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Ukraine News: So könnte sich die Lage im Ukraine-Krieg weiter verschärfen

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Von: Felix Busjaeger

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Verhandlungen sollen dem Ukraine-Krieg ein Ende bringen. Allerdings toben in Osteuropa weiter Kämpfe. Putin und Selenskyj könnten allerdings das Gespräch suchen.

Kiew/Moskau – Mögliche Angriffe mit Phosphorbomben im Ukraine-Krieg, Millionen Flüchtlinge, die die Ukraine verlassen, und weiterhin Verhandlungsversuche zwischen Russland und dem Nachbarland: Die Lage im Krieg in der Ukraine, in dem auch Anonymous* beteiligt sein soll, scheint weiter festgefahren. Während der russische Vormarsch zuletzt offenbar ins Stocken geriet, scheint es so, als hätte Russlands Präsident Wladimir Putin* für den Wochenauftakt eine Großoffensive auf mehrere Städte angeordnet. In der Nacht zu Montag heißt es nach Angaben des ukrainischen Generalstabs, russische Truppen würden sich an eingenommenen Punkten festsetzen, Nachschub sichern und sich neu gruppieren. Es könnte die Ruhe vor einem erneuten Sturm sein, fürchten Experten.

Ukraine-News: SPD-Politiker befürchtet eine weitere Verschärfung im Ukraine-Krieg

„Es droht ein ganz furchtbares Bombardement. Die Städte werden zerstört, weil Wladimir Putins* bisherige Strategie kläglich gescheitert ist. Und er wird jetzt zu weiteren schärferen Mitteln greifen“, sagte Michael Roth (SPD), Chef des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag am Montag im Morgenmagazin der ARD. Dass Putins Vormarsch in die Ukraine aktuell nicht nach Plan verlaufen dürfte, ist naheliegend: In den ersten Tagen des Ukraine-Kriegs* waren die russischen Truppen schnell vorgedrungen. Doch nun scheint es so, als würde das Militär eher auf verheerende Zerstörung wichtiger Städte setzen. Bilder aus Kiew, Charkiw oder Sumy sprechen eine deutliche Sprache.

Hochhaus in Kiew
Im Norden der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist am Montagmorgen bei einem Angriff auf ein Hochhaus ein Feuer ausgebrochen. © Vadim Ghirda/AP/dpa

Für Aufsehen sorgte am Wochenende auch die Nachricht, dass es auch russische Raketenangriffe nahe der Grenze zu Polen gegeben habe. Bei dem Beschuss eines Truppenübungsplatzes unweit der Stadt Lwiw soll es mindestens 35 Tote und 134 Verletzte gegeben haben. Das sagte die ukrainische Seite, im russischen Verteidigungsministerium wurde hingegen davon gesprochen, dass „bis zu 180 ausländische Söldner“ getötet worden. Nach Angaben des ukrainischen Gebietsgouverneurs Maxym Kosyzkyj wurden mehr als 30 Raketen abgefeuert. Indes fürchtet die Welt die Gefahr einer nuklearen Katastrophe im Ukraine-Krieg*.

Bürgermeister von Melitopol verschleppt – Russland setzt pro-russische Statthalterin ein

Am Wochenende setzte Russland zudem erstmals in einem eroberten Gebiet in der Ukraine eine eigene Statthalterin ein. Der bisherige Bürgermeister, Iwan Fedorow, von Melitopol, einer Stadt im Westen des Landes, war nach Angaben der ukrainischen Regierung zuvor verschleppt worden. Die Lokalabgeordnete Halyna Deniltschenko, die nun an der Spitze der von Wladimir Putins Soldaten eingenommenen Stadt steht, rief die Bevölkerung der Region dazu auf, sich „an die neue Realität“ anzupassen.

Ukraine-Krieg: weiträumige Zerstörung – US-Journalist stirbt nahe Kiew

Welches Ausmaß die Zerstörung im Krieg in der Ukraine* annehmen kann, soll ein Fall aus dem Osten des Landes zeigen: Nach Angaben eines örtlichen Polizeivertreters in der Ortschaft Popasna sollen russische Soldaten mit Phosphorbomben angegriffen haben. Ob es tatsächlich zu einem entsprechenden Angriff gekommen ist, konnte bisher weder von unabhängiger Stelle überprüft noch bestätigt werden. Bei heftigen Kämpfen unweit von Kiew ist am Wochenende in der Ukraine auch ein US-Journalist gestorben. Wie örtliche Polizeikräfte mitteilten, sei der Amerikaner von russischen Soldaten getötet worden. Ein weiterer Journalist soll verletzt worden sein.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs wurden in der Ukraine nach Angaben aus Kiew sieben Krankenhäuser irreparabel zerstört. Die Kliniken müssten nach russischem Beschuss ganz neu aufgebaut werden, sagte Gesundheitsminister Wiktor Ljaschko. Mehr als 100 weitere Gesundheitseinrichtungen seien beschädigt worden. Für besonderes Entsetzen hatte vor einigen Tagen ein russischer Angriff auf eine Geburtsklinik in der Hafenstadt Mariupol gesorgt. Moskau behauptete, das Gebäude sei von ukrainischen Kämpfern genutzt worden. Von ukrainischer wie auch von UN-Seite jedoch hieß es, dass es sich um eine funktionierende Geburtsklinik gehandelt habe.

Situation im Ukraine-Krieg: SPD-Politiker für Gespräche mit Putin, die „mit Härte, Wehrhaftigkeit und Selbstbewusstsein geführt werden“

Auch wenn die Situation im Ukraine-Krieg bereits höchst dramatisch ist: Nach Einschätzung von SPD-Politiker Roth sei das Schlimmste in der Ukraine noch nicht erreicht. Er empfiehlt, weiter stark auf Unterstützung der Ukraine zu setzen und dem russischen Präsidenten und kalten Krieger Wladimir Putin* entschlossen die Stirn zu bieten. Gespräche mit dem Kreml müssen, um überhaupt die Chance auf Erfolg haben zu können, mit Härte, Wehrhaftigkeit und Selbstbewusstsein geführt werden. Dass in dieser Phase des Krieges Dialog ein wichtiger Schlüssel für eine mögliche Befriedigung des Ukraine-Konflikts ist, wissen auch die Verantwortlichen – zumindest deuten mehrere Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine* dies an.

Ukraine Verhandlungen: Lawrow und Kuleba sprachen in der Türkei miteinander

Nachdem Verhandlungen zwischen den Außenministern Sergej Lawrow* und Dmytro Kuleba in der vergangenen Woche gescheitert waren, treffen sich am Montag Unterhändler in einem Online-Format, um über den Krieg in der Ukraine zu sprechen. Dass die Diplomatie in den kommenden Tagen wieder von größerer Relevanz sein könnte, zeigt auch die Bereitschaft von Wolodymyr Selenskyj*, sich mit Wladimir Putin auszutauschen. Der ukrainische Präsident sagte, dass das Treffen der Unterhändler am Montag dafür genutzt werden könnte, um ein Gespräch der Staatschef in die Wege zu leiten. Kremlsprecher Dmitri Peskow schloss am Sonntag ein Treffen von Russlands Präsident Wladimir Putin, dessen Nähe zu russischen Oligarchen* kein Geheimnis ist, mit Selenskyj nicht aus.

Währenddessen fordert Selenskyj weiterhin eine Schließung des Luftraums über der Ukraine. „Wenn Sie das nicht tun, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis russische Raketen auf Ihre Gebiete fallen“, sagte der ukrainische Präsident in einer Videoansprache. Die Nato* hatte bisher eine Flugverbotszone abgelehnt, um nicht direkt in den Krieg zwischen Russland und der Ukraine, in dem Putin wohl insbesondere die Nato fürchtet*, involviert zu werden.

Wladimir Putin: Sanktionen treffen Kreml – Russland wendet sich wohl an China

Über zwei Wochen nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs und der russischen Invasion scheint es von russischer Seite Hilfsgesuche zu geben: Wie US-Medien berichten, soll Russland China um militärische und wirtschaftliche Hilfe gebeten* haben. Ob und wie die chinesische Regierung auf die Forderungen aus Moskau reagiert habe, ist nicht bekannt. Bisher hatte sich Peking im Ukraine-Krieg um eine neutrale Haltung bemüht, nachdem anfänglich der Regierung zu viel Nähe zu Wladimir Putin vorgeworfen worden war.

Dass wohl die Sanktionen der EU und des Westens allmählich gegen Wladimir Putin greifen, zeigt nicht nur das mögliche Hilfsgesuch an China. Schon länger soll sich Russland auf die Unterstützung des tschetschenischen Republikchefs Ramsan Kadyrow* verlassen. Mittlerweile soll diese sich mit seinen Kämpfern unmittelbar in der Nähe von Kiew aufhalten. Kadyrow verbreitete in der Nacht zu Montag ein Video, das ihn nordwestlich der Hauptstadt Kiew zeigen soll. Auch wenn Kadyrow derzeit nicht in der Ukraine sein sollte, ist klar: Der Ukraine-Krieg geht weiter und wird in den kommenden Tagen weiter Zerstörung bringen, wenn Bemühungen der Unterhändler oder das Gespräch zwischen Putin und Selenskyj scheitern sollten. * kreiszeitung.de, fr.de und merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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