Auch „Dorfkrug“ in Kampen betroffen

Corona-Ausbruch auf Sylt: Zwei Gosch-Restaurants und Dorfkrug dicht!

  • Jan Knötzsch
    VonJan Knötzsch
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Auf Sylt gibt‘s neue Corona-Fälle. Ausgerechnet in zwei Gosch-Restaurants. Beide müssen schließen. Ebenso der „Dorfkurg“. Schleppen Urlauber das Virus ein?

Sylt – Die Insel ist beliebt. Sie zieht Urlauber an, wie ein Magnet. Nicht nur aus Hamburg. Wer etwas auf sich hält, der fährt – nicht nur im Sommer – nach Sylt. Endlich wieder mal ans Meer, die Füße in den Sand oder ins Wasser. Und zur Stärkung davor oder danach ein Fischbrötchen oder eine andere nette Mahlzeit. An und für sich eine gute Idee, doch auf Sylt macht das Coronavirus diesem Vorhaben in zumindest drei Restaurants derzeit einen dicken Strich durch die Rechnung.

Seit zwei Wochen nimmt auf Sylt laut der Sylter Rundschau die Zahl der Corona-Infektionen zu. Davon betroffen: Zwei Restaurants von „Fisch-Papst“ Jürgen Gosch in Westerland und der „Dorfkrug“ in Kampen. Legen ausgerechnet Urlauber die Sylter Gastronomie lahm?

Insel:Sylt
Inselgruppe:Friesische Inseln
Fläche:99,14 km²
Länge:38 km
Breite:12,6 km
Einwohner:15.169 (Stand: 2012)

Corona-Ausbruch auf Sylt: Kurz nacheinander sind zwei Gosch-Betriebe betroffen – auch „Dorfkrug“ in Kampen dicht

Wie die Sylter Rundschau berichtet, mussten zunächst innerhalb von zwei Tagen zwei Lokale schließen. Erst wurde ein Mitarbeiter des Fischbistros Anna Gosch in Westerland positiv auf das Coronavirus getestet. Die betreffende Filiale hat am Donnerstag, 5. August 2021, für zunächst 14 Tage zugemacht. Weitere Mitarbeiter, die mit dem Infizierten in Kontakt gestanden hatten, müssen sich ebenfalls in Quarantäne begeben. Sie sind, so berichtet die Sylter Rundschau, bisher nicht geimpft gewesen.

Auf Sylt mussten Gosch-Restaurants und das Restaurant „Dorfkrug“ in Kampen wegen Corona-Fällen schließen. (24hamburg.de-Montage)

Laut des stellvertretenden Betriebsleiters sei es nicht möglich, mit dem verbliebenen Personal den Betrieb aufrecht zu erhalten. Bereits im Mai 2021 hatten sich in den Gosch-Restaurants „Knurrhahn“ und „Vogelkoje“ sieben Gosch-Mitarbeiter infiziert. In der Folge drohten über 1000 Urlauber die Quarantäne. Der Vorfall war für die Sylter Gastronomie ein großer Rückschlag. Seit dem 1. Mai durften Urlauber aus ganz Deutschland wieder die Insel besuchen: So wurde Sylt zum Modellprojekt auserkoren.

Corona bei Gosch auf Sylt: Schon im Mai 2021 mussten Restaurants des „Fisch-Papstes“ schließen

Seit Freitag, 6. August 2021, ist nun auch der Fischbrötchen-Verkauf von Gosch an der Promenade in Westerland dicht. Auch hier hat es einen Coronafall gegeben. Im Kampener „Dorfkrug“ ist der Betrieb bereits seit Mittwoch, 4. August 2021, eingestellt. „Da wir heute informiert wurden, dass wir mit positiv getesteten Gästen in unserem Dorfkrug im Kontakt waren, haben wir uns nunmehr, aus Verantwortung unseren Mitarbeitern und Gästen gegenüber, entschlossen, den Betrieb kurzfristig zu unterbrechen und mit der gesamten Crew zum PCR-Test zu gehen“, teilt das Restaurant auf seiner Facebook-Seite mit.

Beim Corona-Ausbruch im Mai 2021 machte Gerhard Diehm, Inhaber des betroffenen Gosch-Restaurants „Vogelkoje“ die Urlauber für den Corona-Ausbruch bei Gosch verantwortlich. „Bei dem unkontrollierten Ansturm auf die Insel war doch nichts anderes zu erwarten“, sagte er damals.. „So gut wie jeder“ könne ohne Problem auf die Nordsee-Insel, die bei Sotheby‘s zu Verkauf steht*, gelangen. In ein ähnliches Horn stößt auch Michael Lorenzen, Sylter und Gosch-Prokurist in einem Interview mit dem Portal „food-service.de“.

Corona auf Sylt: Gosch-Prokurist sieht die Urlaubs-Hopping-Gäste als Problem – erst ab ins Hochinzidenzgebiet, dann nach Sylt

Auf Sylt gehe das Infektionsgeschehen deutlich nach oben, „bei uns resultierend aus Urlaubs-Hopping-Gästen, die erst in Hochinzidenzgebieten weilen und anschließend noch nach Sylt reisen. Wenn diese Gäste dann „ungetestet ein Lokal besuchen, dort ordnungsgemäß registriert und anschließend bis zu zwei Wochen später an ihrem Heimatort positiv PCR-getestet werden“, habe dies für die Sylter Gastronomen die Konsequenz, dass sämtliche Mitarbeiter, die Kontakt mit dem Gast gehabt hätten, in Quarantäne müssten, so der Gosch-Prokurist.

Das ziehe dann „die Schließung des Lokals nach sich, da nicht mehr ausreichend Mitarbeiter verfügbar sind. Das ist keine bloße Theorie, sondern bereits mehrfach vorgekommen“, sagt Michael Lorenzen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Horst Galuschka/imago

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