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Mutmaßlich homophober Messerangriff in Kiel – 700 Menschen bei Mahnwache

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Von: Sebastian Peters, Anika Zuschke

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Ein Mann will in Kiel einen Streit schlichten und wird niedergestochen. Den Opfern der offenbar homophoben Tat zeigen 700 Menschen bei einer Mahnwache Solidarität.

Update vom 8. November 2022, 9:50 Uhr: Am Montagabend haben sich rund 700 Menschen vor der Bar in Kiel eingefunden, wo es am Wochenende zu einem mutmaßlich homophoben Messerangriff gekommen ist. Sie versammelten sich zu einer Mahnwache, zu der die Bewegung „Fridays for Future“ aufgerufen hatte, um ihre Solidarität mit den Opfern und der queeren Community zu zeigen. Dafür erschien laut dem NDR auch die Polizei mit Regenbogenflaggen.

Für die vier verletzten Männer wurde im Zuge der Mahnwache eine Schweigeminute abgehalten. Männliche Teilnehmer sollten gerne mit lackierten Fingernägeln erscheinen, denn: „Im Rahmen der ersten Befragungen der Geschädigten sowie Zeuginnen und Zeugen dürfte der Streit seinen Ursprung offenbar aufgrund der lackierten Fingernägel eines der Geschädigten haben“, bestätigte die Kieler Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag die Vermutungen zum homophoben Angriff laut der taz. Vor dem Rathaus in Kiel wurde als Reaktion auf die Tat am Montag zudem eine Regenbogenflagge gehisst.

Erstmeldung vom 7. November 2022: Kiel – Nach einem blutigen Überfall in der Kieler Innenstadt ermitteln Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Wie die Polizei am Montag, 7. November 2022, mitteilte, hat ein 23-Jähriger, der in der Nacht zum Samstag, 5. November 2022, vor einem Lokal einen Streit zwischen zwei Männergruppen schlichten wollte, eine zunächst lebensbedrohliche Stichverletzung am Oberkörper erlitten. Sein Zustand sei mittlerweile aufgrund notärztlicher Behandlung stabil.

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Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermitteln zu mutmaßlich homophobem Angriff in Kiel

Erste Befragungen von Geschädigten und Zeugen ergaben, dass die lackierten Fingernägel eines Mannes offenkundig den Streit ausgelöst hatten. Deshalb wird auch in Richtung eines möglichen homophoben Hintergrunds ermittelt, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Mann sei zunächst beleidigt worden, dann habe bei einer folgenden körperlichen Auseinandersetzung mindestens ein Mann mit einem Messer zugestochen.

Polizei im Einsatz
Nach dem Angriff ermittelt nun die Polizei. (Symbolfoto) © Sebastian Peters

Zwei Männer aus der attackierten Gruppe im Alter von 23 und 27 Jahren erlitten oberflächliche Schnittverletzungen an den Armen. Der Dritte aus dem Trio, ebenfalls 23 Jahre alt, wurde von Schlägen im Gesicht verletzt. Die drei bis vier Tatverdächtigen flüchteten. Eine Fahndung mit zahlreichen Streifenwagen aller Kieler Polizeireviere verlief ohne Erfolg.

Die Verdächtigen sollen Mittzwanziger sein. Die Polizei sucht weitere Zeugen. Die Staatsanwaltschaft setzte für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, eine Belohnung von 2000 Euro aus. In Hamburg kam es am Wochenende zu einer fremdenfeindlichen Attacke. Ein Mann bedrohte eine junge Frau auf offener Straße mit dem Tod. Auch hier ermittelt die Polizei und sucht Zeugen.

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