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Sturm „Zeynep“ in Schleswig-Holstein: 2300 Einsätze – Bahn nimmt Betrieb wieder auf

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Von: Jan Knötzsch, Natalie-Margaux Rahimi

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Orkan „Zeynep“ fegte über Schleswig-Holstein und Sylt. An der Nordseeküste gab es eine Sturmflut und starke Böen. Die Aufräumarbeiten dauern an. Alles Infos im Live-Ticker.

Hamburg/Sylt – Nach Ylenia ist vor Zeynep. Sturm Zeynep brauste über Norddeutschland hinweg. Von Westen kommend traf er Experten zufolge besonders die Nordseeküste, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen hart. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde war davon auszugehen, dass Zeynep einige schwere Schäden anrichten wird. Es galt die höchste Unwetter-Warnstufe des DWD. 24hamburg.de berichtet im Live-Ticker über Sturm-Einsätze und Schäden aus Schleswig-Holstein und Sylt.

Lesen Sie auch unseren Sturm-Ticker zu Orkan Zeynep in Hamburg.

Amtliche Warnung vor SturmböenFr, 18. Feb, 12:00 – 16:00 UhrMit Geschwindigkeiten bis 85 km/h
Unwetterwarnung vor extremen OrkanböenFr, 18. Feb, 16:00 – Sa, 19. Feb 06:00 UhrMit Geschwindigkeiten bis 160 km/h

Sturm Zeynep in Schleswig-Holstein: Live-Ticker – Erste Züge im Regionalverkehr fahren wieder

23:34 Uhr: Glücklicherweise keine weiteren Vorkommnisse rund um Sturm „Zeynep“ zu vermelden. Es bleibt dabei, dass die durch den Sturm verursachten Schäden Schritt für Schritt behoben beziehungsweise repariert werden. Damit endet der Sturm-Ticker für diesen Tag. Doch muss ab Sonntag, 20. Februar, Sturmtief „Antonia“* im Auge behalten werden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht bereits eine Warnung aus und warnt vor Unwettern.

11:00 Uhr: Wie die Leitstellen von Feuerwehr und Polizei am Morgen mitteilten, mussten sie in der Nacht aufgrund von Sturm Zeynep insgesamt zu 2.300 Einsätzen ausrücken.

11:00 Uhr: Inzwischen wurde der Regionalverkehr in Schleswig-Holstein teilweise wieder aufgenommen. Allerdings müsse weiter mit Einschränkungen, Ausfällen und Verspätungen gerechnet werden. Vor Fahrtantritt sollte unbedingt geprüft werden, ob die geplante Fahrt stattfindet. Laut NDR fahren folgende Bahnen wieder: RE6 zwischen Westerland und Hamburg, RE72 zwischen Flensburg und Kiel, sowie RB85 zwischen Puttgarden und Lübeck, allerdings endet die Fahrt in Oldenburg. Auf weiteren Streckenabschnitten führt die Bahn derzeit Erkundungsfahrten durch. Sie sollen nach und nach wieder freigegeben werden.

Bergung von Lkw auf Fehmarnsundbrücke dauert an

9:45 Uhr: Die Autobahn A21 bei Bad Oldesloe bleibt noch bis in die Abendstunden gesperrt. Wie der NDR berichtet, liegen noch zahlreiche Bäume zwischen Bad Oldesloe-Nord und Leezen. Die Bergungsarbeiten dauern an. Eine Umleitung ist eingerichtet. Laut Polizei soll die Strecke gegen Abend wieder freigegeben werden.

9:28 Uhr: Die Bergungsarbeiten der umgekippten Lkw auf der Fehmarnsundbrücke dauern an. Wie der NDR berichtet, konnte der erste Laster inzwischen geborgen werden. Der zweite Lkw konnte jedoch noch nicht aufgerichtet werden, die Arbeiten dauern noch an, heißt es. Insgesamt waren auf der Brücke in der Nacht laut NDR drei Lkw von Sturm Zeynep umgeweht worden.

8:01 Uhr: Auch die nordfriesischen Halligen wurden von Sturm Zeynep getroffen. Das Hochwasser habe auf Hooge in der Spitze bei 9,04 Meter gelegen. Schon ab einem Pegelstand von 7,38 Meter laufe Hallig Hooge voll, so die Deutsche Presse-Agentur. Bürgermeisterin Katja Just sprach von einer unruhigen Nacht. „Es war sehr beeindruckend, weil sehr viel Kraft im Wasser war. Es war eine richtige Brandung“, sagte sie der dpa.

7:25 Uhr: Im Zuge von Sturm Zeynep sind auf der Fehmarnsundbrücke zwei Lkw umgekippt. Ein Fahrer wurde leicht verletzt. Wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf einen Polizeisprecher mitteilt, bleibt die Brücke vorerst gesperrt.

Während Sturm Zeynep: 40-Tonnen LKW kippt auf Fehmarnsundbrücke um.
Sturm Zeynep: 40-Tonnen LKW kippt auf Fehmarnsundbrücke um. © BEAUTIFUL SPORTS/Angenendt/imago

6:55 Uhr: Inzwischen hat der Deutsche Wetterdienst DWD seine Unwetterwarnung vor extremen Orkanböen zurückgezogen. Im Vorfeld hatte der DWD für die Nordseeküste vor Böen bis 160 Kilometern pro Stunde gewarnt. In Büsum wurde laut DWD eine Böe mit 143,3 km/h gemessen. Bis 17:00 Uhr warnt der DWD noch vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis 90 km/h.

6:52 Uhr: Sturm Zeynep ist abgezogen. Nun beginnen die Aufräumarbeiten. Denn im Norden hat der Orkan viele Schäden hinterlassen. In Schleswig-Holstein waren in der Nacht minütlich neue Meldungen eingegangen. Nach ersten Angaben mussten Feuerwehr und Polizei zu hunderten Einsätzen ausrücken. Dabei blieb es ersten Erkenntnissen zufolge jedoch bei Sachschäden.

An der schleswig-holsteinischen Nordseeküste sollte es besonders schlimm werden. Glücklicherweise stieg das Wasser aber nicht so hoch wie befürchtet. Dennoch kam es laut Deutscher Presse-Agentur in Dagebüll und Büsum mit 2,92 Meter und 2,86 Meter über dem mitteleren Hochwasser jeweils zu einer schweren Sturmflut.

Sturm-Ticker für Schleswig-Holstein: Wegen Zeynep – Bahn stellt Bahnverkehr im Norden nach und nach ein

23:20 Uhr: Im Kreis Steinburg sind bei Hohenlockstedt auf der Bundesstraße 77 gleich zwei Bäume im Abstand von nur 50 Metern auf die Fahrbahn gestürzt. Ein Autofahrer konnte nicht mehr bremsen und knallte mit seinem Pkw vor einen der Bäume. Der Mann wurde nur leicht verletzt. Ein anderer Autofahrer blieb unverletzt, als sein Wagen von einem umstürzenden Baum getroffen wurde. Die B77 soll wegen der Gefahr, dass weitere Bäume umstürzen, noch bis zum Samstagmorgen gesperrt bleiben.

22:42 Uhr: Auch die Zahl der Einsätze nimmt entsprechend zu: Bis 22 Uhr meldeten die Leitstellen im Land mehr als 580 Einsätze.

22:40 Uhr: „Zeynep“ bläst und weht kräftiger und kräftiger durch Schleswig-Holstein. In Büsum, wo gegen 20 Uhr noch 124 km/ Windgeschwindigkeit gemessen wurden, sind es jetzt schon 143 km/h

21:55 Uhr: Die AKN Eisenbahn GmbH hat mitgeteilt, dass aufgrund der aktuellen Witterungslage der Betrieb auf den Linien A1, A2 und A3 mit sofortiger Wirkung eingestellt wird. „Über den Zeitpunkt der Betriebsaufnahme am Samstag informieren wir zum gegebenen Zeitpunkt“, sagte Pressesprecher Jonas Dienst. Die Linien der AKN sind: Neumünster – Hamburg-Hbf. (A1) Ulzburg Süd – Norderstedt-Mitte (A2) und Elmshorn – Ulzburg-Süd (A3).

Ein AKN-Zug vor einem umgestürzten Baum
Die Züge der AKN fahren wegen des Orkans „Zeynep“ vorerst nicht mehr. (Symbolfoto) © Florian Sprenger/dpa

21:10 Uhr: Wie der NDR berichtet, muss das Schiff „AIDAcosma“, das eigentlich am 26. Februar 2022 das erste Mal mit Gästen an Bord von Hamburg aus in See stechen soll, den Kieler Hafen verlassen. Selbigen hatte das Schiff am Donnerstag angesteuert, weil es wegen des Sturms „Ylenia“ den Hamburger Hafen nicht anlaufen konnte. Aus Sicherheitsgründen musste das Kreuzfahrtschiff das Pier heute Abend aber wieder verlassen. Es wird laut Reederei weiter draußen auf der Ostsee bleiben, bis sich die Wetterbedingungen wieder verbessern.

20:56 Uhr: Die Windgeschwindigkeit von „Zeynep“ in Schleswig-Holstein nimmt immer mehr zu. In Büsum wurden 124 km/h gemessen.

20:22 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat erste Angaben zu den gemessenen Windgeschwindigkeiten im Norden gemacht. Auf Sylt wurden demnach Böen mit Windstärke 9 (75 bis 88 km/h) gemessen. Für die Nacht erwartet der DWD zumindest an der Küste Windstärke 12 mit bis zu 160 km/ Windgeschwindigkeit.

Dunkle Wolken vor der Insel Wangerooge
Vor der Insel Wangerooge ziehen dunkle Sturmwolken auf. (Symbolfoto) © Jochen Tack/imago

19:35 Uhr: Es beginnt, ungemütlich zu werden – und zwar an der Westküste. In Elpersbüttel im Kreis Dithmarschen, so meldet ndr.de, hat es bereits Windgeschwindigkeiten von bis zu 110 km/h gegeben.

18:45 Uhr: So langsam aber sicher machen sich die ersten Vorboten von „Zeynep“ bemerkbar. Bislang hat es in Schleswig-Holstein rund 140 Einsätze gegeben, nachdem die Rettungsleitstellen informiert worden sind.

15:20 Uhr: Nicht nur Sylt, sondern auch Wangerooge bereitet sich auf „Zeynep“ vor. Dort würde es ab dem Moment mehr als richtig kritisch, wenn der Wasserpegel dank der Sturmflut auf eine Höhe von 2,25 Meter ansteigt. Dann nämlich droht auf Wangerooge der Verlust des kompletten Hauptstrandes. Um genau diese Katastrophe zu Verhindern, werden auf der Insel die Fluttore geschlossen.

Der Blick auf eine Sturmfront auf Helgoland.
Sturm Zeynep wird Schleswig-Holstein mit voller Härte treffen. (Symbolbild) © Uwe Nettelmann/dpa

15:15 Uhr: Auch der Nordseeinsel Sylt steht der Sturm bevor. Die Insulaner rüsten sich für „Zeynep“ und das, was auf sie zukommt. Einen Blick auf die aktuelle Wetterlage auf Sylt gewährt eine Live-Webcam auf Hotel Miramar, das sich in Westerland direkt an der Strandpromenade befindet.

14:23 Uhr: Aufgrund von Sturm Zeynep wird auch die Nordbahn ihren Betrieb ab 15:00 Uhr einstellen. Derzeit befindet sich die Einrichtung eines Ersatzverkehrs im Aufbau. Das Netz der AKN ist von der Sperrung nicht betroffen.

13:40 Uhr: Nachdem die Deutsche Bahn bereits am Morgen angekündigt hatte, den Regionalverkehr schrittweise einzustellen, wird nun auch der Fernverkehr im Norden komplett und schrittweise eingestellt. Später werden dann keine Züge mehr nördlich von Dortmund, Hannover und Berlin mehr fahren, schreibt die Deutsche Presse-Agentur.

Es wird an der deutschen Nordseeküste wohl der stärkste Sturm seit Jahren sein.

Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net

11:30 Uhr: Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, wird die Deutsche Bahn den Regionalverkehr im Norden des Landes nach und nach einstellen. Betroffen sind die Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Teile von NRW. „Wer immer kann, dem empfehlen wir Reisen mit der Bahn vom späten Nachmittag auf einen früheren Zeitpunkt vorzuziehen“, teilte die Bahn mit. Tickets mit Reisedatum 17. bis 20. Februar 2022 können bis zum 27. Februar flexibel genutzt oder kostenfrei storniert werden.

Orkan Zeynep wird schleswig-holsteinische Nordseeküste mit 160 km/h treffen: Experte spricht von „Achse der Zerstörung“

Orkan Zeynep macht sich von Westen auf den Weg nach Deutschland. Nach Irland, Großbritannien und Nordfrankreich wird er gegen 16:00 Uhr mit voller Härte auf die Nordseeküste treffen. Betroffen sein wird auch die bei Urlaubern beliebte Insel Sylt. Besonders in den Abendstunden des 18. Februar 2022 und in der Nacht zu Samstag kann es zu Orkanböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde kommen. Die amtliche Unwetterwarnung vor extremen Orkanböen des Deutschen Wetterdienst DWD gilt bis Samstag, 6:00 Uhr.

Wetterexperte Frank Böttcher sagte dem NDR in Bezug auf Sturm Zeynep: „Es könnte der stärkste Februar-Sturm seit Beginn der Aufzeichnungen werden“. Zum Wind gesellt sich in Norddeutschland nämlich auch kräftiger Regen, der dann noch einmal zu stärkeren Orkanböen führen kann, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von Wetter.net.

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Weiter spricht Jung davon, dass Zeynep eine „Achse der Zerstörung“ ziehen wird. Und zwar von Großbritannien, über Nordfrankreich und Benelux bis nach Deutschland. Aufgrund der starken Winde des Orkan warnt der Diplom-Meteorologe eindringlich davor und appelliert daran, in den kommenden Stunden „sehr, sehr wachsam“ zu sein.

Orkan Zeynep auf Sylt: Dringende Warnung der Behörden – „Verlassen Sie nicht das Haus“

Im Vorfeld hat der Deutsche Wetterdienst bereits einige Handlungsempfehlungen an die Bevölkerung der besonders gefährdeten Gebiete an der Nordseeküste herausgegeben. Die Wichtigste: „Verlassen Sie nicht das Haus“. Zu den bedrohten Gebieten gehören neben Sylt weitere Inseln in der Deutschen Bucht wie Helgoland, aber auch Emden, Bremerhaven und Husum.

Der Deutsche Wetterdienst empfiehlt Menschen in den betroffenen Gebieten, die Fenster und Türen geschlossen zu halten. Gegenstände im Freien reinzuholen oder gut zu sichern. Im Idealfall sollte das Haus nicht verlassen werden. Wer dies nicht vermeiden kann, sollte dringend genügend Abstand zu Bäumen, Gebäuden, Gerüsten und Hochspannungsleitungen halten. Fahrzeuge sollten, wenn möglich, in der Garage geparkt werden. Von einem Aufenthalt im Freien wird dringend abgeraten. „Es wird sehr gefährlich“, sagte auch Diplom-Meteorologe Dominik Jung bei Wetter.net.

Orkan Zeynep in Schleswig-Holstein: Fährbetrieb zu den Inseln und Bahnbetrieb beeinträchtigt

Wie der NDR berichtet, fallen viele Fährverbindungen in Schleswig-Holstein wegen Sturm Zeynep bis Sonntag aus. Wer eine Fährfahrt plant, sollte sich unbedingt vor Reiseantritt über die Fährverbindungen informieren. Auch kurzfristige Änderungen sind möglich. Das Sylt-Shuttle wird seinen Fahrbetrieb vorsorglich einstellen. Der letzte Zug ab Niebüll fährt um 14:35 Uhr, der letzte Zug ab Westerland startet um 14:30 Uhr. Samstag soll der erste Zug dann um 6:35 Uhr vom Festland aus und um 7:00 Uhr von Sylt starten.

Die Deutsche Bahn hat ihren Betrieb größtenteils wieder aufgenommen. Allerdings ist im Laufe des Abends erneut mit Beeinträchtigungen zu rechnen. Es ist ferner damit zu rechnen, dass Zeynep ähnlich wie Ylenia den gesamten Bahnverkehr in Norddeutschland lahmlegen wird. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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