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Wegen Omikron: Karl Lauterbach (SPD) will PCR-Tests priorisieren

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Von: Bona Hyun

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Gesundheitsminister Karl Lauterbach erwartet Mitte Februar den Höhepunkt der Omikron-Welle. Er will die PCR-Tests priorisieren – gibt es bald eine PCR-Test-Pflicht?

Berlin – Corona-Infektionszahlen schnellen in die Höhe – auch in Hamburg überschritt die Corona-Inzidenz den Wert von 1000. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet bis Mitte Februar 2022 mit Hunderttausend Neuinfektionen am Tag. Die aktuell niedrige Hospitalisierungsrate sei eine „irrelevante Momentaufnahme“, da die richtige Belastung erst Mitte bis Ende Februar zu erwarten wären. Der SPD-Politiker warnte vor neuen Virusvarianten, bei der die Ansteckungsgefahr der Monsterwelle Omikron mit der Gefährlichkeit der Delta-Variante gepaart werden würde.

Eine Impfpflicht für die Omikron-Welle wäre jetzt zu spät – dafür will Lauterbach nun die Auswertungen von PCR-Tests priorisieren.

Deutscher Mediziner, Gesundheitsökonom und Politiker:Karl Lauterbach
Geboren21. Februar 1963 (Alter 58 Jahre)
EhepartnerinAngela Spelsberg (verh. 1996–2010)
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands

Omikron-Welle erreicht laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ihren Höhepunkt

Gesundheitsminister Karl Lauterbach geht davon aus, „dass die Welle Mitte Februar ihren Höhepunkt“ haben wird. Er befürchtet mehrere Hunderttausend Fälle pro Tag. In einem Interview der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ äußerte er vor allem seine Bedenken gegenüber der Impfmüdigkeit in Deutschland, da es hier eine hohe Zahl an Ungeimpften bei den Älteren gebe.

Andere Länder wie England oder Frankreich könnten solche hohe Zahlen auf den Intensivstationen besser verkraften, da die Zahl der Ungeimpften bei einem viel geringeren Wert liege. Ähnlich sei die Lage bei der Gruppe der Geboosterten. Der SPD-Politiker und Gesundheitsminister sprach von einer noch anstehenden Belastungsprobe für Intensivstationen – und stellte ein Ende der Corona-Pandemie noch nicht in Aussicht.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach in der Bundespressekonferenz.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach spricht sich für eine Priorisierung der PCR-Tests aus. © Kay Nietfeld/dpa

Corona-Pandemie: Gesundheistminister Karl Lauterbach will PCR-Tests priorisieren

Der Gesundhietsminister will entsprechend reagieren und möchte Beschäftigte in sensiblen Gesundheitseinrichtungen für die Laborauswertung priorisieren – als Folge der knapper werdenden PCR-Tests. „Wir werden tatsächlich so hohe Fallzahlen bekommen, dass wir die PCR-Tests verteilen müssen, priorisieren müssen. Dazu werde ich am Wochenende einen Vorschlag vorlegen, wie das passieren soll“, kündigte Lauterbach laut Rheinischer Post an. Derzeit sind die Labore mit PCR-Auswertungen allerdings überlastet – Getestete erhalten erst nach vier Tagen ein Ergebnis.

Wird ein PCR-Test bald zur Pflicht? Bund und Länder beraten sich

Derweil will sich die SPD-Fraktion im Bundestag über eine andere Corona-Maßnahme beraten: Sie will die parlamentarischen Beratungen zur Impfpflicht zügig und sorgfältig voranbringen. Die Überwindung der Corona-Pandemie habe „absoluten Vorrang“. Nach der „Orientierungsdebatte“ soll die Fraktion Eckpunkte für einen Gesetzesentwurf vorlegen. Parlamentarier anderer Fraktionen werden auf dessen Grundlage über einen gemeinsamen Gruppenantrag abstimmen.

Bundesgesundheitsminister Lauterbach hatte sich für ein Inkrafttreten des Antrags im April oder Mai ausgesprochen. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhaus-Gesellschaft, Gerald Gaß, ist besorgt, dass „die Politik den richtigen Zeitpunkt für die Impfpflicht verpasst“ und den deutschen Kliniken dasselbe Problem bei der nächsten Variante droht.

Dies teilte er in einem Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“ mit. Marco Buschmann von der FDP sprach sich im Interview mit der „Passauer Neuen Presse“ ebenfalls für eine „zügige Entscheidung“ aus. Der Bundesjustizminister ist aber zuversichtlich, da der Bundestag Tempo und Sorgfalt kombinieren könne. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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