, Direktorin im Grand Hotel Seeschlösschen am Timmendorfer Strand: „Weil das zum Ende der Ferienzeit passiert, haben wir ein gute gebuchtes Haus. Von daher ist das ein herber Schlag für uns.“

Die Hotelbranche in Schleswig-Holstein und in Deutschland ist aufgrund des Lockdowns Anfang 2020 und des Beherbergungsverbots im Oktober 2020 ohnehin schon gebeutelt. Mit der Schließung des 5-Sterne-Superior-Hotels entstehen weitere wirtschaftliche Schäden. Vor den Herbstferien gab es bereits eine Storno-Welle in der Tourismusbranche.

Coronavirus in Norddeutschland: Zahl der Neuinfektionen steigt

Im Moment steigt in Norddeutschland die Zahl der Neuinfizierten rasant. Der Hamburger Senat* musste weitreichende Maßnahmen beschließen, um die Verbreitung des Coronavirus-Sars-CoV-2 zu verlangsamen. So gibt es in einigen Straßen und auf öffentlichen Plätzen eine Maskenpflicht*. Für Clubs und Bars gilt außerdem eine Sperrstunde und ein Alkoholverbot*.

Doch es gibt auch positive Coronavirus-News. Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf wird bereits auf Hochtouren an einer Lösung des Problems gearbeitet. Die ersten Testpersonen haben den Coronavirus-Impfstoff MVA-SARS-2-S bekommen*. Die Studie wird einige Monate dauern, doch mit ersten Ergebnissen ist schon eher zu rechnen. 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Gideon Markowicz/dpa & Bodo Marks/dpa

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