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Akku statt Diesel in Norddeutschland: Nur noch emissionsfreie Züge bis 2040

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Von: Christian Einfeldt

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Eine Bahn, die rund 26.000 Tonnen Kohlendioxid einspart: Umweltfreundliche Akku-Züge könnten schon ab 2023 durch Norddeutschland fahren.

Kiel – Elektrifizierung statt Antrieb mit Diesel: Im Norden beginnt 2023 die Umstellung auf ein Verkehrsmittel, das grundlegend Emissionen einsparen soll. Der Anfang wurde bereits gemacht. Der Bau der ersten Oberleitungsinsel des Projekts in Schleswig-Holstein läuft. Jeweils kürzere Abschnitte einer Strecke werden dabei mit Oberleitungen ausgestattet. Wenige Monate nach Spatenstich – voraussichtlich im Mai 2023 – sollen dann schon die ersten Akku-Züge zwischen Nord- und Ostsee an Fahrt aufnehmen.

Deutsches Land:Schleswig-Holstein
Fläche:15.763 km²
Hauptstadt:Kiel
Bevölkerung:2,897 Millionen (2019)

Elektrifizierte Bahnstrecken in Schleswig-Holstein: Der erste Akku-Zug könnte schon im Mai fahren

Ihre Zellen laden sich auf elektrifizierten Streckenteilen auf. So sind die Akku-Züge dann imstande, auch auf den übrigen Abschnitten fahren zu können. „Wir werden dadurch bis zu zehn Millionen Liter Diesel pro Jahr einsparen“, sagte der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen am Dienstag, dem 1. November, in Kiel. Die Kosten für den Umbau der Infrastruktur würden sich auf 48 Millionen Euro belaufen. Die Hoffnung des Verkehrsminister: Der Bund könnte bis zu 90 Prozent der Kosten übernehmen.

Akku-Zug von Stadler.
Schleswig-Holstein: Akku-Züge fahren schon bald durch Norddeutschland. © Raimund Müller/Imago

Ein solches zukunftsträchtiges Projekt könnte jedoch noch deutlich mehr kosten. Der Bau von Oberleitungsinseln ist demnach finanziell erschwinglicher, als die Elektrifizierung ganzer Strecken. 55 Akku-Züge des Herstellers „Stadler“ hat Schleswig-Holstein nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bestellt. Die Ankunft der ersten Züge wird für Mai 2023 erwartet. Der Abschluss aller Ausbauten ist laut Manuela Herbort, der Konzernbevollmächtigten der Bahn für den Norden, bereits für Ende 2023 vorgesehen.

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Emissionsfrei ab 2040: In 18 Jahren soll kein Diesel-Zug mehr durch Norddeutschland fahren

Bis 2040 will die Deutsche Bahn ihren gesamten Verkehr klimaneutral abwickeln. Dabei „helfen uns auch so kreative Lösungen wie die Oberleitungsinseln für Akku-Züge“, teilte Bahn-Infrastrukturvorstand Berthold Huber mit. In einer ersten Phase ergänzt die Bahn die Bahnhöfe Kiel und Büchen mit zusätzlichem Fahrdraht. 30 neue Oberleitungsmasten sind dort geplant. Bis Ende 2023 sollen, entlang der Westküste des Bundeslandes, auch Oberleitungsinseln abseits von Bahnhöfen entstehen – ob in Husum, Tönning oder in Heide, wo ein Mord aktuell Schlagzeilen hervorbringt.

Das langfristige Ziel: In 18 Jahren sollen keine Diesel-Züge mehr durch Norddeutschland fahren. Laut des Online-Portals Schleswig-Holstein lebt sollen die Linien RE 83/84 dafür den Anfang machen. Demnach verkehrt der erste Akku-Zug Schleswig-Holsteins also zwischen Kiel und Lüneburg.

Schleswig-Holstein spart 26.000 Tonnen Kohlendioxid – auch Hamburg daran beteiligt

Mit Abschluss aller Baumaßnahmen sollen dann etwa 70 Prozent des Nahverkehrs elektrifiziert sein. Nach Auskunft von Nah.SH steht Hamburgs Nachbarbundesland aktuell lediglich bei einem Anteil von 29 Prozent. Die innovativen Pläne des Landes würden nicht nur an dieser Zahl etwas ändern – auch Einsparungen von 10 Millionen Liter Diesel und 26.000 Tonnen Kohlendioxid stünden bevor. Einsparungen, die durch die vielen Anbindungen irgendwann zwangsläufig auch die Hansestadt Hamburg betreffen könnten.

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Im weitesten Sinne ist Hamburg übrigens schon jetzt in das Projekt involviert. Wie aus einer Mitteilung von Nah.SH hervorgeht, ist das Hamburger Unternehmen „Paribus Holding GmbH & Co KG.“ nach Beauftragung durch Schleswig-Holstein im Besitz der Akku-Züge. 30 Jahre lang vermieten sie nun die Züge an Schleswig-Holsteins Eisenbahnunternehmen. (Mit dpa-Material)

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